Fußball – 1. Kreisklasse 1: Robin Werner im Liga-Talk

Parsaus Wonder-Kind

Den Ball immer fest im Blick: Torjäger Robin Werner (links) traf für den FC Germania Parsau schon satte 20 Mal in dieser Saison. Foto: Theuerkauf
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Den Ball immer fest im Blick: Torjäger Robin Werner (links) traf für den FC Germania Parsau schon satte 20 Mal in dieser Saison.
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Parsau. Er ist jung, er ist talentiert und gibt im Offensiv-Orchester den Ton an: Robin Werner.

Der Torjäger des FC Germania Parsau verrät im IK-Liga-Talk, was ihn als Voitzer in Parsau hält, was er gerade in den USA aufbaut und warum er dem Nachbarn Rühen nur ungern helfen möchte, wenn er mit seinem Team am Sonntag (15 Uhr) beim SV Westerbeck in der 1. Fußball-Kreisklasse antritt.

Der 19-Jährige studiert etwas in der hiesigen Auto-Landschaft Exotisches: Populäre Musik und Medien. Unter der Woche weilt er am Studienort Paderborn und pendelt freitags nach Hause. Ein duales Studium bei Volkswagen war nicht das Richtige, daher brach er es schnell wieder ab, um dann bei der Studienwahl genau ins Schwarze zu treffen. Musik ist seine Leidenschaft. Das wird auch bei seinem Nebenjob deutlich: Er ist für den SPH Bandcontest tätig, einen großen Wettbewerb für Nachwuchsmusiker, der sich die nachhaltige Förderung von talentierten Musikern auf die Fahne geschrieben hat. In Deutschland kommt diese Philosophie sehr gut an. Jetzt soll auch der US-amerikanische Musikmarkt mit diesem Konzept erobert werden. Werner kümmert sich um diese Exportpläne und meint: „Dieser Nebenjob passt perfekt zu meinem Studium.“ Und er kommt viel herum. Bei einer Messe durfte er kürzlich Bekanntschaft mit der Soul-Legende Stevie Wonder machen. „Das war schon cool“, schwärmt Werner.

Fußballerisch spielt für ihn aber nur in Parsau die Musik. Der Zusammenhalt bei den Germanen ist groß. Viele Teammitglieder begleiten Werner schon seit vielen Jahren – oder eigentlich immer. „Ich spiele mit den Jungs schon mein ganzes Leben zusammen Fußball.“ Daran soll sich auch nichts ändern, denn er habe „keine Ambitionen zu wechseln“. Anfragen gibt es – auch aus höheren Ligen. Doch: „Es ist am schönsten, wenn man es als Mannschaft schafft, höher zu kommen und man nicht nur einfach irgendwo hingeht und sich in das gemachte Nest setzt.“ Worte, die sein Trainer Niclas Pilz und das gesamte Germanen-Umfeld gerne lesen werden. Auf „längere Sicht“ sei der Aufstieg für die Germanen das Ziel. Aber erstmal müsse sich das junge Team – um im musikalischen Jargon zu bleiben – „noch besser eingrooven im Herrenbereich“. Eine große Rolle spielt dabei Parsaus Trainer Niclas Pilz. Werner lobt in höchsten Ton: „Er ist zwar erst 26, hat aber das Fußballwissen eines 40-Jährigen. Er hat eine klare Idee, wie wir erfolgreich sein können.“

Der Aufstieg ist in Parsau also (noch) kein Thema. Beim Nachbarn und Liga-Primus Rühen aber sehr wohl. Es kommt nicht häufig vor, doch wenn Parsau zum Tabellenzweiten Westerbeck fährt, werden die Rivalen aus Rühen den Germanen die Daumen drücken. Können sie Schützenhilfe erwarten? Werner scherzt: „Eigentlich wollen wir ihnen keinen Gefallen tun, sie wegen der Derbys in unserer Liga behalten.“ Doch er weiß auch um die Qualität und den Siegeswillen seiner Mannschaft. Von daher werden es die Parsauer „aber wohl doch tun“.

Von Michael Theuerkauf

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