Letzter Anpfiff vor November-Blues?

Tristesse im Gifhorner Fußball, Schwarzmalerei für den Sport: Der erneute Lockdown stellt Vereine, Verbände und Aktive vor große Herausforderungen. Foto: www.imago-images/Michael Weber

Die Corona-Pandemie hat den organisierten Sport im (Nord-)Kreis Gifhorn und der Region erneut in den Würgegriff genommen. Nach den gestrigen Regierungsbeschlüssen gehen Vereine, Verbände und Aktive ab dem kommenden Montag in den Lockdown.

Zumindest an diesem Wochenende könnte das runde Leder aber noch rollen.

Wittingen/Gifhorn – Im Gegensatz zu anderen vorab schon ausgesetzten Sportarten wie Handball oder Volleyball hat sich der Amateurfußball zumindest für den bevorstehenden Spieltag noch die Hintertür offen gelassen.

Der Niedersächsische Fußballverband (NFV) berief unmittelbar nach den für den Sport dramatischen Beschlüssen noch am gestrigen Abend eine außerordentliche Präsidiumssitzung ein, um über die vorübergehende Einstellung des Trainings- und Spielbetriebs zu beraten. Konsens: „Die behördlichen Vorgaben zum Schutz der Gesundheit unserer Mitglieder werden wir auch dieses Mal 1:1 umsetzen“, bekräftigte NFV-Präsident Günter Distelrath.

Nichtsdestotrotz spricht nach Ansicht des Verbands nichts gegen einen letztmaligen Anstoß in dieser Woche unter bestimmten Voraussetzungen: „In den Gebieten Niedersachsens, wo die Corona-Situation eine Austragung der Partien zulässt, darf am kommenden Wochenende noch gespielt werden.“ Sven Bärensprung, Referent für Öffentlichkeitsarbeit im NFV-Kreis Gifhorn, erklärte dazu gestern Abend: „Wir halten uns an die regionalen behördlichen Verfügungslagen. Ich denke, am Donnerstag wird der Landkreis Gifhorn in einer Allgemeinverfügung weiteres regeln.“ Sprich: Gibt es heute aus der Kreisstadt ebenfalls grünes Licht, darf vorerst noch einmal das runde Leder rollen.

Unabhängig davon trifft die Kicker der Lockdown besonders hart: Im gesamten November wird es keinen Amateurfußball geben. Vielleicht geht es sogar in die Verlängerung, ehe dann vermutlich nahtlos die Winterpause startet. Dem Amateurfußball droht damit erneut eine schlimmstenfalls monatelange Hängepartie wie im letzten Frühjahr.

Unterdessen sieht der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) dunkle Wollen aufziehen. Präsident Alfons Hörmann erklärte zwar, dass der Verband die Maßnahme „verantwortungsbewusst grundsätzlich solidarisch“ mittrage. Doch die Folgen könnten in seinen Augen verheerend sein. „Es besteht für die so wertvolle Vielfalt von Sportdeutschland die Gefahr, dass über Jahrzehnte aufgebaute Strukturen für die Zukunft erheblichen Schaden nehmen oder komplett verloren gehen.“ Daher müsse, so Hörmann, dieser Sektor unproblematisch an den angekündigten Nothilfen teilhaben können.

VON INGO BARRENSCHEEN

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