„Das Schlimmste ist geschafft“  

Nach Achillessehnen-OP will Christopher Hartmann mit Reha-Programm starten

Die Zeit der Beschwerden ist hoffentlich vorbei: Nach seiner Achillessehnen-OP will Christopher Hartmann (M.) bald mit seinem Reha-Programm starten und noch in dieser Saison wieder für Wahrenholz auflaufen. Foto: Barrenscheen
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Die Zeit der Beschwerden ist hoffentlich vorbei: Nach seiner Achillessehnen-OP will Christopher Hartmann (M.) bald mit seinem Reha-Programm starten und noch in dieser Saison wieder für Wahrenholz auflaufen.
  • Ingo Barrenscheen
    VonIngo Barrenscheen
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Gerade einmal 60 von 1170 möglichen Spielminuten hat Christopher Hartmann in dieser Saison absolviert. Eine Zahl wie eine Qual für den eigentlichen Leitwolf des Fußball-Bezirksligisten VfL Wahrenholz.

Doch die längste Zwangspause seiner Karriere dürfte gleichzeitig auch mit dem Ende einer noch viel längeren Leidenszeit einhergehen. Nun naht das Comeback.

Wahrenholz – Christopher Hartmann erfüllt eigentlich par excellence das Klischee von strammen Fußballer-Waden. Wenn er jetzt aber so an sich runterschaut, wird ihm ganz anders zumute. Sein linkes Bein hat eher nur noch Streichholz-Format. „Ich habe mich richtig erschrocken. Da ist fast nichts mehr. So eine schmale Wade hatte ich nicht einmal mit fünf Jahren...“ Die Muskulatur baut eben ruck, zuck ab.

Klotz am Bein kommt ab

Doch das Stillleben sollte just am gestrigen Donnerstag endlich vorüber sein: Denn da stand für den Abwehrchef des VfL Wahrenholz nach sechs Wochen an Krücken und mit einem klobigen Stütz-Schuh (den er auch beim Schlafen tragen musste) der ersehnte Arzt-Termin an. Ein großer Schritt auf dem Weg zurück auf den Platz nach seiner Achillessehnen-OP Ende November. Und bestenfalls ein noch größerer Schritt hin zu einem schmerzfreien Karriere-Herbst.

Wenn selbst drei Pillen nicht mehr reichen...

Gut fünf Jahre lang hatte sich der noch 31-Jährige mit Problemen im Fersen-Bereich herumgeplagt. Fiel immer mal wieder deswegen aus. Oder schleppte sich eben mehr schlecht als recht durch. Mittels Schmerztabletten vor dem Anpfiff. „Irgendwann hat selbst die dritte nicht mehr richtig angeschlagen...“ Als er sich dann im ersten Punktspiel am 22. August auch noch vertrat und nach einer Stunde vom Feld musste, kam er mit dem Trainerteam um Thorsten Thielemann und Jan Schöbel zu der Erkenntnis: So macht es keinen Sinn mehr. Zumal Hartmann mit seiner intensiven Spielweise weder sich noch den Gegner schont.

„Das schmerzt schon“

Also ließ er sich gründlich durchchecken. Und siehe da: Die linke Achillessehne hatte einen 3,5 Zentimeter langen Einriss, der schon länger bestand und über die Jahre größer geworden sein dürfte. Klare Botschaft vom behandelnden Arzt: Wenn er weiter seinen Sport ausüben will, führt kein Weg an einem Eingriff vorbei. „Die Entscheidung ist mir relativ leicht gefallen. Ich wollte so schnell wie möglich unters Messer.“

Denn die Zuschauer- statt Führungsrolle schmeckt dem Lautsprecher („Ich bin schon der Tenor und eher der emotionale Typ“) gar nicht. „Ich bin so ein leidenschaftlicher Fußballer – das schmerzt schon. Beim ständigen Zugucken kriegt man graue Haare. Aber es lief ja gut bei uns, das macht es ein bisschen erträglicher.“ Sowohl zum Abschluss der Qualifikationsphase wie auch zum Zeitpunkt der Saisonunterbrechung in der Bezirksliga-Meisterrunde stand das Taterbusch-Team auf Platz eins. „Ich konnte halt nur nichts dazu beitragen. Aber ich bin mittlerweile in einem Alter, wo ich sage: Hauptsache, die Mannschaft gewinnt.“

Interne Wette

Denn nichts hasst Hartmann nach eigenem Bekunden mehr als verlieren. In allen Lebenslagen. So zieht er aus einer internen Wette, die er mit seinem Teamkollegen Daniel Schmidt am Laufen hat, zusätzliche Motivation: Der Innenverteidiger will, so ist sein Plan, mindestens bis 35 Jahre aktiv in der ersten Herren kicken. Schmidt hält dagegen.

Es kribbelt wieder

Mit seiner erfolgreich verlaufenen OP und dem gerade abgelegten Hemmschuh hat das gefürchtete Kopfballungeheuer einen Meilenstein auf diesem Weg gesetzt. Diesbezüglich machte ihm auch Schöbel Mut, der selbst einen Achillessehnenriss erlebt hatte. „Er meinte: Ab jetzt geht’s bergauf. Das Schlimmste ist geschafft. Deswegen bin ich mittlerweile auch wieder euphorischer“, bekräftigt Hartmann. Es kribbelt in den Füßen. Und das nicht nur, weil dieser von seiner Ummantelung befreit ist.

Kein Startelf-Freibrief

Nun gilt es, ein Aufbauprogramm zu erarbeiten. Ziel ist es, im März wieder auf dem Platz zu stehen. Ob beim Training oder sogar schon wieder in Spielen, das muss sich noch zeigen. In jedem Fall will der außer Gefecht gesetzte Kapitän in dieser Saison noch seine schmalen Pflichtspiel-Minuten ausweiten. Wobei es selbst für einen verdienten Spieler wie ihn keinen Freibrief zurück in die Startelf gäbe, wie er betont. „Die Konkurrenz ist groß. Wir haben einen ziemlich breiten, guten Kader. Da muss auch ich als alter Spieler mir den Hintern aufreißen. Aber das macht mich unheimlich geil auf die kommende Zeit.“

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