Fußball – Bezirksliga: Wahrenholz sorgt mit 3:1 gegen Primus Reislingen für Pauken-Befreiungsschlag

Big Points! Reitmeier bricht den Bann

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Sie hatten überraschend die Nase vorn: Der VfL Wahrenholz (l. Daniel Müller) düpierte den Spitzenreiter SV Reislingen-Neuhaus mit 3:1. Big Points im Abstiegskampf.

Wahrenholz. Sie holten das Allerletzte aus sich heraus. Jan Reitmeier sogar mehr, als ihm lieb war. . .

Sein Tor zum 2:1 kurz nach der Pause stand am gestrigen Sonntag symbolisch für einen VfL Wahrenholz, der sein letztes Hemd gab und mit dem 3:1-Pauken- respektive Befreiungsschlag gegen den Bezirksliga-Primus SV Reislingen-Neuhaus Groß(artig)es leistete. Wahrenholz lebt!.

Nur wenige Minuten, bevor Reitmeier dem Heimspiel die entscheidende Wende verlieh, hatte er sich aus Überanstrengung übergeben müssen. „Er ist mit einem Kreislauf-Kollaps zusammengebrochen“, erklärte VfL-Interimscoach Jens Sölter. Doch sein Aushilfs-Zehner biss nach einer kurzen Kühlung im Nacken auf die Zähne. „Jeder hat sich bis auf das Zahnfleisch auseinandergenommen“, sprach Sölter von einem unbändigen Einsatzwillen seiner Schützlinge. Zweites Paradebeispiel dafür war Lars Koch. Dieser hatte just vor dem 2:1 signalisiert, dass er runter will. Doch dann zog er einen letzten unwiderstehlichen 50 Meter-Sprint an und bereitete den Treffer mit den letzten Körnern vor. Job erledigt, Feierabend verdient für den Torschützen zum Wahrenholzer Ausgleich.

Anders als wenige Tage zuvor gegen die SV Gifhorn war der VfL nicht nervös an die Herkulesaufgabe herangegangen, fing sich aber dennoch sehr schnell das 0:1 (4.). „Aber die Köpfe gingen nicht runter“, unterstrich Sölter. Koch bügelte nach einem langen Ball alles genauso fix wieder gerade (10.). Das verlieh den Schwarz-Gelben weiter Auftrieb. Vor der Pause hatten die Gastgeber die besseren Chancen: Reitmeier etwa chipte einen Ball aus acht Metern in Bedrängnis über den Keeper.

Auch nach Wiederbeginn kam vom Spitzenreiter bis auf einen durchaus gefährlichen Freistoß von Luca Friedrich nicht wirklich viel. Dennoch geisterten allen Wahrenholzern die vielen späten Gegentore in jüngster Vergangenheit durch die Köpfe. Marcell Meyer, erst zwei Minuten zuvor für den dann völlig ausgelaugten Reitmeier eingewechselt, hielt dann bei einer Flanke die Birne hin. Das 3:1.

Sölter und Co. waren mega-erleichtert. Zumal auch der Drittletzte TSV Vordorf klar mit 5:1 bei STV Holzland gewann. So wahrte Wahrenholz den Vier-Punkte-Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz. Der Coach: „Das sind Big Points, mit denen man nicht plant. Wir müssen nur aufpassen, sie nicht woanders wieder in den Müll zu schmeißen...“

Von Ingo Barrenscheen

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