Fußball – Kreis Gifhorn: Weil Relegation unmöglich ist, jubeln der TSV Brechtorf II und TuS Ehra II

Die lachenden Dritten: Unverhoffte Aufstiege!

Riesen-Sprung in die 2. Kreisklasse! Der TuS Ehra-Lessien II (l.) macht als verhinderter Relegations-Teilnehmer unverhofft einen Satz in die nächsthöhere Etage.
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Riesen-Sprung in die 2. Kreisklasse! Der TuS Ehra-Lessien II (l.) macht als verhinderter Relegations-Teilnehmer unverhofft einen Satz in die nächsthöhere Etage.

Gifhorn/Brechtorf/Ehra – Und mal wieder bewahrheit sich der Spruch: Unverhofft kommt oft. Kaum ist die Amateurfußball-Saison in Niedersachsen zu den Akten gelegt, gibt es noch einen überraschenden Nachschlag für den NFV-Kreis Gifhorn.

In Form eines überraschenden Vierfach-Aufstiegs! 

Während der Jubel beim TSV Brechtorf II über den historischen Erfolg riesengroß ist, muss sich der TuS Ehra-Lessien II für das Abenteuer erst einmal noch personell rüsten.

Corona als sofortige Aufstiegshilfe...

Erst einmal zu den Fakten: Bekanntlich wurde die gestern offiziell ausgelaufene Spielzeit 2019/20 am Sonnabend nach Quotientenregel – mit Auf- und ohne Absteiger – abgebrochen. Mittlerweile ist auch das Meldefenster im Kreis Gifhorn endgültig dicht. Die Auswertung des Spielausschuss-Vorsitzenden Timo Teichert offenbart einen freien Platz zur Staffel-Sollgröße in der 1. Kreisklasse 2. Weil nicht nur der MTV Gamsen II sein Team komplett abgemeldet hat, sondern auch der FSV Adenbüttel Rethen nur noch zwei statt bislang drei Herrenteams an den Start bringt und den Unterbau aus Qualitätsgründen in der 3. Kreisklasse angesiedelt hat. Eigentlich würde die Vakanz gemäß der Spielausschreibung durch ein Relegationsspiel nachbestückt werden. „Da wegen Corona keine Relegationsspiele stattfinden dürfen, steigen nach dem Verbandsbeschluss von Samstag auch alle Relegationsplätze direkt auf“, erklärt Teichert.

Sprich: Die Tabellendritten der 2. Kreisklasse, also der TSV Brechtorf II und SV Dannenbüttel, rutschen automatisch eine Liga höher. Was eine weitere Kettenreaktion nach sich zieht. Die dadurch entstehenden Lücken werden wiederum von den Drittplatzierten der 3. Kreisklasse, dem TuS Ehra-Lessien II und der SV Leiferde II, besetzt.

Historisches Novum als 1a-Abschiedsgeschenk

Die Kicker in Brechtorf waren am Montagabend bei ihrer Trainingseinheit aus dem Häuschen, als sie von diesem Bonbon erfuhren. „Alle haben sich mega gefreut. Aber es wäre natürlich eine andere Sache gewesen, wenn wir regulär aufgestiegen wären. Wir hätten es vielleicht auch so geschafft, die zwei da oben waren in Reichweite“, sagte Björn Krögerrecklenfort. Für den bisherigen Coach ist es das perfekte Abschiedsgeschenk, er wird von Andreas Stiegert beerbt. Krögerrecklenfort grinst: „Vor der Saison habe ich gesagt: Es wäre top, wenn ich als Trainer aufhöre, sich noch einmal mit einem Aufstieg zu verabschieden. Das war eher scherzhaft gemeint...“ Nun ist es Realität. Und ein Novum beim TSV Grün-Weiß. Zwei Herrenteams in ein- und derselben Spielklasse. „Das hat’s noch nie gegeben! Es hatte vorher auch noch nie eine zweite Herren gegeben, die in der 2. Kreisklasse gespielt hat. Das hätte vor einem Jahr keiner geglaubt, wenn ich das erzählt hätte“, lacht Krögerrecklenfort. Brechtorf II wird, da beide Teams nicht in einer Staffel auflaufen dürfen, in die Süd-Gruppe wandern. „Auch mal was Neues.“ Er traut dem Novizen den Klassenerhalt zu und hat noch einen Wunsch: „Dass es eine Corona-taugliche Art und Weise gibt, wie wir das im Kreis der Mannschaft feiern können.“

„Endlich bekommen wir Schiedsrichter...“

Derweil war die frohe Kunde bei Ehras Reserve gestern Nachmittag noch gar nicht bis zu allen Spielern durchgedrungen. Die multilinguale Kommunikation in der Flüchtlings-Truppe gestalte sich eben nicht so einfach, meint Trainer Heiko Kiene. Er bezeichnet die neue Herausforderung eine Klasse höher als „spannende Sache. Wir sind ja keine ganz normale Mannschaft...“ Im Nachgang bereut er es fast, dass er bei fünf seiner bisherigen Schützlinge in jüngster Vergangenheit einen Umzug in andere Nordkreis-Orte, verbunden mit einem Vereinswechsel, forciert hat. „Das waren fünf meiner Besten. Jetzt müssen wir erst einmal zusehen, eine Mannschaft auf die Beine zu stellen.“

Er persönlich freut sich beim Sprung in die 2. Kreisklasse besonders „über den ganz großen Aspekt, dass wir endlich Schiedsrichter bei den meisten Spielen bekommen“.

VON INGO BARRENSCHEEN

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