Fußball – Kreisliga-Hinrunden-Rückblick, Teil 2: Oesingen, WSC und Rühen gefährdet

Die Nordkreis-Sorgenkinder

Das zweite Jahr ist bekanntlich das schwerste: Das scheint sich für den SV BW Rühen (Kevin Rusch) zu bewahrheiten. Das Team ist nach der Hinserie nur Zwölfter...

Isenhagener Land – Das IK hat es jüngst bereits skizziert: Läuft es dumm, könnte am Ende dieser Saison in der Fußball-Kreisliga durch die gleitende Skala aus dem Bezirk gleich vier Mannschaften der Bannstrahl treffen.

Mittendrin im Existenzkampf steckt das Nordkreis-Trio SV Groß Oesingen, Wesendorfer SC und SV BW Rühen. Teil 2 des Hinrunden-Rückblicks.

SV Groß Oesingen

9. Platz, 14 Spiele, 16 Punkte, 31:36 Tore:

Zumindest in einer Bilanz nimmt das König-Team, wie in früheren Jahren schon, auch die Königs-Rolle ein – im Fairness-Tableau mit nur 15 Gelben Karten... Ein netter Nebeneffekt, der den SV Groß Oesingen aber nicht wirklich hinwegtrösten wird über eine relativ verkorkste Halbserie. Wobei Coach Torben König auch ganz klar betont: „Wir wissen, dass es keine gute Runde war. Aber unsere Leistungen passen nicht zu den Ergebnissen. Es ist ja nicht so, dass wir jedes Mal verdient verloren haben. Das müssen wir in den Griff kriegen und effizienter werden.“ Der SVGO stand sich, gemäß der Spielverläufe, oft selbst im Weg. Wenngleich der Vorjahres-Pokalfinalist schon satte 36 Gegentore schlucken musste, sieht König nicht unbedingt ein Defensiv-Problem. „Wir waren meist die Mannschaft mit den meisten Gegentoren im oberen Tabellendrittel. Aber wir waren auch meist die, die ein Tor mehr als der Gegner geschossen haben...“ Bei der Kaltschnäuzigkeit haperte es bisweilen doch sehr. Siehe das Heimspiel gegen Wittingen (1:4), als die Oesinger zur Pause klar hätten führen müssen. „Ich mache mir immer Zettel. In dem Spiel musste ich eine zweite Seite anbrechen, das ging auf keine Kuhhaut“, schüttelt König immer noch ungläubig den Kopf über den Chancenwucher. Doch in ihm wohnt auch das Urvertrauen in die Stärken seiner Schützlinge. Daher brennt auch nicht der Tannenbaum angesichts der ungewohnt prekären Lage. „Im Moment bin ich noch ziemlich entspannt.“

Wesendorfer SC

11. Platz, 14 Spiele, 14 Punkte, 23:42-Tore:

Schwächstes Auswärtsteam. Die drittwenigsten Treffer (23) erzielt. Die zweitmeisten (42) kassiert. Allein diese Zahlen untermauern, warum der Wesendorfer SC wieder einmal den Jahreswechsel in Abstiegsangst verbringt. Aber immerhin: Derzeit stehen noch vier Teams hinter dem WSC, das würden im Fall aller Fälle reichen. Ganz unverblümt räumt Trainer Matthias Hopp ein: „Das ist Mathematik und nicht von der Hand zu weisen. Wir stehen zurecht da, wo wir stehen. Weil wir es nicht schaffen, Konstanz zu halten.“ Immer wieder andere Aufstellungen, eine große Lücke im Sturm durch den Abgang von Waldemar Bier, defensive Defizite und dazu ein unbefriedigender Trainings-Betrieb („Wir mussten viele Einheiten ausfallen lassen, weil die Leute fehlten...“) – für Hopp ausschlaggebende Kriterien. Die er schon seit geraumer Zeit anprangert, ohne allerdings ein Umdenken in den Köpfen seiner Spieler festgestellt zu haben. Daher werde es „eine enge Kiste“. Immerhin verhinderte die Riege um Dauerbrenner Manuel Schupp (verpasste nicht eine Minute) mit sieben Zählern aus den letzten vier Spielen einen noch dramatischeren Zwischenstand und verbuchte auch „drei Lichtblicke“ gegen Groß Oesingen, Kästorf II und zu guter Letzt beim FC Schwülper: Ausgerechnet beim Top-Titelkandidaten holte der WSC die bislang einzigen Auswärtspunkte durch einen 2:1-Sieg.

Allerdings muss der WSC künftig wieder auf Turbo Joel Hoffmann verzichten, der nach nur einem halben Jahr zurück zum Bezirksligisten TSG Mörse wechselt.

SV BW Rühen

12. Platz, 13 Spiele, 13 Punkte, 17:29-Tore:

13 Partien, 13 Punkte: Das ist nicht das, was sich die Rühener erhofft hatten. „Natürlich sind wir nicht zufrieden“, macht BW-Trainer Matthias Weiß deutlich. Dennoch weiß er auch: „Die Mannschaft musste mich kennenlernen, umgedreht war es genauso.“ Hauptmanko der Blau-Weißen war die Chancenverwertung. „Wir haben die Dinger vorne oft nicht gemacht, waren hinten dann im Gegenzug nicht stabil und haben uns einfache Fehler erlaubt“, blickt Weiß zurück. Was folgte, waren unnötige Niederlagen und somit fehlende Punkte. Unter dem Strich ist somit Abstiegskampf angesagt. „Ich bin aber zuversichtlich, dass wir den Bock in der Rückrunde umstoßen werden. Die Trainingsbeteiligung ist gut, die Jungs motiviert“, verrät Rühens Übungsleiter. Erst einmal wollen die Blau-Weißen so schnell wie möglich aus dem Keller gelangen. „Der Rest kommt von ganz allein“, so Weiß. Gern erinnert er sich an das Gastspiel in Westerbeck, das mit 2:0 („Da haben die Jungs alles reingeworfen und sehr diszipliniert gespielt“) siegreich gestaltet wurde, zurück. In negativer Hinsicht in Erinnerung geblieben ist ihm hingegen der Auftritt in Wittingen (4:7): „Da haben wir uns viel zu einfache Fehler erlaubt.“ Personell unverändert wollen es die Rühener im zweiten Teil der Spielzeit aber wesentlich besser machen.

VON INGO BARRENSCHEEN

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