Fußball – Kreisliga: Edelfan Böttcher integriert Geflüchtete aus Syrien, Iran, Gambia und dem Sudan

Neue Offensivpower für VfL Vorhop

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Jetzt auch spielberechtigt: Mohamed Allah Moradi (l.) aus Syrien dribbelt in der kommenden Saison für den VfL Vorhop.

Vorhop. Zusammenhalt wird beim Fußball-Kreisligisten VfL Vorhop großgeschrieben. Das ist wahrlich keine Neuheit mehr. Wirklich jeder ist beim gallischen Dorf herzlich willkommen. So auch Mohamed Allah Moradi, Madhi Alizadh, Musa Ceesey und Mohamend Atta.

Die vier Geflüchteten aus den Ländern Syrien, Iran, Gambia und Sudan sind mittlerweile für die Rot-Weißen spielberechtigt. Das Quartett bringt die Vorhoper auf eine neue Stufe und der VfL gibt den vier Akteuren eine Menge zurück. Eine wahre Symbiose.

Doch wie kam der Kontakt zwischen den beiden Parteien eigentlich zustande? Barbara Böttcher, ehemals angestellt bei der Jugendbetreuung in Wittingen, sorgte sich um die 18-jährigen Jungs und brachte sie mit zu ihrem Lieblingsverein VfL Vorhop. „Barbara ist ein Fan der ersten Stunde. Sie steht bei jedem Heim- und Auswärtsspiel an der Seitenlinie“, meint VfL-Abteilungsleiter Nicky Urbanitsch. Weil Böttcher sich eben so sehr um die Flüchtlinge kümmert, wird sie von ihnen auch nur liebevoll Mama genannt. Die Schönewörderin hat den Neuankömmlingen das Leben in Deutschland gehörig erleichtert, sich unter anderem um eine Unterkunft, Sprachkurse und Praktika bemüht. „Es ist einfach ihre erste Bezugsperson hier im neuen Land. Barbara macht das aus vollem Herzen und ist total engagiert bei der Sache“, lobt Urbanitsch den Edelfan.

Doch der Weg zum VfL Vorhop war steinig und schwer. Vor etwa einem Jahr schaute das Quartett beim Training vorbei. Insbesondere am Anfang gab es große Verständigungsprobleme und auch die Anreise war nicht immer leicht zu bewältigen. Doch der große Pluspunkt des VfL ist, dass in der Nähe des Platzes ein Bahnhof steht. Die Neuzugänge kommen aus Wittingen und Gifhorn mit dem Zug und fahren dann ab der Station mit dem Fahrrad weiter bis zum Vereinsgelände. „Wir bemühen uns derzeit, dass auch alle vier Jungs einen vernünftigen Drahtesel zur Verfügung haben, damit die Anreise noch leichter fällt“, so der Abteilungsleiter.

Nun ist es dann soweit: Alle vier Geflüchteten sind für den VfL spielberechtigt. Die guten Nachrichten erreichten zuletzt dann auch Böttcher: „Mama, endlich dürfen wir für dich Tore schießen“, hieß es in der WhatsApp-Nachricht ihrer Jungs. Und das neue Quartett soll auch nicht nur auf der Bank schmoren, sondern bringt laut Urbanitsch eine Menge Potenzial mit: „Anfangs hatten wir einige Herausforderungen zu bewältigen, vor allem was die Kommunikation angeht. Doch die Jungs haben sich gemacht und sind deshalb auch eine ernst zunehmende Alternative vor allem für die Offensive.“ Auch deshalb dürfen die vier Jungs am morgigen Freitag mit ins Trainingslager zum Arendsee fahren. Dafür übernimmt der Fußball-Kreisligist die kompletten Kosten.

Von Jannis Klimburg

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