Handball – Verbandsliga: Wittingen mit großen Personalnöten

„Prekär“: Ohne Sieben ins Barracuda-Becken!

Aller schlechten Dinge sind drei... Kai Lemke (r.) war das dritte Himmelsthür-Opfer und fehlt Wittingen gegen Basche. Foto: ib

ib Wittingen. Mike Mühlenbruch begegnet der Misere mit Galgenhumor. „Das Positive ist, dass mein Trainerstab sich erweitert.

“ Dumm nur, dass es sich bei den vielen Assistenten um den halben Stamm-Kader handelt! Handball-Verbandsligist VfL Wittingen muss im wichtigen wie kniffligen Auswärtsspiel beim Tabellenzweiten HV Barsinghausen am morgigen Sonntag (17 Uhr) improvisieren wie noch nie zuvor!.

Das ganze Verletzungs-Ausmaß der jüngsten 26:29-Niederlage in Himmelsthür wurde erst im Laufe dieser Trainingswoche sichtbar. Nach Torben Hildebrandt (Knie verdreht) und Sebastian Schulze (Gips) meldete sich auch Rückraumrecke Kai Lemke mit einem Muskelfaserriss in der Schulter im Wittinger Lazarett. Das mit Malte Sültmann ja schon einen Dauergast hat. Zusammen mit den Sonntag-Streichkandidaten Kai Eschert (Studium), Marten Schultze und Arne Gades (beide Arbeit) zählt der VfL sieben Ausfälle! Bleibt eine handvoll Feldspieler aus dem Aufgebot der Ersten... Alexander Busch und Peter Schultze aus der Reserve sowie das A-Jugend-Trio Matthias Musenbrock, Johann Schultze und Amos Weiland dienen als Notnagel. Wobei die zwei Letztgenannten sich mit Erkältungen herumplagten.

Ein Klagelied wäre durchaus nachvollziehbar. Mühlenbruch spart es sich. „Ich habe ja Personal. Nun ist es an mir als Trainer, das Richtige daraus zu machen.“ Das Handballer-Leben sei eben kein Wunschkonzert. Wittingen ist hart im Nehmen, das verdeutlichte allein die Tatsache, dass Schulze und Lemke trotz Verletzungen in Himmelsthür bis zum Ende durchhielten. „Leider war es nicht von Erfolg gekrönt“, bedauert Mühlenbruch. Mit zwei Zählern zuletzt hätte sich der gefährliche Gang ins Barracuda-Becken leichter bewältigen lassen.

Dort wartet ein vor Selbstvertrauen strotzendes Barsinghausen nach dem Spitzenreiter-Sturz gegen Schaumburg. Für die Brauereistädter klingt es fast wie Hohn, dass HVB-Vorstandsmitglied Marc Brandes im Anschluss sagte. „Mir zaubert heute niemand mehr das Grinsen aus dem Gesicht.“

Mühlenbruch will die Sorgen nicht als Entschuldigung gelten lassen. Das Personal-Puzzle müsse sich schnell finden, um nicht wie im Vorjahr eine „richtige Reise“ (19:30) zu kriegen, die das Aus aller Aufstiegsträume bedeutete. „Wir müssen alles dafür tun, nicht noch einmal so unter die Räder zu kommen“, betont der Wittinger Trainer. Von mehr will er erst einmal gar nicht sprechen. Was Mühlenbruch positiv stimmt ist das „Verletzten-Auto“: Die Verletzten fahren mit nach Barsinghausen, wollen die Verbliebenen unterstützen. „Wir rücken in der prekären Situation enger zusammen.“ Vielleicht macht der VfL aus der Not eine Tugend. Und rückt in der Tabelle tatsächlich dichter an Barsinghausen heran.

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