Handball – Oberliga Herren: Wittingen landet bei Basche zweiten Auswärtssieg

Big Points nach Nervenkitzel!

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Demonstrierte Nervenstärke im entscheidenen Moment: Torsten Meyer (am Ball) erzielte mit einem Dreher durch die Beine des Barsinghäuser Keepers das erlösende 29:27 für den VfL Wittingen beim zweiten Auswärtssieg dieser Oberliga-Saison.

Barsinghausen. Wenn sie in der Fremde gewinnen, dann nur mit Nervenkitzel inklusive. . .

Wie schon bei ihrem ersten Saison-Auswärtssieg sechs Wochen zuvor in Lehrte machten es die Oberliga-Handballer des VfL Wittingen auch gestern Abend im Schlüsselspiel beim Tabellenschlusslicht HV Barsinghausen mächtig spannend. Aber es langte: Das 29:28 (15:15) bedeutete Big Points zum Abschluss des Spieltags im niedersächsischen Oberhaus.

Denn tags zuvor hatten die Kellerkonkurrenten Helmstedt-Büddenstedt und Soltau verloren. So wuchs Wittingens Vorsprung auf die Abstiegsplätze wieder auf drei respektive vier Punkte an. Erst einmal leichtes Durchatmen. Genauso wie nach dem Schlusspfiff. „Es kommt ja ein bisschen Druck von hinten – deshalb wollten wir den anderen Teams zeigen: Wittingen kann auch auswärts“, war Trainer Christian Gades froh und erleichtert über das Ausrufezeichen. Gleichermaßen eine Trotzreaktion auf die bitterböse Packung eine Woche zuvor in Großenheidorn. Dementsprechend gut gelaunt war Gades aufgelegt: „Marten Schultze und Kai Eschert haben jetzt auch mitbekommen, wie es ist, auswärts zu gewinnen... Das wollten wir wieder haben, weil das Gefühl so geil ist.“

Nun ja, das Attribut ‘geil’ traf sicherlich auf die dazugehörige Leistung nicht zu. „Es war kein schönes Spiel“, räumte Gades unverhohlen ein. Doch darüber sah er wohlwollend hinweg. „Am Ende ist entscheidend, dass wir die zwei Punkte haben.“ Da waren Schönheitsfehler wie vergebene Sieben-Meter vergessen.

Ein ausschlaggebendes Kriterium gestern: Wittingen ließ sich durch nichts aus der Fassung bringen wie etwa die ersten zwei schwach abgeschlossenen Angriffe (0:2). „Es zählt immer nur die nächste Situation. Daran haben wir der Mannschaft immer wieder erinnert. Die Jungs haben immer wieder zu ihrem Spiel zurückgefunden“, so Gades. Es entwickelte sich ein zähes Ringen. Immer wieder wechselte die Führung ab – bis zum 15:15-Gleichstand zur Pause. Der VfL hätte auch zurückliegen können, doch bei zwei Tempogegenstößen packte Keeper Kevin Preißner Monster-Paraden aus.

Es blieb ein Nervenspiel. Beim Stand von 22:22 – in doppelter Überzahl wohlgemerkt – vergab Sebastian Schulze einen Strafwurf, doch ausgerechnet in eigener Unterzahl („Da haben wir den sechsten Feldspieler gebracht, um weiter ein gebundenes Spiel zu haben“) setzten sich die Brauereistädter auf 22:24 (52.) ab. Basche ließ sich aber nicht abschütteln, verkürzte immer wieder auf ein Tor. So auch 37 Sekunden vor Schluss beim 27:28. Der VfL in diesem Moment erneut mit einem Mann weniger auf der Platte. Doch Torsten Meyer bewies Nerven wie Drahtseile, erzielte mit einem Dreher durch die Beine des Barsinghäuser Keepers das 27:29. Die Erlösung.

Von Ingo Barrenscheen

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