Fußball – 1. Kreisklasse 1: Für Wiederaufsteiger Wittingen wiederholt sich Geschichte

Orakel Fetahu und das doppelte Déjà-Vu...

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Jubel, Trubel, Heiterkeit: Kreisliga-Rückkehrer VfL Wittingen/S. mit der eigenen c-Jugend, die am Wochenende ebenfalls Meister wurde.

Wittingen – Fußball-Geschichte wiederholt sich. Fast auf den Tag genau (es war der 25. und nicht der 26. Mai) sechs Jahre zuvor hatte Naim Fetahu mit dem VfL Wittingen/Suderwittingen durch ein 8:2 über den TSV Rothemühle den Aufstieg in die Bezirksliga realisiert.

Flankiert vom Schützenfest in Darrigsdorf. Offenbar ein gutes Omen. Denn so war es auch 2019. Durch ein 3:1 im Gipfeltreffen am Sonntag gegen den SV Hankensbüttel wurden die Brauereistädter wieder zu Königen für eine Partynacht. Abermals angeführt von Fetahu, für den das Ausbügeln des Betriebsunfalls im vergangenen Sommer eine Herzensangelegenheit war.

Naim Fetahu (Foto): Ich hoffe, dass wir in der Kreisliga eine gute Rolle spielen. Aber erst einmal müssen wir das Erreichte verdauen.

„Ich bin nicht nur Trainer – ich hänge sehr an dem Verein“, pointierte der Wittinger Meistermacher. Übrigens stellte das Darrigsdorfer Schützenfest nicht die einzige Parallele bei der Aufstiegs-Blaupause dar. Der Triumph über den (Tabellen-)Nachbarn HSV stellte den zwölften Sieg in Serie dar. „Genauso wie vor sechs Jahren“, unterstrich Fetahu. Der Coach selbst hatte zudem noch hellseherische Fähigkeiten erlangt. Am Tag vor dem Endspiel gegen Hankensbüttel hatte er zufällig noch mit HSV-Kicker Boris Ruder gescherzt, dass der Spitzenreiter die Partie mit 3:1 gewinnen werde. Gesagt, getan. „Sonst sagt bei uns immer Leotrim Kastrati die Ergebnisse voraus – aber er hat 3:2 getippt...“, grinste Fetahu.

Na klar war die Laune blendend bei allen Männern in Rot. Immerhin sei der Abstieg aus der Kreisliga angesichts des Kaders „ein Missverständnis“ gewesen, meint der Dirigent, der diesen Tiefpunkt allerdings nicht verursacht hatte und nun wieder ausgebügelt hat. Die Konkurrenz hätte Wittingen vor der Saison als Favoriten deklariert – doch immerhin seien fast zehn Spieler gegangen, relativiert Fetahu. „Da muss man erst einmal wieder eine Mannschaft formen.“

Doch mit Fleiß und Ehrgeiz arbeitete der Club (erfolgreich) am Unternehmen Wiederaufstieg. Und mitten hinein in die erste Euphorie rutschte VfL-Geschäftsführer Edgar Sorokin Angesicht zu Angesicht mit Fetahu direkt eine große Parole heraus: „Das war nur ein Zwischenstopp...“ Ganz so weit will sich der Trainer freilich nicht aus dem Fenster lehnen. „Ich hoffe, dass wir in der Kreisliga eine gute Rolle spielen. Aber erst einmal müssen wir das Erreichte verdauen.“

Wie schnell in Wittingen wieder ein vielversprechendes Ensemble zusammengewachsen ist, verdeutlicht auch ein Fakt mit Blick in die Zukunft: Für das geplante Trainingslager Anfang August in Malchow haben bereits 95 Prozent der Mannschaft zugesagt. Heute feiern, morgen arbeiten. Damit so etwas wie im tristen Sommer 2018 nicht noch einmal passiert.

Übrigens können die Brauereistädter ihr Meisterstück demnächst noch einmal auf Video sehen. Der Schlager wurde von einem Filmemacher aus Hannover gedreht, der schon einmal vor 19 Jahren in Wittingen die Kamera hatte mitlaufen lassen. „Damals habe ich selbst noch unter Peter Loeper gespielt“, entsinnt sich Fetahu. Der Regisseur hatte angesichts der Bedeutung der Begegnung vorab beim VfL angefragt, nach Rücksprache mit dem HSV gab’s dann das Go. „So eine Video-Analyse ist ja auch mal was Feines“, meint Fetahu. Um zu sehen, was in der Kreisliga noch besser werden kann.

VON INGO BARRENSCHEEN

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