Fußball – 3. Volksbank-Hallenmaster-Cup der Frauen: Über 250 Zuschauer / SV Gifhorn schlägt Wahrenholz im Finale

„Mega-Kulisse“ überrascht, Sieger nicht

Starke Paraden: Bastiane Kraasz von der SG Knesebeck/Hankensbüttel wurde zur besten Torhüterin des Turniers gewählt.

Wittingen. Das Endspiel – wie prophezeit. Das Zuschauer-Aufkommen indes: Jenseits der kühnsten Erwartungen. Die dritte Auflage des Volksbank-Hallenmaster-Cups der Frauen avancierte gestern in Wittingen zum Kassenschlager!.

254 verkaufte Karten (2012 waren es zum Vergleich noch 102...), dazu weitere Besucher: Die Coolisse haute Mitorganisator Torsten Haase von den Socken. Der Boss des Co-Ausrichters SV Hagen-Mahnburg frohlockte: „Phänomenal! Mit diesem Ansturm konnte keiner rechnen, wir sind alle total überrascht.“ Ganz davon zu schweigen, dass die HaMa-Crew förmlich überrannt wurde. Gut zwei Stunden nach Turnierbeginn gingen einige Getränke zur Neige. Nachschub dringend erforderlich! Was auch Haupt-Turnierchef Hartmut Bartel einfach als „Wahnsinn“ empfand.

Sportliche Paukenschläge blieben hingegen aus. Im Endspiel kam es zum lupenreinen Landesliga-Duell zwischen der SV Gifhorn und dem VfL Wahrenholz. Eine Paarung, die in jedem Wett-Portal eine verschwindend geringe Quote eingebracht hätte... „Das war von vornherein klar, wenn ich das so sagen darf“, meinte auch der Wahrenholzer Coach Daniel Weiß.

Seine Riege war drauf und dran, den Titelverteidiger zu stürzen, führte im Finale nach einem Torwart-Schnitzer durch Carmen Ball. Doch die SVG schlug postwendend durch Sabrina Püschel zurück. Das 1:1 hatte auch nach Ablauf der zehn Minuten Bestand – Neunmeterschießen. Reine Glücks- und Nervensache. Püschel war es dann auch, die den entscheidenden Versuch versenkte. Trostpflaster für den VfL: Cindy Meyer gewann, ebenfalls per Neuner-Lotterie, die Torjägerkanone. Weiß war trotz des bitteren Endes glücklich: „Wir haben ein schönes Turnier gespielt, es hat Spaß gemacht.“

Was für alle Protagonisten am gestrigen Super-Sonntag galt. Selbst der absolut chancenlosen Reunion-Riege des VfL Wittingen/S. machte der Volksbank-Cup Laune. Der Budenzauber war die perfekte Gelegenheit gewesen, um die schwelende Idee eines Comebacks in die Tat umzusetzen. Eine SMS und zack 13 Zusagen. „Vielleicht bahnt sich da was an!?“, wollte Hermann Reichert die Neuformierung eines Punktspiel-Teams nicht ausschließen.

Im kleinen Finale wendete übrigens der Hoitlinger SV (zuvor 2:5 gegen Wahrenholz) das Blatt gegen die SG Beetzendorf/Immekath noch durch Treffer von Laura Oed und Anne Klopp zum 2:1 und wurde Dritter.

An Stelle dieses Duos hätten gut und gerne auch der SV HaMa und die SG Knesebeck/Hankensbüttel die Vorschlussrunde buchen können, wurden in ihren Gruppen undankbarer Dritter. Knesebeck/Hankensbüttel hatte sich diese Option im Grunde durch ein 0:1 gegen Hoitlingen selbst verbaut, war im letzten Spiel gegen Wahrenholz zum Siegen verdammt. „Wir haben uns nicht allzu große Hoffnungen gemacht“, sagte Trainer Günter Niefindt und sollte Recht behalten (0:5). Dennoch hätte sich die SG gut verkauft vor der „Mega-Kulisse“.

Von Ingo Barrenscheen

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