IK-Nachspielzeit: VfL-Verteidiger erwischt Torhüter auf falschem Fuß / Parsau: Gut gedacht, schlecht gemacht

Nach Bock-Schuss Bock geschossen

Gib mir deine Karte: Im Spiel beim SV Sprakensehl benimmt sich der Akteur des VfR Eintracht Nord Wolfsburg (M.) nicht wie ein Gentleman. Foto: Felber

Da habe ich jetzt Bock drauf! Ein regulärer Treffer wurde ihm zunächst aberkannt, deshalb versuchte es der Wahrenholzer Timo Bock gleich noch einmal. Mit Erfolg! Begeistert sprang auch Aushilfe Konstantin Prilop in Sprakensehl ein: heute in der IK-Nachspielzeit.

Da hat der (einen) Bock geschossen: Tore von Timo Bock sind ja schon selten. Und so eines wie beim 4:0 über den SV Osloß erzielt der Linksverteidiger des VfL Wahrenholz II wirklich nicht alle Tage. Aus 40 (!) Metern erwischte er den SVO-Keeper Robin Jung auf dem falschen Fuß. „Echt skurril diese Szene“, grinste VfL-Coach Helge Reinsch. Der Freistoß, der wie vom Trainer gefordert, auf das Tor gezogen wurde, tippte in der 90. Minute vor Jung noch einmal auf und flutschte dem Schlussmann dann durch die Hände. „Wahrlich kein Gewalthammer. Ein klarer Torwartfehler“, sagte Reinsch. Zumal Jung hätte gewarnt sein müssen. Bock hatte bereits vorher im Spiel aus ähnlicher Situation getroffen. Da pfiff der Schiedsrichter ab. „Eine Fehlentscheidung. Der Schiri meinte, es wäre ein indirekter Freistoß gewesen und weil kein Spieler den Ball berührte, sei es ein irreguläres Tor gewesen. Allerdings hatte er nicht angezeigt, dass der Freistoß indirekt ausgeführt werden muss.“ Dem Wahrenholzer Verteidiger konnte es letztlich egal sein. Weil beim zweiten Bock-Schuss der Osloßer Torhüter den Bock schoss. „Timo hat sich gefreut wie ein Schneekönig“, lachte Reinsch.

Kaum im Heimaturlaub und schon wieder an der Front: Back-Up-Kraft Konstantin Prilop lief am Sonntag bei der knappen Heimniederlage gegen Eintracht Nord Wolfsburg wieder mal für den SV Sprakensehl auf. Und zwar gleich über volle 90 Minuten! „Er hält sich ja im Ruhrpott fit, spielt dort auch – und ist halt ab und zu vor Ort. Dann greifen wir natürlich gerne auf die Etablierten zurück“, erklärte SSV-Coach Rouven Lütke. Prilops Nebenmann in der Innenverteidigung war übrigens der gelernte Stürmer Stefanos Bouglas. Sein zweiter Einsatz in Folge als Abwehrrecke. „Stefanos hat das im Testspiel gegen das Conti-Team aus der Not heraus gespielt und war so überragend, dass ich das auch als Lösung für das Punktspiel gesehen haben“, so Lütke. Andererseits fehle der Bulle mit dem „Riesen-Körper“ aber auch im Angriff. Womöglich wird Bouglas zum Sprakensehler Wandervogel.

„Mein Stuhl ist wieder einbetoniert.“ Nach dem 2:0 bei der SV Gifhorn konnte Volker Streilein wieder lachen. Zuvor hatte der scheidende Trainer von Fußball-Bezirksligist VfL Wahrenholz ungewohnt magere Zeiten miterleben müssen. Nur ein Sieg aus fünf Spielen hatte das Wort Krise um den Taterbusch geistern lassen. Das dürfte nun vorbei sein. Und Streilein sitzt wieder sicher im Sattel.

Tore von Chris Hartmann sind nicht ungewöhnlich. Immerhin traf der Kapitän des VfL Wahrenholz beim 2:0 in Gifhorn schon zum vierten Mal in dieser Spielzeit. Dass der Abwehrchef des VfL mit dem Fuß einnetzte, war Trainer Volker Streilein schon eine Anmerkung wert. Nicht nur wegen des Treffers war der VfL-Coach froh, seinen Anführer noch auf dem Platz zu wissen. In der Anfangsphase war Hartmann bei einem Luftkampf mit Gifhorns Chinonye Iroegbulem zusammengerappelt. „Ich dachte schon, dass ich Chris auswechseln musste“, meinte Streilein. Musste er nicht. Zum Glück. So besann sich Hartmann, mit dem Brummschädel nach 30 Minuten doch besser mit dem Fuß erfolgreich abzuschließen.

Letzter Mann ist Torwart! Beim Gastspiel in Oerrel verkam beim SV Teutonia Tiddische die Rolle des Schlussmannes fast schon zur Selbstbedienungs-Position. „Der erste Torhüter musste wegen eines privaten Termins nach einer halben Stunde weg. Sein Vertreter brach sich bei unserem 3:0 den Daumen und musste ausgewechselt werden“, beschrieb FCO-Trainer Armin Schulze den häufigen Rollenwechsel. In der Schlussphase stand dann mit Julius Anders ein Feldspieler zwischen den Pfosten. „Er hat das gut gemacht“, lobte Schulze. Immerhin blieb die Nummer drei als einziger Teutonen-Torhüter ganz ohne Gegentor.

Erster gegen Letzter! Das Blamage-Potential für den FC Germania Parsau war im Heimspiel gegen den SC Weyhausen besonders hoch. Und Trainer Andreas Triller nach dem 5:1 nicht besonders zufrieden. „Ich habe mir nur gedacht: Mensch, was ist denn mit den Jungs los? Wir haben wirklich nicht gut gespielt.“ Die schwächere Leistung lässt sich, so Triller, aber nicht dadurch erklären, dass die Parsauer das Schlusslicht unterschätzt hätten. „Nein, das war nicht der Fall. Die Jungs wollten alles in diesem Spiel nur besonders gut machen, besonders schön machen und sind dann hibbelig geworden.“ Gar nicht aufgeregt, war Torhüter Marcel Krause, der anstelle von Stammkraft Sven Patz zwischen den Pfosten stand. „Er hat seine Sache gut gemacht“, lobte Triller. Zu dem Wechsel war es nur gekommen, weil Patz sich nicht wohl gefühlt hatte und seinen Platz im Tor freiwillig räumte.

Von Ingo Barrenscheen und Matthias Jansen

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