Handball – Verbandsliga: Wittingen verliert 24:33 in Bergen

Pleite mit Ansage für die Jaja-Angsthasen

Nicht zu fassen! Der Verbandsliga-Spitzenreiter VfL Wittingen (l. Torben Banse, Timo Kiehm) wirkte in Bergen völlig gehemmt und ging 24:33 unter beim Kellerkind. Foto: Barrenscheen

Bergen. Wittinger, was heißt hier jaja. . . Axel Bühlow kam sich am Sonnabend vor wie Werners Meister Röhrich. Auch der Trainer hörte bei seinen Lehrlingen häufig nur die Ohren-auf-Durchzug-Reaktion.

Aus Jaja wurde ein Jojo(-Effekt): Der Verbandsliga-Primus bezog bei Kellerkind TuS Bergen eine empfindliche 24:33-Schlappe!.

„Das hatte sich abgezeichnet und war die Quittung dafür, dass wir nicht so konzentriert waren, wie man es erwartet“, meinte Bühlow mit Blick auf die drei vorangegangenen Wackel-Siege des einstigen Souveräns. Hinzu kam offenbar auch die berühmt-berüchtigte Bergen-Blockade der Brauereistädter. Kaum zu glauben, aber wahr: Der Auswärts-Angstgegner sorgte beim Tabellenführer für weiche Knie. „Das leidige Thema. Obwohl ich mit allen Mitteln versucht habe, es zu verdrängen, schwirrt es allen durch die Köpfe. Teils hatten wir richtig Angst“, registrierte Bühlow mit leichtem Entsetzen. Entzücken indes beim Gegner. Hurra, die Wittinger sind da! Der Coach frotzelte: „Sie waren richtig froh. Das war ein ganz anderer Soli-Beitrag. Aufbauhilfe Bergen statt Aufbauhilfe Ost...“

Und täglich grüßt das Murmeltier: Bühlow kam sich vor wie im falschen und erst in der Vorwoche geschauten Film. Wie gegen Wietzendorf legte Wittingen eine ordentliche Anfangsviertelstunde hin. Gleichstand bis zum 7:7. Doch völlig unvermittelt ging wieder das bekannte Ballern los. „Das war wirklich ein Déjà-Vu. Wir sind offenbar dafür zuständig, die Torhüter warm zu werfen“, haderte der VfL-Coach. In den letzten fünf Minuten der ersten Halbzeit schafften es der haushohe Favorit, mit sieben Toren in Rückstand zu geraten.

„Da war dann für die meisten der Drops schon gelutscht. Man hat in den Gesichtern gesehen: Die Kuh ist vom Eis“, registrierte Bühlow hängende Häupter. „Ich konnte die Mannschaft nicht mehr erreichen.“ Seine Worte verhallten. Die Umstellung auf eine offensive 4:2-Deckung fruchtete nur kurzzeitig, der VfL verkürzte auf fünf Tore.

„Sinnbildlich“ für die Verkrampfung und seltsame Bergen-Befangenheit sei dann die 50. Minute gewesen: Wittingen steht mit Sechs gegen Drei auf der Platte, aber auch „kurz vor einem Zeitspiel. Das muss man sich mal vorstellen“, war Bühlow fassungslos. Der Not-Heber landete anderthalb Meter neben dem Tor...

Von der Kritik ausgenommen waren nur die Witzke-Brüder Christopher und Andreas. Sie waren offenbar immun gegen den Bergen-Bammel.

Von Ingo Barrenscheen

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