Judo: Lessienerin wird nach Verbands-Veto nicht beim Grand Slam in Budapest starten

Nächste Absage: Scoccimarros Zwiespalt...

Es ist schlichtweg zum Verzweifeln: Giovanna Scoccimarro muss die nächste Turnier-Absage hinnehmen. Der deutsche Verband verzichtet auf einen Start im Risikogebiet Budapest.
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Es ist schlichtweg zum Verzweifeln: Giovanna Scoccimarro muss die nächste Turnier-Absage hinnehmen. Der deutsche Verband verzichtet auf einen Start im Risikogebiet Budapest.

Hannover/Lessien – Engelchen links, Teufelchen rechts. . . Giovanna Scoccimarro steckt in diesem Herbst mehr denn je im Zwiespalt der Gefühle.

Einerseits wünscht sich das Judo-Aus aus Lessien nichts sehnlicher als die Rückkehr auf die Matten nach nunmehr acht Monaten Corona-Zwangspause. Doch andersherum ist jeder avisierte Wettbewerb auch ein Risiko und damit Abwägungssache. „Langsam möchte man schon wieder, aber man muss alles intensiver bedenken“, sagt die deutsche Olympia-Hoffnung für Tokio 2021. Nach der Absage des Bundesliga-Finals mit dem Judo-Team Hannover (das IK berichtete) flatterte nun direkt das nächste Veto ins Haus. Die 22-Jährige ist hin- und hergerissen.

„Historischer Moment“ contra „Risikogebiet“

Eigentlich war es eine positive Nachricht, die der Internationale Judo-Verband in dieser Woche verkündete. Nach langer Zitterpartie steigt der Grand Slam vom 23. bis 25. Oktober im ungarischen Budapest. Was für eine reizvolle Gelegenheit für ein Comeback! Zumal auch ITF-Präsident Marius Vizer erklärte: „Es ist ein historischer Moment für das Welt-Judo und den Sport!“ Den der deutsche Verband aber nicht wahrnehmen wird. Die hiesigen Athleten verzichten auf eine Reise nach Ungarn. Was Scoccimarro, die in der Gewichtsklasse bis 70 Kilogramm ein heißes Eisen im Feuer gewesen wäre, „schon schade“ findet. Doch der Austragungsort sei eben nun einmal „ein Risikogebiet“, betont die Lessienerin auf der anderen Seite (siehe auch Info-Kasten). Daher ist der Nichtantritt für sie auch absolut nachvollziehbar bei allem Drang nach einem Wiedereinstieg.

Zagreb und EM in Prag als Hoffnungsschimmer

Der Deutsche Judo-Bund liebäugele stattdessen mit einer Teilnahme am direkt folgenden Grand Prix in Zagreb (Kroatien). Auch ein Aspekt, der beim Budapest-Verzicht eine Rolle spielte. „Man weiß zwar nicht, ob diese Maßnahme stattfinden wird, aber wir wollen lieber dahin fahren. Und dann ist es Pflicht, vorher fünf Tage in Quarantäne zu gehen“, nennt Scoccimarro die Krux an der Termin-Kollision mit dem Re-Start in Ungarn. Sie hofft nun, dass auch Zagreb grünes Licht geben wird. Es steht aber auch eine Verschiebung in den Dezember im Raum.

Lichtblick am Horizont: Zumindest bislang ist die Europameisterschaft Ende November im tschechischen Prag noch nicht gecancelt worden. Noch so eine Option für den langersehnten Neuanfang. „Im Moment muss man sich an die kleinen Dinge klammern, die voraussichtlich da sind“, meint Scoccimarro. „Es ist halt schwer, sich festzulegen, weil alles schwammig ist.“ VON INGO BARRENSCHEEN

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