Fußball – Kreisliga: Auch WSC und Rühen kassieren bittere Niederlagen

3:4 nach 3:0! Kamieth schockt den VfL

Böse erwischt: Kai Weidig (r.) musste sich mit Rühen auf eigenem Geläuf deutlich mit 2:5 gegen Kästorf II geschlagen geben.
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Böse erwischt: Kai Weidig (r.) musste sich mit Rühen auf eigenem Geläuf deutlich mit 2:5 gegen Kästorf II geschlagen geben.
  • Ingo Barrenscheen
    VonIngo Barrenscheen
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Isenhagener Land – Zumindest vorübergehend hat der VfL Ummern in der Fußball-Kreisliga die Tabellenführung übernommen. Wirkliche Freude darüber kam am gestrigen Sonntag aufgrund zweier (dicker) Wermutstropfen allerdings nicht auf bei den Germanen.

Frust herrschte auch bei den drei anderen Nordkreis-Teams aus Wittingen, Wesendorf und Rühen.

SV Meinersen – VfL Ummern 1:3 (0:2)

Von wegen, Fußball ist ein Ergebnissport! Ummerns Coach Jörg Drangmeister hätte die drei Punkte in Meinersen liebend gern gegen zwei weiterhin gesunde Spieler eingetauscht, gab er unverblümt zu. Doch die Germanen hätten den Erfolg „teuer erkauft“. Christian Sterz, im Grunde unverzichtbar, schied mit einer vermutlich schwereren Knie-Verletzung aus. „Ich hoffe, es ist nicht das Kreuzband“, seufzte sein Trainer. Tobias Krüger trug derweil nach einem Schlag „ein richtiges Ei“ davon. Der ohnehin knappe Kader lichtet sich also weiter. Für die Tatsache, dass mit Philipp Kuhls und Adrian Schneider zwei Standby-Kräfte auf der Bank saßen, sei er mit den nackten Zahlen am Ende selbstverständlich zufrieden gewesen, meinte Drangmeister. „Wir haben zum richtigen Zeitpunkt die Tore gemacht.“ Sein Sohn Jannes schlug zweimal zu, zwischendurch versenkte Vitalij Sterz noch einen Freistoß. Die 3:0-Führung für den VfL war aber kein Ruhekissen. Meinersen steckte nicht auf, verkürzte und kam durchaus noch zu weiteren Chancen. Doch Ummern überstand den Abnutzungskampf schadlos.

SV BW Rühen – SSV Kästorf II 2:5 (1:2)

Vier Spiele, weiterhin kein Sieg und nun dieser dicke Dämpfer! Der SV Rühen ist in den Saisonstartlöchern klassisch kleben geblieben. „Ein gebrauchter Tag“, winkte Coach Matthias Weiß bedient ab. Hatte er bislang immer abschirmend seine Hände über die Mannschaft gehalten, so gab es gestern stattdessen Kasala. „Ich kann sie dieses Mal nicht in Schutz nehmen. So können wir nicht weiterspielen, so kann man kein Spiel gewinnen. Wir haben Kästorf eingeladen zum Toreschießen mit individuellen Fehlern.“ Obwohl er gar keine offenherzige Taktik ausgegeben hatte, boten die Blau-Weißen dem Aufsteiger zu viele Angriffsflächen. Weiß reagierte zwar relativ früh und stellte um. „Aber es hat nicht so gefruchtet.“ Selbst nach dem abermaligen Anschlusstreffer zum 2:3 eingangs der zweiten Halbzeit keimte nicht wirklich Hoffnung auf. Die Kritik vom Rühener Trainer: „Wir waren in der Rückwärtsbewegung schlecht, brauchen mehr Stabilität.“ Dabei sei in Normalform durchaus etwas möglich gewesen.

SV Triangel – VfL Wittingen/S. 4:3 (0:3)

Der dreifache Kamil Pawlak war nicht genug... Wittingen erlebte in Triangel einen kapitalen Kollaps, schenkte eine 3:0-Pausenführung tatsächlich noch her! „Für uns bitter“, seufzte Coach Naim Fetahu nach dieser neuen, unschönen Erfahrung. Die Brauereistädter hätten zunächst gnadenlos effektiv agiert. Fünf Chancen, drei Tore. Doch kurz vor der Pause wechselten die Platzherren dann Oldie, but Goldie Dennis Kamieth ein – der dann direkt nach Wiederbeginn zum Wittinger Schreckgespenst mutierte. Mit zwei Sonntagsschüssen stellte er im Blitzverfahren den Anschluss her und löste beim VfL spürbar Panik aus. So war der vermeintlich komfortable Vorsprung gerade einmal acht Minuten nach Wiederbeginn schon aufgezehrt. Das verlieh Triangel natürlich Oberwasser. „Sie haben die ganze Zeit Druck gemacht, wir waren platt und haben keinen Zugriff mehr gekriegt“, konstatierte Fetahu. Irgendwie seien alle zweiten Bälle, wie vom Magneten angezogen, zum SVT gelangt. So kam es, wie es kommen musste: Kamieth versetzte dem Neuling den K.o.-Schlag (81.).

Wesendorfer SC – SV Osloß 2:4 (1:2)

Zu halbherzig: Der Wesendorfer SC (l.) zog so gegen den SV Osloß mit 2:4 den Kürzeren.

Wieder vier Gegentore gegen einen Aufsteiger in einem Heimspiel – nur dieses Mal schoss Wesendorf nicht deren fünf... Was aber ohne Probleme möglich gewesen wäre, musste Co-Trainer Hans Götz wieder die alte Leier anwerfen. „Ich komme mir ja langsam selbst schon lächerlich vor, dass immer zu sagen. Aber wir haben wieder so viele 100-Prozentige liegen lassen.“ Zudem zeigte sich der WSC äußerst anfällig gegenüber Kontern. In den ersten 20 Minuten hätte Osloß den Gastgebern gleich einmal gezeigt, „wo der Hammer hängt“, so Götz. Es eröffneten sich zigfache Comeback-Gelegenheiten. Doch Wesendorf ergriff sie eben alle nicht.

VON INGO BARRENSCHEEN

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