Scharfe Kritik von Distelrath

NFV kontert LSB-Zeitplan zum Re-Start: „Wir sagen nein!“

Das neue NFV-Präsidium nach dem 46. Verbandstag
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Das neue Präsidium des NFV mit dem Vorsitzenden Günter Distelrath (sitzend 2. v. r.) nach dem online abgehaltenen 46. Verbandstag.
  • Ingo Barrenscheen
    vonIngo Barrenscheen
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Nicht mit uns! Dieses klare Signal hat der Niedersächsische Fußball-Verband (NFV) beim 46. Verbandstag an den Landessportbund gesendet. Dieser fasst erst ab dem 23. Juli die Rückkehr in den Mannschaftssport ins Auge.

  • Einen Re-Start für den Kontaktsport in Mannschaftsstärke erst ab dem 23. Juli lehnt der NFV kategorisch ab.
  • Verbandsspitze will sich beim Wiedereinstieg nach landesweiten Inzidenzwert richten.
  • Günter Distelrath verweist auf die „Kraft des Fußballs“.

In den Augen des wiedergewählten NFV-Präsidenten Günter Distelrath stellt das ein absolutes No-Go und klares Eigentor dar. Die für weitere drei Jahre im Amt bestätigte Fußball-Führungsfigur Niedersachsens will sich mit der Sperrfrist für Amateure bis in den tiefen Sommer hinein nicht anfreunden. Denn dies wäre gleichbedeutend mit dem unweigerlichen Abbruch der aktuell ausgesetzten Fußball-Saison 2020/21. Es wäre die zweite Spielzeit in Folge, die durch den Covid 19-Virus ausgebremst werden würden. Die womöglich gravierenden sportlichen Folgen wären nicht absehbar. Stattdessen will sich der NFV nach den – letztlich maßgeblichen – örtlichen Verfügungslagen orientieren und rechnet mit der Freigabe des Kontaktsports in Mannschaftsstärke bei einem landesweiten Inzidenzwert von unter 50.

Für NFV nicht plausibel

Am avisierten Zeitplan des LSB übte Distelrath indes scharfe Kritik. Dieser basiert auf dem Corona-Stufenplan 2.0 der Landesregierung. Der angedachte Re-Start-Termin „ist für uns weder plausibel noch akzeptabel. Dazu sagen wir in aller Deutlichkeit nur ein Wort: Und dieses heißt: Nein! Wir sagen nein, dass erst ab dem 23. Juli im Mannschaftssport die Rückkehr zum gewohnten Sportbetrieb möglich sein soll“, ging der NFV-Vorreiter auf verbalen Konfrontationskurs.

Dazu sagen wir in aller Deutlichkeit nur ein Wort: Und dieses heißt: Nein! Wir sagen nein, dass erst ab dem 23. Juli im Mannschaftssport die Rückkehr zum gewohnten Sportbetrieb möglich sein soll.“

NFV-Präsident Günter Distelrath zum angedachten Zeitplan des LSB Niedersachsen

Früherer Start gefordert

Auch deshalb formulierte Distelrath ohne Federlesens die Kontra-Vorstellungen des NFV: „Wir fordern einen weitaus früheren Wiederbeginn von Training und Wettkampfsport ein, sofern es der Inzidenzwert zulässt, und dies wäre ein Wert zwischen 50 und 25. Konkret bedeutet dies einen Wiederbeginn von Trainingsmöglichkeiten in festen Gruppen im Verein ab März und einen Beginn von Wettkampfsport in Gruppenstärke von bis zu 50 Personen ab April.“ Wobei niemand selbstverständlich weiß, ob die Inzidenzwerte bis dahin tatsächlich das genannte Level erreicht haben...

„Fußball wichtige Kraft“

Darüber hinaus erinnerte Distelrath die Verantwortlichen noch einmal „nachdrücklich daran, dass der Fußball eine ungemein wichtige Kraft ist, um unsere Gesellschaft zusammen zu halten. Eine Kraft, die unser Land mehr denn je braucht.“ Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil sprang ihm bei der erstmals digital ausgetragenen Sitzung in diesem Punkt flankierend zur Seite. „Im Sport sehen wir besonders stark, was wir derzeit nicht haben.“

Gefahr gering!?

Ohne Frage plädiert auch der NFV-Präsident für einen verantwortungsvollen Übergang vom Lockdown in den Normalzustand. Dieser müsse allerdings berücksichtigen, „dass beim Fußballspielen im Freien eine Übertragung des Corona-Virus mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auszuschließen ist“. Zudem sei Fußball im Gegensatz zum Boxen oder Ringen keine Kontaktsportart im Sinne langanhaltender, statischer Ganzkörperkontakte mit hohem Infektionsrisiko, „sondern vielmehr eine Sportart mit Kontakten über wenige Sekunden mit geringer Kontaktfläche.“

Keine Zukunftssorgen

Komme, was wolle: Der NFV-Präsident sieht trotz der beunruhigenden Zeiten nach wie vor ein großes Wir-Gefühl unter Niedersachsens Kickern. Und das lässt ihn ungeachtet aller potenziellen Hürden optimistisch vorausblicken: „Wenn ich sehe, mit welcher Kreativität, mit welchem Einsatz und mit welcher Entschlossenheit in den Vereinen, Kreisen und Bezirken des NFV gearbeitet wird, dann habe ich keinen Zweifel daran, dass wir trotz aller Herausforderungen für die Zukunft gut aufgestellt sind.“

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