Handball – Verbandsliga: VfL blamiert sich / „Erklärungsnot“

Nach Pleite: Spieler sind nun in der Pflicht

Das hat gesessen! Die Wittinger Handballer (Stefan Tietz) holten sich nicht nur bei der klaren Pleite in Heidmark eine Backpfeife ab, sondern mussten auch noch herbe Kritik einstecken. Foto: Barrenscheen

Fallingbostel. Der Vorsprung ist fast aufgebraucht. Die Rückendeckung (derzeit) ebenfalls.

Sowohl Trainer Axel Bühlow als auch Spartenleiter Kai Schüttenberg überließen es den Wittinger Verbandsliga-Handballern, ihre blamable 20:30-Abreibung von Abstiegskandidat HSG Heidmark zu erklären.

Warum kassiert der Spitzenreiter, der in eigener Halle seit einer gefühlten Ewigkeit ohne Niederlage ist und vor einer Woche erst den Dritten TSV Burgdorf III beim 30:19 in seine Einzelteile zerlegte, nun schon die fünfte Auswärtspleite in Folge? Eine Antwort hatte Janosch Kochale auch nicht zur Hand. „Ob wir Schiss hatten?“, rätselte der Rückraumschütze.

Fakt ist: Daheim ist der VfL eine Macht. Auswärts hingegen ein Punktelieferant. Der Aufstieg ist bei zwei Punkten Vorsprung und noch zwei Gastspielen – darunter beim Konkurrenten Plesse-Hardenberg – mehr als gefährdet. „Jetzt wäre der falsche Zeitpunkt, über die Oberliga zu sprechen. Mit dieser Leistung haben wir da sowieso nichts zu suchen“, stellte Kochale ohne Umschweife fest.

Recht hat er. Zwar ist „noch nichts verloren und Wittingen hat alles in der Hand.“ Aber für den Aufstieg muss bis zum Saisonfinale die Wende in der Fremde her. Bei der HSG Heidmark – längst nicht mehr die Heimmacht vergangener Jahre – zeigte der VfL wieder sein „Auswärtsgesicht der Rückrunde“.

„Das war ganz schwach. Wir haben nichts umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten. Haben in der Deckung nicht zugehauen und vorne nur draufgebufft“, ärgerte sich Kochale über den Auftritt seines Teams.

Bis zum 8:8 hielt der VfL das Spiel offen. Vor allem, wenn die 6:0-Deckung stand, agierten die Hausherren hilf- und phantasielos. Diese Phase ging aber schnell vorbei. „Nach einem einfachen Wechsel waren wir offen wie ein Scheunentor. Wir haben unsere Torhüter im Stich gelassen“, so Kochale. Einzig Kai Lemke, der sich zudem eine Gesichtsverletzung zuzog, und Timo Kiehm hätten ansatzweise Normalform gehabt.

Zum Glück hat der VfL nun Zeit nachzudenken. Erst in rund einem Monat geht es am Sonnabend, 26. April, mit dem Heimspiel gegen den MTV Hondelage weiter. „Sollten wir den Anspruch haben, eine Spitzenmannschaft zu sein und in die Oberliga aufsteigen zu wollen, müssen wir uns anders präsentieren. Die Spieler sind jetzt in Erklärungsnot“, sagt Schüttenberg. Eine zufriedenstellende Antwort können die Wittinger Handballer bis zum Saisonende ja noch geben.

Von Matthias Jansen

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