Fußball – 1. Kreisklasse 1: Ali Jfeily sieht den HSV nicht ganz oben

Mittelfeldmotor und Realist

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Mit seinen 27 Jahren zählt Ali Jfeily (Foto) beim SV Hankensbüttel bereits zu den alten Hasen.

Hankensbüttel – Mit seinen 27 Jahren zählt Ali Jfeily beim SV Hankensbüttel bereits zu den alten Hasen. Mehr noch: Jfeily ist mittlerweile so etwas wie das Gesicht des Vertreters der 1. Fußball-Kreisklasse 1.

„Ich denke, dass ich die Mannschaft gut führen kann. Die Jungs hören auf mich, und gerade für die jungen Spieler ist das dann vielleicht doch ein Stück weit Motivation, noch mehr Gas zu geben“, charakterisiert sich der Mittelfeld-Lenker beim HSV selbst.

„Seit ich den Ball das erste Mal gesehen habe, wusste ich, dass das etwas für mich ist“, blickt der Hankensbütteler auf seine Anfänge zurück. Für den HSV spielte Jfeily bereits seit der G-Jugend, durchlief anschließend den kompletten Nachwuchs der Blau-Weißen. Besonders in Erinnerung geblieben ist ihm allerdings sein erstes Herren-Jahr, das er in der Zweitvertretung verbrachte. Mit dieser schaffte der Mittelfeldmotor den Aufstieg in die 2. Kreisklasse. Es zeichnete sich jedoch früh ab, dass Jfeily eher ein Mann für die Erste sein würde.

Den Sprung schaffte er dann auch recht schnell. 2015 stiegen die Hankensbütteler dann aber aus der Kreisliga in die 1. Kreisklasse ab. 2012 sah Ali Jfeily den richtigen Zeitpunkt gekommen, um sich einer neuen Herausforderung zu stellen. Er schloss sich dem Bezirksligisten VfL Wahrenholz an. „Zwar habe ich eher seltener spielen dürfen, dennoch hat dieses Jahr unter Trainer Volker Streilein großen Spaß gemacht“, blickt der 27-Jährige zurück. Auch das Klima in der Mannschaft kann Jfeily nur loben. Dennoch ging es für den Mittelfeldspieler nach nur einer Saison am Taterbusch zurück zu seinen Wurzeln.

Dort spielte er noch ein halbes Jahr, ehe es für ihn für drei Monate auf Erkundungs-Tour nach Südamerika ging. Nach seiner Rückkehr stieg der HSV aus der Kreisliga ab, Jfeily wechselte daraufhin ein zweites Mal nach Wahrenholz. Bei den Schwarz-Gelben war der Nordkreisler immerhin drei Jahre in der Bezirksliga aktiv, ehe sein Weg 2018 erneut zurück nach Hankensbüttel führte. „Die Luft war einfach raus. Dreimal die Woche Training neben der Arbeit war schon sehr anstrengend“, verrät der 27-Jährige. Allerdings fügt er auch offen und ehrlich an: „Wenn ich irgendwann wieder Lust und Laune habe, werde ich vielleicht noch einmal zu einem höherklassigen Verein wechseln. Doch momentan fühle ich mich beim HSV wohl.“

Vor allem von der Geschlossenheit in der Mannschaft von Trainer Richard Matis kann der Führungsspieler nur schwärmen: „Man kennt sich schon so lange, spielt auch schon seit Jahren zusammen. Es macht einfach großen Spaß.“ Dementsprechend verwundert ist der 27-Jährige ob des mäßigen Saisonstarts der Blau-Weißen. Allerdings macht Jfeily, wohl wissend, dass viele gegnerische Trainer den HSV vor der Spielzeit als Titelfavoriten Nummer eins nannten, im gleichen Atemzug auch deutlich: „Wir hatten vor der Saison gute Abgänge, was natürlich auch die Qualität gesenkt hat. Daher denke ich, dass in dieser Saison leider nicht mehr als das Mittelfeld möglich ist.“

Ali Jfeily fühlt sich übrigens im zentralen Mittelfeld, auf der Zehn, am wohlsten, „allerdings finde ich es auch cool, auf der Außenbahn zu spielen“. Der HSV genießt am Sonntag um 14.30 Uhr wieder Heimrecht und trifft auf den SV Barwedel. Erst vor gut einem Monat standen sich beide Teams im Wittinger Kreispokal gegenüber, wobei die Hankensbütteler einen Last-Minute-Erfolg (2:1) einfuhren. „Da müssen einfach drei Punkte her. Ich bin aber davon überzeugt, dass das klappt“, klingt Jfeily optimistisch. „Allerdings ist unsere Chancenverwertung momentan eine glatte Sechs, da müssen wir uns gewaltig steigern“, fügt er an. Vermutlich stehen alle Akteure zur Verfügung, auch Coach Matis wird nach seinem Urlaub wieder an der Seitenlinie stehen. Die Vorzeichen für Ali Jfeily und den SV Hankensbüttel stehen also gut.

VON FLORIAN SCHULZ

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