Tischtennis – Bezirksklasse: Groß Oesingen sauer über Staffelleiter-Anordnung

„Man wirft uns ja damit Betrug vor!“

Ernste Miene: Thorsten Swit vom Tischtennis-Bezirksklassisten SV Groß Oesingen empfindet die im Raum stehenden Manipulations-Vorwürfe als haltlos und als „große Sauerei“. Foto: Barrenscheen

Gifhorn/Groß Oesingen – Wenn sich am morgigen Samstag der TuS Seershausen/Ohof und der SV Groß Oesingen zum Jahresauftakt 2019 in der Tischtennis-Bezirksklasse gegenüberstehen, handelt es sich eigentlich um ein ganz normales Punktspiel.

Wäre da nicht eine Direktive seitens des Staffelleiters Gerhard Henneicke aus dem Sommer, die den befreundeten Mannschaften noch immer übel aufstößt. Offenbar stehen – nach Ansicht der Clubs – nicht haltbare Manipulationsvorwürfe im Raum!.

In der Einladung zum Staffeltag vom 8. Juli 2018 hatte Henneicke verfügt, dass sowohl das Hinspiel zwischen Groß Oesingen und Seershausen wie auch die Begegnung SV Triangel-TTC Grassel bis zum 30. September ausgetragen werden müssten. Mit dem Hinweis versehen: „Um allen Spekulationen aus dem Wege zu gehen.“

Daraufhin kam der Stein des Anstoßes ins Rollen. Heiko Janz, Mannschaftsführer des TuS, hakte beim Staffelleiter nach, mit welcher Begründung die Paarung zwingend so früh in der Halbserie ausgetragen werden müsse. Und er belegte anhand von Statistiken der zurückliegenden Jahre (siehe Info-Kasten), dass in den Duellen mit Groß Oesingen fast immer die Heimmannschaft gewonnen hätte – egal wie die jeweilige Tabellensituation gewesen sei. Janz erklärte damals in einer Mail: „Nur weil sich zwei Mannschaften gut verstehen, heißt es nicht das wir untereinander unsere Spiele manipulieren.“ On top legte Seershausen Einspruch gegen diese Anweisung ein.

Der Staffelleiter verwies in seiner Antwort auf den Paragrafen WO/AB Abschnitt F Ziffer 3.1.2 der Spielordnung. Demnach sei er als Spielleiter verpflichtet, eine sportlich einwandfreie, keinen Verein benachteiligende Organisation des Spielbetriebes zu gewährleisten. Henneicke erklärte in dem Schriftwechsel ebenfalls: „Speziell in der letzten Saison sind mir mehrfach Aussagen wie ‘es werden die Ergebnisse gespielt, die benötigt werden’ zu Ohren gekommen.“

Gewissermaßen also eine Maßregelung nach Hörensagen. Nicht in Janz’ Augen „völlig unhaltbar und nicht nachvollziehbar“. Er verlangte Transparenz. Auch Thorsten Swit, die Nummer eins des SV Groß Oesingen, schüttelt noch immer mit dem Kopf: „Das ist eine große Sauerei und einfach traurig! Man wirft uns ja Betrug vor. Und das aufgrund einzelner Aussagen – das ist doch sehr dünn. Dann kann ja jeder solche Aussagen tätigen.“ Pikante Note: Henneicke selbst spielte in der Vorsaison beim TTC Gifhorn IV. Dieser stieg ab, weil Seershausen das Saisonfinale gegen Oesingen mit 9:5 gewann. Der Staffelleiter sei bei diesem Match selbst dabei gewesen, betont Swit. „Er hat also gesehen, dass wir nichts Verbotenes gemacht haben.“

Als im Juli das Rundschreiben samt Termin-Zwang kam, hätten die Verantwortlichen die Thematik aus reiner Vergesslichkeit nicht in der Öffentlichkeit breit getreten – doch abgehakt ist sie nicht. Und kocht nun durch das Rückspiel, das übrigens gemäß der Anweisung bis zum 31. Januar absolviert sein muss, wieder hoch.

Eine wirkliche Aufklärung, woher die Manipulationsvorwürfe stammen, hat es bis heute nicht gegeben. Das IK fragte auch noch einmal beim Staffelleiter nach. Für ihn sei die Angelegenheit „ausdiskutiert“. Er hätte sie auch mit dem Bezirkssportwart Jochen Dinglinger besprochen. „Die Maßnahmen benachteiligen keine Mannschaften“, erklärt Henneicke. Eine weitere Stellungnahme wollte er nicht mehr abgeben. Für die abgestraften Vereine alles andere als zufriedenstellend. Denn was bleibt, sind die nicht bewiesenen Mogel-Vorwürfe. Und damit ein Stempel, den sowohl die Groß Oesinger als auch die Seershäuser nicht auf sich sitzen lassen wollen.

Von Ingo Barrenscheen

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