Fußball – Wittinger Kreispokal, 1. Runde: Favoritenstürze bleiben aus

5:2 nach 0:2! FSV zündet Spät-Turbo

Hankensbüttel (l. Marvin Meyer) gewann 6:0.
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Hankensbüttel (l. Marvin Meyer) gewann 6:0.

Isenhagener Land – Favoritenstürze? Fehlanzeige! Die erste Runde im Wittinger Kreispokal brachte am gestrigen Sonntag keine sonderlichen Überraschungen mit sich.

Beim Fußball-Pflichtspielauftakt kamen etwa die Kreisligisten VfL Knesebeck, VfL Wittingen/S., SV Groß Oesingen, SV BW Rühen, VfL Germania Ummern und Wesendorfer SC weiter.

SV Barwedel – TSV Fort. Bergfeld 3:2 (2:0)

Vor allem die jungen Wilden gingen auf Barwedeler Seite im ersten Abschnitt voran. Laut Co-Trainer Michael Goldbeck haben sie ihre Sache speziell in Abschnitt eins „richtig gut gemacht“. Der geschlossene SVB-Auftritt wurde mit einer 2:0-Führung honoriert. Bergfeld gab sich noch nicht geschlagen und roch nach dem Anschluss auch wieder Lunte, leistete sich jedoch laut Goldbeck „zu viele Abspielfehler, sodass es für uns eher selten gefährlich wurde“. Nach dem 3:1 der Platzherren war das Duell dann aber entschieden. Goldbeck: „Es war letztendlich ein verdienter Sieg für uns.“

Hoitlinger SV – VfL Rötgesbüttel 0:5 (0:1)

Dennis Verloop machte kein großes Aufheben vom Ausscheiden. Für Aufsteiger Hoitlingen besaß der Auftakt gegen Rötgesbüttel ohnehin nur Vorbereitungs-Charakter. Wobei der HSV an und für sich die ersten drei guten Gelegenheiten besessen hätte. Doch das einzige Tor in Hälfte eins erzielten die Gäste. Als in der 81. Minute dann das 0:3 fiel, sei der HSV eingebrochen. „Dann geht der Kopf runter und es ist Feierabend“, so Verloop.

SV Tappenbeck – VfL Knesebeck 1:4 (0:2)

Der Titelverteidiger ließ sich trotz einer harten Woche mit gleich vier Partien nicht die Butter vom Brot nehmen. „Wir haben uns trotzdem gut bewegt und unsere Sache sehr gut gemacht“, resümierte VfL-Co-Trainer Sebastian Sommer. Einziges Manko aufseiten der Einhörner war die Chancenverwertung. Sommer: „Wir hätten hier gut und gern auch acht Tore erzielen können.“ Doch auch vier Treffer reichten der Weber-Elf, um problemlos Runde zwei zu erreichen.

SV Hankensbüttel – SV Wagenhoff 6:0 (2:0)

Speziell nach Wiederbeginn entwickelte sich ein Spaziergang für die Matis-Elf. Vor allem konditionell konnten die Gäste nicht mehr mithalten. Somit machte der HSV, der sich bereits zur Pause ein verdientes 2:0-Polster erarbeitet hatte, folgerichtig noch das halbe Dutzend voll. Und das hätte bei aller Dominanz noch immer nicht das Ende vom Lied sein müssen.

FSV Vorhop-Schönewörde – TSV Brechtorf 5:2 (0:2)

„Wir haben erst um 16 Uhr angefangen, Fußball zu spielen“, verriet FSV-Trainer Arne Hoffart mit einem Schmunzeln.

Krasse Kehrtwende: Die FSV Vorhop-Schönewörde (M. Andre Helms) drehte ein 0:2 in ein 5:2. Fotos: Schulz

Man hätte meinen können, dass es zu diesem Zeitpunkt schon zu spät war. War es aber nicht! Die Aufholjagd gelang eindrucksvoll. Nachdem die Platzherren die erste Hälfte völlig verschliefen und so ziemlich alles vermissen ließen, führte Brechtorf verdient mit 2:0. Nach einer ordentlichen Ansage sowie einer Umstellung in der Pause lief es laut Hoffart dann aber so, „wie ich mir das vorstelle“. Die Folge waren fünf sehenswert herausgespielte Treffer, die den FSV doch noch eine Runde weiterbrachen.

TSV Meine – VfL Ummern 1:3 (0:1)

Dank der „Abrissbirne“ Vitali Sterz brachte Ummern das Meiner Bollwerk zum Einstürzen. Der TSV hätte „absolut gemauert“, schilderte VfL-Coach Jörg Drangmeister das Szenario, das seine Elf vorfand. „Bis zum 1:0 war ich schon angespannt.“ Der Befreiungsschlag mit der Brechstange fiel dann auch erst direkt mit dem Pausenpfiff. Drangmeister sagte seinen Jungs zur Pause: „Jetzt müssen sie ihre Mauer-Taktik ändern. Und so kam es auch. Das haben wir gleich ausgenutzt.“ Einziger Schönheitsfleck blieb Meines Ehrentreffer nach einem Schnitzer.

TuS Ehra-Lessien – TSV Flettmar 3:4 (2:0)

Für den TuS war es ein sehr unglückliches Aus, führte er doch nach zehn Minuten bereits mit 2:0. „Da hat es die Mannschaft richtig gut gemacht. Wir hätten den Sack allerdings mit dem dritten oder gar vierten Tor zubinden müssen“, verriet Ehras Spartenleiter Sven Freier. Doch zwei individuelle Fehler brachen den Platzherren kurz nach Wiederbeginn laut Freier das Genick. Nach etwas mehr als einer Stunde hatten die Gäste das Duell komplett gedreht. Der TuS probierte noch einmal alles, doch als Flettmar auf 4:2 ausbaute, waren die Messen dann doch gelesen. Freier: „Es war definitiv mehr möglich.“

SV Welat Gifhorn – FC Ohretal 6:1 (3:1)

Axel Krüger ist derzeit nicht zu beneiden. Der neue Coach geht mit dem FC Ohretal direkt durch ein tiefes Leistungstal. Zu vielen fehlenden Stammkräften kamen gegen den SV Welat auch noch spielerische und mentale Mängel hinzu. „Wir haben einfach wieder schlecht gespielt. Das ist insgesamt eine Vorbereitung, die man am liebsten einfach nur Vergessen möchte...“ Zumindest in der ersten Halbzeit seien die Rot-Grünen weitestehend ebenbürtig gewesen, vergaben mit einem verschossenen Foulelfmeter aber den möglichen 1:1-Ausgleich. Nach Wiederbeginn brach das Ohretaler Kartenhaus dann zusammen.

SV Jembke – SV BW Rühen 1:5 (0:3)

Es sei „kein Selbstgänger“ gewesen, meinte Rühens Coach Matthias Weiß trotz des klaren Endstands. Jembke hätte sich jederzeit gewehrt. Er hatte den Blau-Weißen mit auf den Weg gegeben, dass er den Zweitrunden-Einzug „in der ersten Halbzeit erledigt haben möchte“. Gesagt, getan. Mit 20 Minuten richtig gutem Pressing-Fußball sorgte Rühen direkt für klare Verhältnisse und ließ nichts mehr anbrennen. Einziges Manko in Weiß’ Augen: „Wir haben zu viele Standards provoziert.“ So fiel auch der SVJ-Ehrentreffer.

SV Eischott – SV Groß Oesingen 2:9 (0:5)

Alle Neune! Die Groß Oesinger Kegelbrüder präsentierten sich in Eischott in Torlaune.

In die Parade gefahren: Groß Oesingen (r. Emanuel Münker) hatte keine Mühe mit dem SV Eischott. 

Wobei SV-Trainer Torben König einräumte: „Das schönste Tor des Tages hat der Gegner erzielt.“ Genauer gesagt Niklas Bruchmann. Der SVE-Goalgetter setzte in der 52. Minute zu einem Fallrückzieher wie aus dem Lehrbuch an. „Sahnemäßig! Der war astrein in der Ausführung. So etwas habe ich auch selten gesehen“, schnalzte König mit der Zunge. Ansonsten sei sein Team nicht wirklich gefordert worden und nahm sich nach dem Wechsel zurück. „Ich hätte gerne zu null gespielt. Das war schon ein Fleck auf der Weste.“

SV Tülau-Voitze – Seershausen 5:6 n.E. (2:2)

„Im Elfmeterschießen gewinnt immer der Glücklichere“, packte Tülaus Trainer Werner Vodde eine altbekannte Phrase aus. In der Tat hatte Seershausen an diesem Sonntag das Glück gepachtet, denn streng genommen hätte sich der TuS gar nichts erst in die Lotterie retten dürfen. Gemessen am Chancenverhältnis. „Wir hatten einige hundertprozentige, allein drei Pfostentreffer, davon zwei aus kürzester Distanz“, haderte Vodde. Gästekeeper Frederic Geffers avancierte letztlich zum Matchwinner, hielt beim Nervenkitzel-Zusatz die Versuche von Tülaus Doppelpacker Toni Engelhardt und Marvin Schneider.

Wesendorfer SC – TuS Müden-D. 5:2 (0:1)

Mit nicht unerheblichen Anlaufschwierigkeiten hat Wesendorf letztlich ungefährdet die erste Hürde im Wittinger Kreispokal genommen. „Das war ein langer Weg“, gab WSC-Coach Matthias Hopp unumwunden zu. Seine Mannschaft sei zunächst in eine altbekannte Lethargie verfallen und hätte sich „den Schneid abkaufen lassen“. Doch Hopp bewies ein goldenes Händchen mit seinen drei Einwechslungen. Denn alle Joker trafen! Durch Lasse Bomball, Niko Grühl und Thomas Rauhöft sei „mehr Schwung“ reingekommen in Hälfte zwei. Vor allem die Umstellung auf drei Spitzen zahlte sich aus. Hopp: „Dann hatten wir Müden da, wo wir sie haben wollten.“

FC Germania Parsau – VfL Wittingen/S. 3:5 (1:4)

Die Zuschauer in Parsau bekamen für ihren Eintritts-Obulus einiges geboten. Der Favorit aus Wittingen ließ in der ersten Halbzeit die Muskeln spielen und überrannte die Germanen mit seiner Überfall-Taktik förmlich. „Da war ich selbst absolut positiv überrascht“, staunte VfL-Coach Naim Fetahu. „Wir haben super gepresst.“ Dieses Tempo konnten die Brauereistädter aber nicht über 90 Minuten gehen, Parsau wurde stärker. Zwar sei es nach dem 2:4 „ein bisschen kritisch“ geworden, meinte Fetahu. Doch letztlich geriet Wittingens Sieg nicht in Gefahr.

VON INGO BARRENSCHEEN UND FLORIAN SCHULZ

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