Verein fällt endgültige Entscheidung nach Sportgerichts-Urteil

Nach Rassismus-Eklat: FC Brome stellt Trainer vorerst frei!

Wird der Wirbel um den Rassismus-Vorwurf gegen Trainer Mark-Oliver Schmidt zur Kopfsache für den FC Brome (M. Robin Werner)? Im Auswärtsspiel der Fußball-Bezirksliga beim FC Türk Gücü Helmstedt wird sich zeigen, ob sich die belastende Situation auf die Leistung auswirken wird.
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Wird der Wirbel um den Rassismus-Vorwurf zur Kopfsache für den FC Brome (M. Robin Werner)? Im Auswärtsspiel beim FC Türk Gücü Helmstedt wird sich zeigen, ob sich die belastende Situation auf die Leistung auswirken wird.
  • Ingo Barrenscheen
    VonIngo Barrenscheen
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Der FC Brome hat nach dem Rassismus-Vorwurf im jüngsten Heimspiel der Fußball-Bezirksliga gegen den SV Barnstorf – dieser liegt mittlerweile beim Sportgericht des Bezirks Braunschweig – reagiert und eine erste Konsequenz gezogen. Der Verein erklärte: „Der betroffene Mannschaftsverantwortliche wird unsererseits bis zur Verkündung des Sportgericht-Urteils vom Spielbetrieb freigestellt.“ Nach IK-Informationen soll es sich dabei gemäß übereinstimmender Aussagen um Cheftrainer Mark-Oliver Schmidt handeln.

Der Vorstand der Sparte Fußball hat sein finales Urteil also gewissermaßen zur Bewährung ausgesetzt. Die Verantwortlichen erklärten in einer Stellungnahme: „Der FC Brome verurteilt die Vorkommnisse aufs Schärfste und der Vorstand hat sich dazu entschieden, die kurzfristig folgende Sportgerichtsverhandlung abzuwarten, um eine endgültige Entscheidung zu treffen.“ Nach dem Eklat sei der Vorfall in den Folgetagen intern aufgearbeitet worden. Dabei wurde „als Vorstand beschlossen, dass wir ein klares Zeichen setzen müssen – sowohl für unsere Mitglieder, Fans und die Öffentlichkeit.“

Dieses Zeichen stellt die vorübergehende Suspendierung des Coaches dar. Er wird mindestens am Sonntag im Gastspiel beim FC Türk Gücü Helmstedt nicht auf der Bank sitzen. Zudem erwarte der Klub seitens des Mannschaftsverantwortlichen „eine ausdrückliche und persönliche Entschuldigung bei den Betroffenen des SV Barnstorf“. Schmidt wollte sich auf Nachfrage unserer Redaktion nicht zu der Angelegenheit äußern.

Der betroffene Mannschaftsverantwortliche wird unsererseits bis zur Verkündung des Sportgericht-Urteils vom Spielbetrieb freigestellt. Zudem erwarten wir seinerseits eine ausdrückliche und persönliche Entschuldigung bei den Betroffenen des SV Barnstorf.

Auszug aus der Pressemitteilung des Fußball-Vorstands vom FC Brome zum Rassismus-Eklat

Noch einmal betonte der Sparten-Vorstand ausdrücklich, dass der Verein für Vielfalt, Offenheit, Integration und Gleichbehandlung stehe. „Unser Anliegen ist es, diese Werte bereits unseren Jüngsten zu vermitteln. Wir stellen uns gegen jede Form der Diskriminierung und Ausgrenzung. Besonders unsere 1. Herren steht seit Jahren für FairPlay.“ Umso größer sei die Bestürzung gewesen, als sie der Tatsache gewahr wurden, dass es im Laufe der Partie von Seiten des Übungsleiters „zu einer Äußerung in Richtung unserer Gäste gekommen ist, die weder auf dem Fußballplatz noch in unserer Gesellschaft etwas zu suchen hat“, heißt es im FCB-Schreiben. „Als Verein distanzieren wir uns ausdrücklich von solchen Äußerungen.“

Direkt während des Spiels sei der Trainer daher aufgefordert worden, „derartige Äußerungen unverzüglich zu unterlassen“. Zudem wurden unmittelbar nach Schlusspfiff Gespräche mit allen Beteiligten gesucht, „um Einzelheiten zu erfahren und uns bei den Gästen und beim Schiedsrichter-Team zu entschuldigen.“

Das Referee-Gespann hatte, das geht aus dem Sonderbericht hervor, selbst nichts von den rassistischen Beleidigungen wahrgenommen, sondern war von Barnstorfer Akteuren darauf aufmerksam gemacht worden (das IK berichtete). Daraufhin hätte der Mannschaftsverantwortliche die verbale Entgleisung aber zugegeben. Das hatte Bernd Naujoks, Staffelleiter der Bezirksliga 1, erklärt.

Spiel eins nach dem Rassismus-Eklat beim FC Brome: „Ob das die Leistung beeinträchtigen wird, ist ganz, ganz schwer einzuschätzen“

Die Situation sei „schwierig“, bestätigt Teammanager Hendrik Joswig. Und ohne Frage belastend. Die große Frage vor dem nächsten Bezirksliga-Spiel für den FC Brome lautet: Wie steckt die Mannschaft den großen Wirbel um den Rassismus-Vorwurf im Verein weg? Die Burgherren gastieren am Sonntag (14 Uhr) auswärts beim FC Türk Gücü Helmstedt.

„Ob das die Leistung beeinträchtigt, kann ich gar nicht genau sagen. Den ein oder anderen wird es sicherlich beschäftigen. Es war ja doch ziemlich viel Trubel. Das kann man ganz, ganz schwer einschätzen“, zuckt Joswig ein wenig ratlos die Achseln mit Blick auf die Gemütslage bei den Bromer Kickern. Letztlich erfordert die Partie gegen Türk Gücü, so wie jede Begegnung in dieser erlesenen Gruppe, die volle Aufmerksamkeit bei jedem einzelnen. „Von dem, was ich gehört habe, sollen sie nicht ohne sein“, meint Joswig. Er hatte bereits Kontakt mit einem Bekannten vom SSV Kästorf, der Landesligist spielte eingangs der Serie im Bezirkspokal gegen Helmstedt. „Er hat gesagt, die sind schon knackig. Genauere Dinge wollte er mich noch schreiben.“ Der Kontrahent landete in der Vorrunde auf Platz drei der Staffel C. Hinter Barnstorf (1:1) und Hehlingen (0:0), die der FCB bereits vor der Brust hatte.

Mit Maurice Friehe (stammt aus der Jugend des VfL Wolfsburg) oder Arne Ruff (82 Oberliga-Einsätze) hat auch dieser Rivale wieder einige Hochkaräter in seinen Reihen. Daran störten sich die Bromer aber auch schon beim Auswärtscoup gegen den 1. FC Wolfsburg (3:0) nicht. „Wir müssen hinten weiter gut stehen“, nennt Joswig das Patentrezept. Vermutlich wird sich der Kader der Grün-Weißen im Vergleich zum Vorwochenende wieder etwas üppiger darstellen. Genaueres wird aber erst das Abschlusstraining am heutigen Freitagabend an der Steimker Straße zutage fördern.

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