IK-Nachspielzeit: Kuriose Strafe für FCO-Duo / Boese schmeißt bei Knesebeck II hin / Punktabzug wurmt HSV-Coach Matis

FC Oerrel: Würstchen im String-Tanga...

Die Zwei von der Grillstelle... Henning Holdhaus (l.) und Michael Kowollik lösten beim FC Oerrel eine heiße Strafe ein.
+
Die Zwei von der Grillstelle... Henning Holdhaus (l.) und Michael Kowollik lösten beim FC Oerrel eine heiße Strafe ein. 

Strafe muss sein. . . Der FC Oerrel schuf bei zwei Sündern im wahrsten Sinne des Wortes nackte Tatsachen.

Hankensbüttels Coach Richard Matis ist nach dem bitteren Punktabzug ein Stück schlauer geworden und Rühens Kicker schlagen die Derbysieg-Prämie ihres Trainers André Thiele aus – die Themen der heutigen IK-Nachspielzeit.

Mit einem breiten Grinsen marschierten die Spieler des SV Groß Oesingen vom Platz. Auch weit nach dem Abpfiff war die hervorragende Stimmung auf dem Vereinsgelände noch zu hören. Kein Wunder, die Mannschaft von Trainer Torben König hatte gerade mit 3:0 gegen den bis dato ungeschlagenen VfL Knesebeck gewonnen. Doch einen kleinen Wermutstropfen nahm der SVGO dann doch noch mit aus dem Spiel. Keeper Emanuel Münker wollten einen langen Ball klären, fiel dabei unglücklich auf seine Schulter. Doch König gab sofort Entwarnung: „Ganz so schlimm sieht es nicht aus. Ich gehe mal davon aus, dass er Mittwoch wieder im Tor steht.“ Für ihn rückte der Doppelpacker Niklas Dierks zwischen die Pfosten, machte seine Sache ganz ordentlich. Immerhin musste er kein Gegentor schlucken. König: „Ich glaube, bei ihm haben wir schon alles Positionen durch. Doch am liebsten stelle ich ihn natürlich noch in der Offensive auf“, unkte er. „Es ist gut zu wissen, dass man auch einen Feldspieler für die Torhüter-Position in der Hinterhand hat.“ Anscheinend ist beim SV Groß Oesingen derzeit gut lachen. Kein Wunder bei dem Höhenflug...

Henning Holdhaus (l.) und Michael Kowollik vom FC Oerrel mussten in knappem Outfit für das gesamte Team Bratwurst grillen.

Der FC Oerrel galt in der 2. Fußball-Kreisklasse zu Beginn der Spielzeit als Schießbude, kassierte in sieben Spielen 22 Gegentore. Seit einigen Wochen läuft es aber beim Team von Christian Axt: Auf zehn Zähler in den letzten vier Spielen kann der Coach zurückblicken – und das ohne Gegentor. Im Tor steht dabei ein etatmäßiger Feldspieler: Fabian Holdhaus. „Er macht seine Sache wirklich gut“, berichtete Axt. Außerhalb des Platzes ist die Stimmung im Team ebenfalls prächtig. Dafür sorgten auch Michael Kowollik und Henning Holdhaus. Da beide zuvor Gelb wegen einer Unsportlichkeit sahen, mussten sie vergangenen Freitag nach dem Training für die Mannschaft grillen. Bei fünf Grad im String-Tanga. „Ich habe dreimal gebraucht, um ein vernünftiges Foto zu machen, so sehr musste ich lachen“, schmunzelte Axt. Eine besondere Note hatte das leicht bekleidete Grillen, da beide daraufhin beim Heimspiel gegen Parsau II (4:0) besonders unter Beobachtung standen: Alle drei Treffer von Holdhaus – der als spielender Co-Trainer übrigens genauso wie sein Chef Axt seinen Vertrag bis Sommer 2020 in Oerrel verlängert hat – bereitete Kowollik vor. Die zwei von der Grillstelle punkten also auch, wenn es auf dem Platz um die Wurst geht...

Leichter Frust herrschte beim VfL Wahrenholz II nach dem 2:2 beim TSV Grußendorf. „Das fühlt sich dann eher an wie eine Niederlage, weil wir vor allem im ersten Abschnitt das Spiel dominiert haben“, ärgerte sich VfL-Coach Ralph Meyer. „Drei Chancen führen zu zwei Gegentoren. Das musste nicht sein.“ Das Team vom Taterbusch hätte die Gunst der Stunde ausnutzen sollen. Weil das Spiel der ersten Herren in der Bezirksliga ausfiel (das IK berichtete), konnte ein Trio bei der Reserve mitwirken. Die zuletzt angeschlagenen Spieler Marcell Meyer und Niklas Germer sowie Timo Neumann brachten das VfL-Spiel auf eine neue Ebene. Meyer sorgte mit einem Doppelpack sogar für die 2:0-Halbzeitführung. „Die haben schon den Unterschied ausgemacht, vor allem weil die Laufwege komplett anders waren“, staunte Coach Meyer nicht schlecht.

Im Überschwang des Derby-Triumphes beim FC Brome (3:1) verfiel André Thiele in Geberlaune. „Wir haben ja am nächsten Wochenende kein Spiel – vielleicht gebe ich den Jungs am Dienstag trainingsfrei...“, lachte der Coach des SV BW Rühen. Das wollte er sich eigentlich bis zum gestrigen Montag offen lassen. Doch seine Spieler nahmen ihm kurzerhand die Entscheidung ab. „Die wollen trainieren“, staunte Thiele über das ausgeschlagene Angebot. Dabei hatte er eigentlich überlegt, heute zum DFB-Pokal-Spiel des VfL Wolfsburg bei Hannover 96 zu fahren. „Aber da die Jungs trainieren wollen, bleibe ich daheim...“

Unfreiwillig ist Richard Matis am vorletzten Spieltag zum Lehr-Beispiel für alle Fußball-Trainer aus dem Kreisgebiet geworden. Denn dem Coach des SV Hankensbüttel unterlief ein Lapsus, der womöglich auch einigen seiner Kollegen nicht geläufig gewesen sein dürfte. Im Heimspiel gegen den TSV Brechtorf wechselte Matis zur Pause den Youngster Hannes Kroll ein, der dann sogar zweimal stach. Problem an der Sache: Der Doppelpacker hatte vorab bereits in der Zweiten mitgewirkt. „Jugendspieler dürfen an einem Tag aber nur in einer Herrenmannschaft eingesetzt werden“, musste sich Matis im Nachhinein belehren lassen. „Diese Regel war mir in keinster Weise bekannt.“ Konsequenz: Der Hankensbütteler 4:1-Sieg wurde in ein 0:5 umgewertet! Ein herber Verlust im Aufstiegsrennen. Matis erste Reaktion: „Ich war pappsatt! Das war ein richtiger Denkzettel und echt richtig bitter.“ Doch am Sonntag hatte der HSV-Übungsleiter seinen Frust schon wieder in Trotz umgemünzt. „Wir sind stabil. Es sind auch gleich positive Signale aus der Mannschaft gekommen.“ Erst aufmunternd, dann in Form des 4:0-Sieges über den SV Jembke.

Mit einem personellen Paukenschlag endete der Spieltag in der 2. Kreisklasse 1: Bernd Boese hat die Kommandobrücke des VfL Knesebeck II verlassen! Der Coach trat nach der Last Minute-Pleite des Schlusslichts im Kellerduell beim SV Teutonia Tiddische zurück. Wobei das aktuelle Ergebnis nicht mehr ausschlaggebend gewesen sei, wie er betonte. „Nach dem Spiel gegen Oerrel (0:5, Anm. der Redaktion) habe ich mir die ganze Woche Gedanken gemacht. Sie können ja Fußball spielen, aber warum machen sie es nicht!? Ich hatte das Gefühl, dass ich die Mannschaft nicht mehr erreiche.“ Also selbst wenn die Einhörner am Sonntag gewonnen hätten – Boeses Entschluss, nach knapp zwei Jahren seinen Hut zu nehmen, stand schon unwiderruflich fest. Jetzt will er erst einmal Abstand gewinnen. „Eventuell mache ich zur neuen Saison dann wieder etwas.“ Betreuer Andreas Buchwald wird bis auf Weiteres die Reserve anleiten.

Sie haben nicht nur vorbildlich gespielt, sondern sich auch noch vorbildlich verhalten: Die Fußballer vom VfR Wilsche-Neubokel sind jüngst im Zuge des VGH-Fairness-Cups 2017/18 ausgezeichnet worden, bei dem die fairsten Fußballmannschaften Niedersachsens ermittelt und geehrt werden. Zu den über 40 Preisträgern im Land zählte auch der Bezirksliga-Aufsteiger: Die Mannschaft von Bernd Huneke wurde von der VGH-Regionaldirektion Celle, vertreten durch den Vertriebsleiter Andreas Kohlrautz und Christian Meyer von der VGH-Agentur Gamsen, im Rahmen einer Feierstunde im Sportheim am Wilscher Maschstadion gewürdigt. Den Pokal sowie einen Scheck über 500 Euro für Sportartikel nahmen der Kapitän Alexander Wakengut und die stellvertretende Jugendleiterin Rosi Feierabend dankbar entgegen. Der Gutschein wurde zum Teil für die Anschaffung von Trainingsmaterialien, die auch allen Jugendteams der JSG Gifhorn Nord in Wilsche zur Verfügung stehen, eingesetzt.

Von Ingo Barrenscheen, Jannis Klimburg und Rouven Peter

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare