Liga-Toptorjäger Banse verlässt VfL!

Der nächste herbe Verlust: Verbandsligist VfL Wittingen muss künftig auf die Treffer von Torschützenkönig Torben Banse (l.) verzichten. Er wechselt zum VfL Wolfsburg. Foto: Barrenscheen

Wittingen. Unweigerlich werden Gedanken an 2007 wach: Wie vor vier Jahren – damals gingen fünf wichtige Spieler – erleidet Handball-Verbandsligist VfL Wittingen auch in diesem Sommer einen gewaltigen Aderlass. Nach Alexander Naumann und Stefan Tietz (beide SV Oebisfelde) bricht nun der dritte Leistungsträger weg: Torben Banse, in der abgelaufenen Serie Toptorjäger der Klasse, zieht es zum VfL Wolfsburg!

Der verpasste Oberliga-Aufstieg und seine (Spät-)Folgen? Für den neuen Trainer Mike Mühlenbruch bedeutet Banses Abschied freilich die nächste „Hiobsbotschaft“. Am Dienstagabend teilte der Goalgetter seine endgültige Entscheidung mit. Die allerdings hängt mit rein beruflichen Gesichtspunkten zusammen: Wolfsburg bietet dem 20-Jährigen einen Job. „Dafür muss man einfach Verständnis haben. Unsere Bemühungen sind leider nicht auf fruchtbaren Boden gestoßen“, seufzt Mühlenbruch.

Er muss den Wegbruch des nächsten Eckpfeilers erst einmal „verdauen“. Den Torschützenkönig der Verbandsliga (197 Treffer) ersetzt man nicht im Vorbeigehen. „Das ist ein sehr, sehr großer Verlust für uns“, bedauert Mühlenbruch. Bleibt die Frage, ob der VfL diesen Qualitätsverlust kompensieren kann. Aufstiegsträume müssen nun vermutlich erst einmal begraben werden. Der Coach malt nicht schwarz, sagt aber auch: „Drei Leute aus der ersten Sieben: Da kann sich jeder seinen Teil denken. Aber ich werde mit der Mannschaft daran arbeiten, uns sehr gut wettbewerbsfähig zu machen.“ Schließlich ist solch eine Ausgangslage für den Handball-Fuchs nicht neu. „So wie immer, wenn ich irgendwo anfange“, kann sich Mühlenbruch einen Teil Selbstironie nicht verkneifen.

Immerhin erwischt die Kunde die Brauereistädter nicht kurz vor Saisonstart. „Wir haben noch genug Zeit“, meint der Trainer. Er müsse den immer noch sehr breiten Kader nun neu sortieren, eventuelle Positionsverschiebungen ausloten. „Es wird sich zeigen, wie wir damit umgehen. Jeder muss sich neu einbringen. Es wird ein paar Veränderungen geben müssen.“ Darin liegen bekanntlich aber auch immer Chancen.

Gelegenheit zum Probieren gibt es am heutigen Donnerstag im ersten Testspiel beim Landesliga-Topteam VfB Fallersleben (19 Uhr). Für den VfL der Abschluss der ersten Vorbereitungsphase, im Anschluss sind zwei Wochen Pause. Nicht mit dabei im Wittinger Team ist Kai Eschert. Mühlenbruchs Hauptaugenmerk für heute: „Ich kann mir ein Bild machen, sehen, wer sich wie einbringt – und meine Rückschlüsse daraus ziehen.“

Von Ingo Barrenscheen

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