Fußball – 1. Kreisklasse 1: „Wundertüten“-Duell in Wahrenholz / Parsau-Coach Pilz glaubt nicht an ein Feuerwerk

Ohretal will Ehras Sieges-Strike verhindern

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Schocken sie auch den nächsten Gegner aus dem Boldecker Land? Hankensbüttel (l. Steffen Thoms) tritt in Tappenbeck an.

Wundertüten-Duell am Taterbusch: Die Partie des Aufsteigers VfL Wahrenholz II gegen den Absteiger VfL Wittingen/S. eröffnet am Sonntag um 13 Uhr den dritten Spieltag in der 1. Fußball-Kreisklasse 1. Interessante Paarungen stehen auch ab 15 Uhr bevor, etwa zwischen Seriensieger Ehra-Lessien und Ohretal oder zwischen den Topteams Tappenbeck und Hankensbüttel.

VfL Wahrenholz II – VfL Wittingen/S.

Zurzeit hat der VfL Wahrenholz II mit einer engen Personaldecke zu kämpfen. Es ist sogar schon so weit gekommen, dass die Haudegen aus der alten Herren aushelfen müssen. Zudem wird Trainer Ralph Meyer am Wochenende im Urlaub verweilen, kann daher nicht eingreifen als Mann an der Seitenlinie. „Wittingen ist eine Art Wundertüte. Wir aber auch“, so Meyer, der nicht gerade zuversichtlich auf das nächste Spiel blickt: „Die Punkte müssen wir woanders holen“, sagt er, betont dann aber auch: „Jetzt kann sich mal der zweite Anzug beweisen.“

TuS Ehra-Lessien – FC Ohretal

Den Erfolgsweg abschneiden: So lautet das Ziel des FC Ohretal (hinten l. Rasmus Banse) gegen Seriensieger TuS Ehra-Lessien (Ferdinand Gnonsio).

Imposante neun Siege am Stück, die Vorbereitungsspiele inkludiert, stehen nun schon saisonübergreifend für die Überflieger aus Ehra-Lessien in der Statistik. Überhaupt verließ das Team das Feld in den vergangenen 18 Partien nur einmal als Verlierer. „Ich bin selbst jedes Mal wieder beeindruckt, wozu die Mannschaft in der Lage ist“, kann es auch TuS-Trainer Jürgen Schenk kaum glauben, wie blendend es seit Wochen und Monaten läuft. Für ihn geht es derzeit eher darum, seine Schützlinge „auf den Boden der Tatsachen zu holen“. Die jüngsten Erfolge brachten aber auch die Schattenseite in Form von zwei Langzeitausfällen mit sich. Wo sein Team wirklich steht, werde sich auch erst jetzt herauskristallisieren, meint Schenk. „Ohretal ist eine andere Hausnummer.“ Besagter FCO begegnet der Ehraner Euphorie durchaus mit Respekt. „Der Trainer dort scheint einen guten Job zu machen. Die Siegesserie spricht ja ein bisschen für Ehra“, sagt Ohretals Vorreiter Matthias Bock. Nichtsdestotrotz sei es ein 50:50-Spiel. Die Rot-Grünen müssten ihre individuellen Böcke abstellen. „Das zieht sich schon seit einem halben Jahr hin. Wir wollen schauen, dass das zehnte Spiel für Ehra hoffentlich eine Niederlage wird...“

SV Tappenbeck – SV Hankensbüttel

Auf ein „interessantes und wahrscheinlich auch spannendes Duell“ stellt sich Tappenbecks Trainer Christian Grunwald gegen die hochgehandelten Hankensbütteler ein. Sein Team ist mit sechs Zählern aus zwei Spielen optimal gestartet, wobei der genauere Blick doch auch einige Schwächen beim SVT offenbarte. Daraus macht auch Grunwald keinen Hehl. „Phasenweise war es doch zerfahren, da waren schlechte Momente bei uns drin. Gegen die beiden Gegner (Bergfeld/Ohretal, Anm. der Redaktion) hat es noch gereicht. Aber gegen Hankensbüttel dürfen wir uns solche Lässigkeiten nicht erlauben.“ Der HSV sei nochmal eine Leistungsstufe höher einzuschätzen. „Wir werden einen guten Tag brauchen.“ Wobei Grunwald hofft, dass sich das womöglich auch positiv auswirken kann. „Vielleicht liegt es uns ja, wenn wir nicht immer das Spiel machen müssen.“

SV Barwedel – FC Germania Parsau

Mit Barwedel und Parsau prallen zwei Schicksalsgenossen aufeinander. Erst kassierten beide Teams eine richtige Packung, rehabilitierten sich aber am vergangenen Spieltag. Vom Papier her ein vermeintliches Topspiel – „aber ob es auch so sein wird, wage ich zu bezweifeln“, glaubt FC-Coach Niclas Pilz nicht an einen spielerischen Leckerbissen. Die Auftaktklatschen würden noch nachwirken. „Solche Spiele vergisst man nicht so schnell, das hat am Selbstvertrauen mehr als gekratzt. So etwas kann man auch nicht mit Zu-Null-Siegen abschütteln.“ Daher geht Pilz davon aus, dass beide Teams darauf bedacht sein werden, keine Fehler zu machen. „Es ist noch wichtiger als sonst, gut ins Spiel zu kommen.“

TSV Grußendorf – FC Brome II

Nach drei Pleiten am Stück ist von der Aufstiegseuphorie beim FC Brome II nur noch wenig zu sehen. Leichte Tristesse hat sich bei den Gästen eingeschlichen. Auch deswegen erwartet Spartenleiter René Wedekind nun eine Antwort der Mannschaft nach der Klatsche gegen Schönewörde: „Die Spieler müssen langsam mal verstehen, dass jedes Training und jede Partie wichtig ist für das Ziel Klassenerhalt. Vor allem die erfahrenen Spieler müssen vorneweg gehen.“ Die ersten Punkte sollen am Sonntag beim TSV Grußendorf her, sonst entwischt die Konkurrenz langsam aber sicher. „Wir wollen nicht das zweite Langwedel werden und mit einer einstelligen Punktezahl absteigen am Ende“, mahnt Wedekind. „Es ist an der Zeit“, so der Spartenleiter, „endlich ein Erfolgserlebnis zu landen.“

TSV Fortuna Bergfeld – TSV Schönewörde

Weil im Sportzentrum Schönewörde der Familienerlebnistag der Jägerschaft Gifhorn ausgerichtet wird, haben die TSV-Teams kurzerhand das Heimrecht getauscht. Derweil bläst Bergfelds Trainer Jörg Hoffmann Trübsal aufgrund des arg ausgedünnten Personals: „Spaß ist etwas anderes, momentan ist der Wurm drin. Aber was soll ich rumjaulen, wir müssen das Beste draus machen.“ Die Aufstiegseuphorie bei den Fortunen ist dadurch freilich etwas verflogen. „Wir waren so gut drauf“, seufzt Hoffmann. Trotzdem sind die Gastgeber bestrebt, gegen den Namensvetter die ersten Punkte in der neuen Spielklasse einzufahren.

TSV Brechtorf –SV Tülau/Voitze

Das hätten wohl nur wenige erwartet nach der vergangenen Saison. Der SV Tülau/Voitze grüßt mit sechs Punkten von der Tabellenspitze. „Und dann auch noch gegen Wittingen und Parsau“, staunt TSV-Trainer Andre Bischoff. „Das musst du erst einmal hinbekommen.“ Trotzdem wollen sich die Hausherren nicht verstecken. „Wir versuchen, wie schon gegen Wittingen, dem Gegner Paroli zu bieten und mitzuspielen. Auch wenn Tülau als Favorit in die Partie geht“, meint Bischoff. Dabei kann der TSV eventuell wieder auf seinen Stammkeeper zurückgreifen. Jonas Biniek steht nach einem Mittelhandbruch eventuell vor der Rückkehr zwischen die Pfosten.

Von Jannis Klimburg und Ingo Barrenscheen

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