Fußball – Bezirksliga: Sprakensehls Trainer wechselt im Sommer nach Isenbüttel

Lütke geht zurück in Zukunft

Sprakensehl/Isenbüttel. Gedankenversunken kniet Rouven Lütke am Spielfeldrand. Sinniert womöglich über das Jetzt und das Bald. Die Gegenwart lautet SV Sprakensehl. Die Zukunft MTV Isenbüttel.

Was schon länger gemunkelt wurde, ist nunmehr Fakt: Der Trainer kehrt am Saisonende dem kleinen gallischen Bezirksliga-Dorf den Rücken und zu seinem Heimatverein zurück!.

Lütke wird im Sommer Torben Gryglewski an der Hehlenriede beerben, den es bekanntermaßen zum VfL Wahrenholz zieht (das IK berichtete). Kürzlich besiegelt per Handschlag. Bisher hätten Club und Coach ein „Gentlemen-Agreement“ über das Stillschweigen vereinbart, erklärte MTV-Teammanager Dieter Meinecke.

Die Vorfreude auf die äußerst reizvolle Aufgabe in Isenbüttel beim Noch-Nordkreisler wird aktuell noch vom Wehmut überdeckt. „Ich beschäftige mich in erster Instanz mit der Rückrunde und gehe mit zwei weinenden Augen aus Sprakensehl weg“, bekräftigt Lütke. Kein Wunder nach einer langen, aber äußerst prägnanten Zeit mit dem Durchmarsch des SSV bis in den Bezirk. Die Liaison zwischen dem positiv Fußball-Verrückten und Sprakensehl begann durchwachsen. „Die ersten vier Spiele waren nicht so toll. Da dachte ich, das geht nicht einmal ein halbes Jahr. Aber auf einmal lief es. Draus geworden sind fünf Jahre“, blickt Lütke stolz und auch schwermütig ob der Trennung in gut drei Monaten auf sein Erfolgs-Projekt in Schwarz-Gelb.

Doch durch Gryglewskis Abschied hat sich eine opulente Option aufgetan. „Solch eine Möglichkeit gibt es nicht jedes Jahr“, betont Lütke. Nicht nur, weil er „200 Meter vom Anstoßkreis“ entfernt wohnt in Isenbüttel. Der MTV ist einfach eine ganz andere Hausnummer. „Sprakensehl ist eine kleine Speerspitze, Isenbüttel eine ganz andere Herausforderung“, unterstreicht der ehemalige MTV-Kicker. Vier Herrenteams, eine Riesen-Jugendabteilung – „ich werde auf ganz anderen Ebenen gefordert sein“, glaubt Lütke.

Das Pikante an der Situation: Sein momentaner und sein künftiger Verein stecken beide im Abstiegskampf, nur getrennt durch einen Punkt. Lütke glaubt aber nicht, dass es gegen Saisonende zu einem Gewissenskonflikt kommen könnte: „Ich gehe davon aus, dass Isenbüttel sich dort unten schnell verabschieden wird.“

Das wünschen sich auch die Macher von der Hehlenriede. Und hoffen trotz des Aufwinds Ende 2013 und namhafter Neuzugänge durch den Kommandowechsel auf „frischen Wind“, so Meinecke. Trotz der „klasse Arbeit“, die Gryglewski derzeit dort leiste. Lütke sei vom Know-How vergleichbar, aber ein ganz anderer Typus Trainer. „Ein kleiner Irrwisch an der Seitenlinie“, sagt der MTV-Manager.

Wie es in Sprakensehl weitergeht, ist offen. SSV-Spartenleiter Daniel Weiß wollte sich gestern noch nicht konkret zum weiteren Vorgehen äußern.

Von Ingo Barrenscheen

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