Handball – Verbandsliga: Wittingens Vorsprung schmilzt

Oje! Auch bei Aue gibt’s Auswärts-Haue

Sinnbildliche Szene aus dem Hinspiel: Andreas Witzke und der VfL Wittingen wurden in Liebenau hart getroffen. Die dritte klare Auswärtsschlappe in Folge für den Verbandsliga-Spitzenreiter. Foto: ib

Liebenau. Ich glaub’ es geht schon wieder los, das darf doch wohl nicht wahr sein, dass man so total den Halt verliert! Schlagerbarde Roland Kaiser singt Axel Bühlow aus der Seele.

Für den Trainer des VfL Wittingen ist es ebenfalls ein Rätsel, dass beim Verbandsliga-Vordersten der alte (Auswärts-)Komplex wieder um sich greift. 28:34 beim SV Aue Liebenau: Zum dritten Mal hintereinander Fremd-Schämen.

So langsam wird die Luft dünner im Aufstiegskampf. Noch so ein Geist der Vergangenheit, den der Trainer am liebsten vertrieben wissen will. Warum auch in die Kerbe hauen, die ohnehin tief genug ist!? Bühlow: „Ich sage den Jungs immer: Wir müssen nach vorne gucken.“

Der Blick zurück auf den Sonnabend fiel dem Wittinger Coach (wieder einmal) schwer. „Wir nehmen uns so viel vor, können es aber nur phasenweise umsetzen“, haderte Bühlow mit der Abweichung zwischen Wunsch und Realität. Zehn Minuten lang war die Wittinger Welt in Liebenau in Ordnung – 4:4. Doch eine missglückte Aktion und schon „schmeißen wir alles über den Haufen“, monierte Bühlow. Den Knacks bestraften die Hausherren bitterböse. Aufbauhilfe für Aue. Verbandsliga-Topwerfer Malte Grabisch und Co. hatten freies Geleit, wurden überhaupt nicht angefasst vom Spitzenreiter. „Den Respekt holt man sich in der Deckung. Das haben wir nicht gemacht“, verwies der VfL-Coach auf die aussagekräftigen drei gelben Karten in der Strafen-Statistik. Harmlose Brauereistädter. Die Quittung ein 13:19-Rückstand zur Pause.

„Ich habe der Mannschaft gesagt: Es ist noch alles drin“, gab Bühlow Einblick in das Kabinengeflüster. Dem war auch so. Liebenau sei zunehmend die Luft ausgegangen. Vom Gastgeber kam eigentlich nicht mehr viel. Doch in Halbzeit zwei schlampte nunmehr die Abteilung Attacke bei Wittingen. „Wir haben anfangs gleich mehrere Tempogegenstöße verworfen.“ Teils schleuderte der VfL die Bälle blindlings nach vorn, warf zudem den Liebenauer Keeper berühmt. Bühlow: „Das war sehr fahrlässig. Ansonsten hätten wir das Spiel ohne Weiteres biegen können.“ So aber konnte der Abstiegskandidat den Vorsprung verwalten.

Der Trainer sieht in den zwei Wochen bis zum Heimspiel gegen Lüneburg Redebedarf. Einige Dinge müssen schnell aus den Köpfen. Sonst war der VfL die längste Zeit Kopf der Verbandsliga.

Von Ingo Barrenscheen

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