Fußball – 1. Kreisklasse 1: Wahrenholz II erkämpft Derby-Remis nach 0:2 zur Pause

5:4 nach 4:0 – Wittingen knickt fast ein

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Verbissenes Derby: Schönewörde (r. Thomas Bulach) schenkte gegen Wahrenholz II ein 2:0 her.

Isenhagener Land – Mit Ach und Krach setzten sich die Topteams aus Wittingen und Hankensbüttel am gestrigen Sonntag in der 1. Fußball-Kreisklasse 1 durch. Eine Prestige-Punkteteilung glückte indes dem VfL Wahrenholz II im Ise-Derby beim TSV Schönewörde.

FC Brome II – VfL Wittingen 4:5 (0:4)

Der Plan B auf dem B-Platz wäre fast aufgegangen! Dank der Hereinnahme von Andre Schultz zur zweiten Hälfte (brachte mehr Stabilität) hätte der Abstiegskandidat Brome II gegen den Aufstiegskandidaten aus Wittingen beinahe das Comeback des Jahres gefeiert. 0:4 zur Pause zurück und am Ende dem Wahnsinns-5:5 nah.

Mit dieser Phönix-haften Wiederauferstehung hatte FCB-Trainer Jörg Steckhan zugegebenermaßen nicht mehr gerechnet. Und doch trauerte er am Ende der verpassten Chance nach. „Der Teufel ist ein Eichhörnchen“, hätte Bromes Coach liebend gerne noch ein Pünktchen ergattert. „Das hätten wir heute auch verdient gehabt.“ Derweil hatte sein Gegenüber Naim Fetahu in der Schlussviertelstunde nach dem Sonntagsschuss von Schultz zum 4:5 (76.) – zuvor hatte Hauke Heinrichs mit einem verschossenen Elfmeter den Wittinger Gnadenstoß für die Burgherren verpasst – tatsächlich noch Sorge gehabt, dass sein Team stolpert.

„Ehrlich gesagt habe ich gedacht, dass noch einer durchrutscht...“ Tat es nicht mehr. Ergo kam der Primus mit einem blauen Auge davon nach dem Leistungseinbruch. „Es war schon fahrlässig, wie wir hinten verteidigt haben. Da hatte nicht nur einer einen Blackout. Aber manchmal muss man auch solch einen Tag verzeihen...“

FC Ohretal – SV Jembke 1:1 (0:0)

Anspruch nicht erfüllt! Dieses knallharte Urteil fällte Ohretals Co-Trainer Thorben Thiele notgedrungen nach dem eher enttäuschenden 1:1 des bisherigen Tabellenvierten Ohretal gegen Jembke. Zumal sich die Rot-Grünen mit dem Punktgewinn noch glücklich schätzen konnten, denn der Ausgleich fiel erst in der Schlussminute durch einen Kopfball von Kapitän Marvin Gumprecht nach einer Ecke.

Bezeichnend, dass eine Standardsituation herhalten musste. Denn vorab hatte dem FCO, anders als eine Woche zuvor gegen Hankensbüttel, der Esprit gefehlt. „Wir waren zeitweise zu ideenlos. Gegen den HSV hat man jedem angesehen, dass er gewinnen will. Heute weiß ich nicht, woran es lag – ob wir nicht wollten oder nicht konnten...“, bemängelte Thiele. Vielleicht eine Mischung aus beidem. Zumindest die Moral war Ohretal nicht abzusprechen nach dem Rückstand durch – na, wer sonst – Jembkes Goalgetter Guiseppe Millemaci.

TSV Fortuna Bergfeld – FC Germ. Parsau 0:4 (0:2)

Im Stile eines Topteams – abgezockt und hochgradig effektiv auch dank Dreifach-Vollstrecker Tim Reinsdorf – wickelte der FC Parsau das Derby beim Lokalrivalen Bergfeld ab und baute seine imposante Serie damit auf acht Spiele ohne Niederlage aus! Wobei sich die Fortunen angesichts der Deutlichkeit des Resultats unter Wert verkauft fühlten.

„Deutlich“, pointierte der spielende Spartenleiter Raphael Erfurt. „Uns hat einfach das Spielglück gefehlt.“ Etwa direkt in der ersten Minute, als der Schiedsrichter Bergfelds vermeintliche Blitz-Führung wegen einer Abseitsstellung nicht anerkannte. „Die Spieler meinten, es war knapp – ärgerlich“, bedauerte Erfurt. Zumal fast postwendend Parsau zuschlug. Beim 0:2 durch einen Volleyschuss aus 20 Metern hätte er selbst als Torwart dann „schlecht ausgesehen“, räumte Bergfelds Fußball-Obmann ein.

Obwohl die Gastgeber auch in der Folge – selbst in der letzten halben Stunde mit zehn Mann – spielbestimmend gewesen seien, fehlten ihnen offensiv die zwingenden Aktionen. Stattdessen wurden sie noch zweimal gnadenlos ausgekontert. Was Erfurt aber mehr wurmte als die Pleite im Prestige-Duell, waren eine Verletzung hüben wie drüben. Sein Mitspieler David Erfurt (Oberschenkel) und Parsaus Kevin Schulz (Knöchel) mussten verletzt raus.

TSV Brechtorf – Hankensbüttel 0:1 (0:0)

Auch in Brechtorf haderte das Heimteam. Denn viel fehlte nicht und der TSV hätte den Tabellenzweiten Hankensbüttel gepiesackt. Was für den selbstbewussten Brechtorfer Coach Andre Bischoff „auch keine Überraschung gewesen wäre, so wie wir die Rückrunde spielen“. Auch gegen den favorisierten HSV hätte sein Club eines seiner besten Saisonspiele abgeliefert.

Mit dem Makel, dass einfach nichts dabei herumkommen wollte. „Die Kaltschnäuzigkeit und der unbedingte Wille, das Tor machen zu wollen, hat gefehlt. Aber wir sind auf einem superguten Weg“, befand Bischoff. Ein Stellungsfehler seines Teams bescherte Hankensbüttel dann den Siegtreffer.

TuS Ehra-Lessien – SV Barwedel 2:1 (1:0)

Tatsächlich Sieg! Ehra-Lessien erlebte am gestrigen Sonntag einen selten gewordenen Glücksmoment. Und dann auch noch gegen den SV Barwedel, der allerdings arg gebeutelt nach dem jüngsten Pokal-Halbfinale gegen Groß Oesingen anreiste. Aber auch der TuS spielte mit dem letzten Aufgebot und stellenweise durchaus sehenswert.

Es musste allerdings ein Eckball für die Führung herhalten: Thomas Feibig knallte die Kugel volley ins lange Eck (34.). Nach Wiederbeginn wurden die Gastgeber jedoch kalt erwischt. Im Anschluss hätte es „seine Zeit gebraucht“, meinte TuS-Trainer Jürgen Schenk, ehe Ehra-Lessien wieder in die Spur fand. Doch der starke Eric Meyer verwertete einen Konter schließlich zum erlösenden Siegtreffer (84.).

TSV Schönewörde – Wahrenholz II 2:2 (2:0)

Ohne Wenn und Aber sprach Jan Henneicke von einer „gefühlten Niederlage“. Und schob direkt den Nachsatz hinterher: „Das wäre es auch gegen jede andere Mannschaft gewesen.“ Denn die Schönewörder hatten den Derby-Charakter nicht so hoch gehängt. „Das haben die schon getan, auch mit ihrer Zweikampfhärte“, meinte der TSV-Trainer mit argwöhnischem Blick auf die resolute Gangart der Wahrenholzer.

Dabei hatten die Gastgeber eigentlich alles dafür getan, um das letzte reine Prestige-Duell aller Zeiten vor der Fusion mit Vorhop zu ihren Gunsten zu gestalten. „Die erste Halbzeit war richtig gut“, befand Henneicke. Zumal ein Wembley-liker Schuss an die Unterkante der Latte nicht den Weg über die Linie fand. Der Tenor zur Pause: So ein 2:0 gegen das Schlusslicht muss dann auch mal reichen – aber Vorsicht vor den langen Bällen.

Offenbar passten die Schönewörder Spieler nicht gut auf, denn genauso fiel der Anschluss. Ein Wirkungstreffer. „Dadurch haben wir uns verunsichern lassen.“ Der VfL legte zum 2:2 nach, im Anschluss war es ein offener Schlagabtausch. Pech für den TSV: In der Schlussminute scheiterte Nicolas Müller dann noch am Pfosten.

TSV Grußendorf – SV Tülau/Voitze 0:4 (0:4)

Kurios: Genau wie Wittingen legte Tülau-Voitze eine souveräne Vorstellung im ersten Abschnitt hin und nahm dann ebenfalls zwei Gänge raus – ohne allerdings wie der Aufstiegs-Rivale beim Kellerkind aus Grußendorf noch in Bedrängnis zu geraten. „In der ersten Halbzeit war Grußendorf doch mächtig überfordert“, meinte Gäste-Trainer Werner Vodde angesichts der schnellen 2:0-Führung, die weiter anwuchs.

Doch mit dem komfortablen 4:0 im Rücken wurde seine Mannschaft dann doch nachlässig. Wobei Tülau das Ergebnis dennoch in die Höhe hätte schrauben können. Hauptsache, das rächt sich in der Endabrechnung nicht.

VON INGO BARRENSCHEEN

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