25. Kreissporttag bringt strukturelle Änderung hervor

Novum beim Kreissportbund Gifhorn: Vorstandsteam statt Vorsitzender

Der neu strukturierte Vorstand des Kreissportbunds Gifhorn mit dem bisherigen Vorsitzenden Hans-Herbert Böhme (M.) und KSB-Geschäftsführer Martin Roth (4. v. l.) plus vier der sechs gewählten Mitglieder des Hauptausschusses beim 25. Kreissporttag.
+
Der neu strukturierte Vorstand des Kreissportbunds Gifhorn mit dem bisherigen Vorsitzenden Hans-Herbert Böhme (M.) und KSB-Geschäftsführer Martin Roth (4. v. l.) plus vier der sechs gewählten Mitglieder des Hauptausschusses beim 25. Kreissporttag.
  • Ingo Barrenscheen
    VonIngo Barrenscheen
    schließen

Der Kreissportbund (KSB) Gifhorn hat keinen Vorsitzenden mehr. Was zunächst dramatisch klingt, ist aber genau so gewollt. Denn die Stelle ist nicht vakant – die Delegierten der Vereine stimmten vielmehr beim 25. Kreissporttag einhellig für eine umfangreiche Satzungsänderung. Demzufolge soll der Dachverband nunmehr nicht mehr von einer Einzelperson, sondern von einem Team aus gleichberechtigten Vorständen geführt werden.

Ein Posten unbesetzt

Dazu wählte die Versammlung in der IGS Sassenburg außer Hans-Herbert Böhme, dem bisherigen KSB-Chef, Birte Kallweit und Aziz Can Özcan. Ein weiterer vorgesehener vierter Posten konnte am Dienstag hingegen nicht besetzt werden. Als kooptiertes Mitglied ist Geschäftsführer Martin Roth der fünfte im Bunde. Die Frage eines Delegierten, was bei einem Patt im Vorstandsteam passieren würde, beantwortete Böhme. „Dann gehen wir nach Hause und es wird weiter diskutiert, bis eine Entscheidung gefallen ist.“ Denn es sollen die besten Argumente zählen. Allerdings sei man guter Dinge, dass man es schaffen werde, fügte Roth hinzu.

Im Team zeitgemäßer

Als Gründe für einen Vorstand aus gleichberechtigten Mitgliedern nannte Böhme die Sorge, dass es in Zukunft nicht mehr genügend Leute in der Führungsriege geben könnte. Schon einmal hatte es eine mehrjährige Vakanz beim Amt des Vorsitzenden gegeben, auch derzeit sind einige Posten unbesetzt. Zudem entspreche ein Team einer moderneren Gestaltung. „Jedes Vorstandsmitglied soll sich einbringen, wie es möchte“, so Böhme. Für besondere Aufgaben können Beauftragte oder Ausschüsse einberufen werden.

„Dann gehen wir nach Hause und es wird weiter diskutiert, bis eine Entscheidung gefallen ist.“

Hans-Herbert Böhme auf die Frage hin, was bei einer Patt-Situation im neuen KSB-Vorstandsteam passieren würde

Als weitere wesentliche Neuerungen der Satzung stellte Roth vor, dass die Delegierten eines Vereins künftig mit einer Stimme reden sollen. Zudem werden Anträge spezifiziert und in Dringlichkeits- und Initiativanträge sowie besondere Anträge unterteilt. Einmal jährlich soll der Hauptausschuss, bestehend aus Vertretern von sechs Vereinen, zwischen den Kreissporttagen zusammenkommen. In dieses Gremium wurden Bernd Roleder (TuS Müden-Dieckhorst), Eckhard Meyer (VfL Knesebeck, Erich Jendrischeck (MTV Stöcken), Uwe Fredrich (TSV Fortuna Bergfeld), Martina Genzler (VfR Wilsche/Neubokel) und Oliver Rautenberg (TSV Meine 09) gewählt.

Satzung erfährt Update

Künftig sind Versammlungen grundsätzlich in Präsenz auszuführen, allerdings sind auch Online- oder Hybridformen möglich, sofern sie etwa aufgrund einer Pandemie geboten sind. Zudem gibt es die Möglichkeit von Umlaufverfahren. Insgesamt sei die Neufassung aus Gründen der Schärfung und Profilbildung, für eine klare Struktur bezüglich der Paragraphen und deren Inhalten sowie der Anpassung an veränderte gesetzliche Rahmenbedingungen notwendig geworden, betonte KSB-Geschäftsführer Roth. Auch der Datenschutz wurde besonders in der Satzung berücksichtigt.

Heilmann verspricht mehr Förderungen

Der designierte Landrat Tobias Heilmann hatte zu Beginn stellvertretend für den Landkreis gesprochen. „Ich freue mich, dass es im Landkreis im Gegensatz zu anderen Gebietseinheiten keinen Mitgliederschwund bei den Vereinen aufgrund der Pandemie gegeben hat.“ Für seine Zukunft als Landrat nannte er drei Ziele. „Ich werde mich dafür einsetzen, dass es im Schützenwesen keine größeren Veränderungen bei den Verordnungen geben wird.“ Im Gespräch sind schärfere Waffengesetze. Positiv einbinden will er Menschen mit Behinderung, auch deshalb, weil die Landesspiele der Special Olympics im kommenden Jahr in Hannover und damit „vor der Haustür“ stattfinden. Als dritten Punkt nannte Heilmann, den Betrag im Sportstättenförderprogramm zu erhöhen. Zwar entscheide der Kreistag, aber er werde einen Vorschlag machen, der schwerlich abzulehnen sei.

Der bisherige Kreissportbund-Chef Hans-Herbert Böhme trug beim 25. Kreissporttag in der IGS Sassenburg die Gründe für die Vorstands-Neuordnung vor.

In ebendiesem Programm sind 2021 alle 22 Anträge der Vereine genehmigt worden, erklärte Dr. Sören Hoffmann, Referent für den Sportstättenbau. Daher können die Vereine im kommenden Jahr mit den geplanten Maßnahmen beginnen. Für das kommende Jahr sind 35 Anträge eingegangen. Anträge für 2023 sind bis zum 15. September 2022 einzureichen, sagte Hoffmann. „Wir tun viel für unsere Mitglieder, so dass die Sportstätten moderner werden.“ Er verwies zudem auf eine 90-prozentige Fördermöglichkeit des Bundes bei der Erneuerung von Beleuchtungen bei den Sportstätten.

Beitragserhöhung beim nächsten Kreissporttag?

Möglicherweise könnte beim kommenden Kreissporttag eine „moderate Beitragserhöhung“ auf die Mitgliedsvereine zukommen, kündigte Böhme an. Die Finanzsituation in den letzten zwei Jahren sei „schwieriger“ geworden, vor allem aufgrund fehlender Erstattungen. Vorgenommene Einsparungen werden sich erst im kommenden Jahr auswirken.

Sprechstunde in Präsenz zurück

Erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie konnten zuletzt beim KSB Gifhorn wieder Sprechstunden der Sportreferentinnen in Präsenz stattfinden, berichtete Geschäftsführer Martin Roth. Im Verlauf des Kreissportages hatten die Referentinnen ihre Projekte und Angebote der vergangenen drei Jahre und die Pläne für die Zukunft vorgestellt, die vor allem zu einer vermehrten Einbindung von Kindern und Jugendlichen sowie Menschen mit Behinderung, queeren Menschen und Menschen mit Migrationshintergrund führen sollen. Zudem gibt es Fortbildungskurse, zum Teil in Präsenz, aber auch online. Das inklusive Sportfest, das kürzlich in Isenbüttel stattfand, soll im kommenden Jahr in Wittingen ausgerichtet werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare