Mia-Sophie Müller aus Tiddische träumt von der ganz großen Tennis-Karriere

Ein Leben für den gelben Filzball

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In der Weltrangliste steht Mia-Sophie Müller derzeit um Platz 1500. Noch in diesem Jahr möchte die 15-Jährige auf Rang 700 hochklettern.

Tiddische/Peine – Für Freunde hat sie nur wenig Zeit. Vielleicht mal am Wochenende, wenn ausnahmsweise mal kein Turnier ansteht. Auch ihre Heimat Tiddische bekommt sie nur selten zu sehen.

Und das alles für einen großen Traum: Mia-Sophie Müller möchte sich in der glamourösen Tenniswelt einen Namen machen.

Den Ball stets im Blick haben: Mia-Sophie Müller traut sich in der Tennis-Welt noch einiges zu.

Und dafür ist die 15-Jährige auf einem guten Weg. Schon in frühen Jahren fand Müller Gefallen am gelben Filzball. „Erst habe ich einmal die Woche trainiert“, erzählt sie. „Doch dann wurde es mit der Zeit irgendwie immer intensiver.“ Eine andere Sportart kam für die 1,81 Meter große Riesin nie in Frage. „Man kämpft für sich selber. Und ist dabei nicht auf andere angewiesen. Das gefällt mir so am Tennis“, betont Müller, die mittlerweile schon seit vier Jahren in der Tennis-Akademie in Peine zuhause ist.

Doch kommt bei so viel Sport dann nicht die Schule viel zu kurz? „Es ist teilweise schon schwierig, alles unter einen Hut zu bringen“, gibt sie zu. Einmal die Woche fährt Müller etwa vier Stunden gen Süd-Westen nach Mannheim, um dort eine Sportschule zu besuchen. Den Lernstoff nimmt sie mit nach Hause und muss diesen zwischen den Trainingseinheiten pauken, um auch neben dem Tennis auf der akademischen Schiene am Ball zu bleiben.

Bekannter Mentor

Trainiert wird sie in Peine von keinem Geringeren als Sascha Nensel. Der 48-Jährige, der mal die Nummer 179 der Tennis-Weltrangliste war, hatte auch schon Nicolas Kiefer, Andrea Petkovic und Julia Görges unter seinen Fittichen. „Von der Art her ist Petkovic mein Vorbild“, erklärt Müller. „Vom Spielstil her gefällt mir Görges am meisten, da wir beide sehr offensiv zu Werke gehen.“ Vor allem die Aufschläge sind mit 1,81 Metern natürlich eine große Waffe von der gebürtigen Tiddischerin. Dagegen habe sie bei der Beinarbeit noch einiges zu lernen. „Ich glaube, das wird mich mein ganzes Leben lang noch verfolgen.“

Erst am Wochenende spielte die 15-Jährige beim ITF-Turnier in Amsterdam vor. In den Niederlanden war in der zweiten Qualifikationsrunde gegen eine Belgierin bereits Schluss. Dennoch bleibt Müller in ihrer gewohnt fröhlichen Art für die Zukunft weiter optimistisch. „Mein Ziel ist es, bis zum Ende des Jahres in der Weltrangliste noch auf Platz 700 zu klettern“, gibt sie sich selbstbewusst. Derzeit rangiert sie um Platz 1500.

Mit der Einstellung ist auf alle Fälle noch vieles möglich. Und wer weiß, vielleicht wird sie schon in ein paar Jahren dann gegen ihre beiden Vorbilder Görges und Petkovic antreten.

VON JANNIS KLIMBURG

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