Fußball – Kreisliga, Hinrunden-Rückblick Teil I: VfL Germania Ummern grüßt von ganz oben / SV BW Rühen überrascht

Nordkreis-Triumvirat überwintert an Spitze

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Beide lauern auf den Sprung an die Spitze: Der Tabellendritte VfL Knesebeck (l. Andre Haven) und der starke Aufsteiger SV BW Rühen stehen zur Winterpause blendend da.

Die Mannschaften befinden sich in der Winterpause, also wird es Zeit für einen Rückblick in der Fußball-Kreisliga. Und dort stehen gleich drei Teams aus dem Nordkreis an der Spitze.

• VfL Germania Ummern (1. Platz / 31 Punkte / 53:28-Tore): Derzeit herrscht Friede, Freude, Eierkuchen beim VfL Germania Ummern. Keine Überraschung bei der Platzierung. Doch das war nicht immer der Fall. Denn als Trainer Jörg Drangmeister bei den Germanen das Amt von Thorsten Hahn übernahm, hing der Haussegen schief. „Die Stimmung war im Keller. Einige Spieler wollten den Verein sogar verlassen“, berichtet Drangmeister. Insbesondere die Defensive habe sich vernachlässigt gefühlt, weil alle nur über die brillante Offensive geredet hätten. Mittlerweile ist das anders. Drangmeister änderte das Spielsystem, brachte mehr Balance rein. „Wir haben an einigen Stellschrauben gedreht – und das hat auch direkt gefruchtet“, betont er. Das zeigt sich vor allem an den wenigen Gegentreffern in den vergangenen sechs Partien – vier an der Zahl. Dennoch weiß Drangmeister, dass es in der Rückrunde schwierig sein wird, den Platz an der Sonne zu halten. Doch kampflos wollen die Ummeraner die Spitzenposition bestimmt nicht herschenken: „Die Qualität für den Aufstieg ist auf alle Fälle vorhanden“, bekräftigt der Trainer. Dennoch: „Viele andere Teams sitzen uns noch im Nacken und werden uns jagen.“

• SV BW Rühen (2. Platz / 28 Punkte / 44:23-Tore): Als Aufsteiger direkt vorgeprescht auf Platz zwei – davon hätte Andre Thiele vor Saisonbeginn nicht zu träumen gewagt. Zumal mit ihm ja auch noch ein neuer Trainer auf der Kommandobrücke installiert worden ist. „Ein überragendes Jahr. Wir haben uns verdient den zweiten Platz geangelt“, rekapituliert er die Steilvorlage seines Vorgängers Sören Henke gleich mit. Ob er denn überrascht sei, dass sein Team so auftrumpft? „Hmhh... Ich bin eher überrascht davon, dass die anderen Mannschaften nicht so stark waren, wie ich sie eingeschätzt hätte“, meint Thiele. Was in seiner Riege steckt, war ihm vorher bereits bewusst. Er selbst habe ja nur den Feinschliff gemacht, den Rest erledigten die Blau-Weißen von allein. „Die Mannschaft ist enorm aufnahmefähig und hat das System perfekt aufgenommen.“ Thiele selbst kam sich nie vor wie ein Neuling. Rühen sei so von den anderen Clubs auch nie empfangen worden.

Logo: Das ursprüngliche Saisonziel Klassenerhalt würde dem SVR nun niemand mehr abkaufen. Das weiß auch Thiele. „Ich will aber auch kein neues Ziel ausgeben. Das kam gut an, dass wir nicht müssen, sondern befreit aufspielen können.“ Diese entspannte Linie wollen die Rühener weiterfahren.

Als Entdeckung der Hinrunde hat der SV-Coach übrigens Julian Magnus ausgemacht: Den vorherigen Bankdrücker funktionierte er zum Innenverteidiger um. „Er ist der Durchstarter und hat von der Entwicklung her komplett überzeugt.“ Wie im Grunde das komplette Team.

• VfL Knesebeck (3. Platz / 28 Punkte / 35:14-Tore): Nicht wenige Trainer sehen – in der eng gestaffelten Spitzengruppe – die Einhörner aus Knesebeck noch eine Nüsterlänge vorn. Und auch Trainer Detlef Weber will nicht verhehlen, dass der VfL „mit seinen individuellen Fähigkeiten in der Breite schon mit die beste Mannschaft“ stellen würde. Dennoch hütet er sich vor Aufstiegs-Parolen. „Wir hatten das Ziel, nach ganz oben den Abstand gering und für uns selbst die Spannung hochzuhalten. Das haben wir geschafft. Die Ziele für die Rückrunde müssen wir noch neu definieren. Aber es nützt nichts, da zu hoch zu greifen.“ Umso größer ist die Falltiefe.

Hochzufrieden könne Weber mit dem bisherigen Verlauf nicht sein. Dafür hätte es zu viele Unentschieden (vier) gegen Teams von unten gegeben. Dennoch hat Knesebeck saisonübergreifend von 20 Pflichtspielen nur eines verloren. „Das ist schon topp.“ Der 4:3-Erfolg gegen den FC Brome ist Weber etwa im Gedächtnis haften geblieben. „Das war von der Intensität her schon nicht mehr Kreisliga-Niveau. Schön, so etwas zu erleben.“

Wichtig sei, dass das Team weiterhin von schwerwiegenderen Verletzungen wie bei Felix Garms (Schienbeinbruch) verschont bleiben würde. Andere Säulen wie Niclas Zierenberg oder Simon-Miles Soika mussten auch wochenlang zuschauen. Knesebeck hofft, dass zur Rückserie Stammkeeper Lukas Peschka vielleicht wieder fit ist. Er musste sich im November einem Eingriff in der Hand unterziehen, weil ein kleiner Knochen gebrochen war. Mit Winter-Zugang Marius Heimlich vom SV Westerbeck wurde das Prunkstück Abwehr noch weiter geschmückt. Er könne auf mehreren Positionen spielen. Apropos: So wurde ein Malte-Alexander Gerke etwa zum Sechser umgeschult. Weber: „Er war überragend gegen Ummern und Rühen. Das sind auch neue Erkenntnisse, die uns weiterbringen. Dass wir noch flexibler spielen können.“

Von Ingo Barrenscheen und Jannis Klimburg

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