IK-Teamcheck Fußball-Kreisliga: Ruhe und Altersstruktur für ein erfolgreiches Knesebeck

„Kumpels“ mit sportlichen Ambitionen

Erfolgsrezept Zusammenhalt: Der VfL Knesebeck kann auch in der Rückrunde auf eine eingeschworene Gemeinschaft setzen, die sich noch Chancen für ganz oben herausspielen kann.
+
Erfolgsrezept Zusammenhalt: Der VfL Knesebeck kann auch in der Rückrunde auf eine eingeschworene Gemeinschaft setzen, die sich noch Chancen für ganz oben herausspielen kann.
  • VonMarvin Scholz
    schließen

Nach oben ist alles möglich, die Abstiegssorgen sind nicht wirklich vorhanden. Was sich nach dem Fußball-Bundesligisten SC Freiburg anhört, ist an der Wurzel des Fußballsports, in der Kreisliga A, der VfL Knesebeck.

Knesebeck – Auf Basis eines sehr ruhigen und wenig druckvollen Umfelds, spielt der ambitionierte VfL seinen Fußball. Im Gepäck ein gut strukturierter Kader und ein klarer Trainer.

Ähnlich wie jenes aus dem Breisgau befindet sich das Team von Trainer Jan Rinkel auf Platz drei – vier Siege und zwei Unentschieden stehen auf der Haben-Seite und es sind nur zwei Punkte Abstand auf Rang zwei. Die Abstiegsplätze hingegen sind zehn Punkte entfernt.

Läuft also. Wieso, weshalb, warum? Das erörtert das IK im IK-Teamcheck.

Entwicklung

Es passt zum gesamten Stimmungsbild, dass der Drittplatzierte keine großen Entwicklungssprünge nehmen musste. Zu stimmig ist dafür das interne Mannschaftsleben: „Es ist alles sehr, sehr gut. Die Trainingsbeteiligung passt und wir stehen insgesamt besser da, als wir uns erhofft haben“, resümierte Rinkel die Hinrunde glücklich. Die Blau-Weißen können ganz in Ruhe arbeiten und darüber hinaus im Training gute Schwerpunkte setzen. Zwei Indikatoren, die zweifelsohne für ein sportlich erfolgreiches Bild sorgen können. Doch damit nicht genug: „Es sind fast alles Kumpels bei uns. Die erfahrenen Spieler organisieren viel, die jungen Akteure schließen sich nahtlos an“, verdeutlichte der Chefcoach. Schon Anfang November hat das Team ein Fußballtennis-Turnier veranstaltet – hinzu kamen Aktivitäten wie Bowling, um das Gesamtgefüge zu stärken und auch dort gemeinsam erfolgreich zu sein und den Spaßfaktor zu gewährleisten. Die Methoden scheinen Früchte zu tragen.

Klare Strukturen, ein gutes Miteinander und eine klare Idee, wie Rinkel auch beim System verriet: „Normalerweise spielen wir ein 4-4-2 mit Raute. Davor haben wir auch mal mit einem 4-2-3-1 gespielt. Die Viererkette mit Raute haben wir aber nochmals verfeinert und stellen gelegentlich auf das andere System um. Aber auch ein 4-3-3 war mal dabei.“

Stärken

Schon fast logisch und auf der Hand liegend, formulierte Rinkel natürlich den Zusammenhalt als oberste und wahrscheinlich wichtigste Stärke der Mannschaft. „Der Teamgeist stimmt total. Dazu haben wir aber auch eine funktionierende Defensiv-Struktur – in den ersten Spielen haben wir keine Gegentore kassiert (die ersten beiden Partien 4:0 gewonnen, Anm. d. Redaktion).“ Überdies positiv zu bewerten sind ebenso die sehr guten Umschaltmomente durch die dynamischen Spieler. „Dadurch, dass wir auf eine Raute umgestellt haben, ist das Mittelfeld noch geschlossener aufgetreten“, erklärte der VfL-Dirigent.

Defizite

Für Rinkel könnte aber an der Altersstruktur noch etwas gefeilt werden. Dies soll aber nicht als generelle Kritik verstanden werden: „Uns fehlt noch etwas die Erfahrung. Wir haben fünf bis sechs Spieler in der Stammelf, die 18 beziehungsweise 19 Jahre jung sind.“ Ein weiterer Verbesserungsaspekt ist die Abschlussstärke: „Wir mussten viele Punktverluste hinnehmen, obwohl das Team zur Halbzeit schon hätte deutlich höher führen müssen.“

Schönster Moment

Wie aus der Pistole geschossen, erzählte der Erfolgs-Coach von einem manifestierten Ereignis: „Der Heimsieg gegen den SV Groß Oesingen (3. Spieltag, Anm. d. Redaktion): Zuhause haben wir das Top-Spiel 3:2 gewonnen. Eine Partie gegen einen echten Top-Favoriten aus der Liga.“ Nichtsdestotrotz steht der SV vor dem VfL und ist somit der erste direkte Konkurrent.

Bitterster Moment

Nicht etwa die Niederlage gegen den SV BW Rühen (1:2) führte Rinkel zu diesem Punkt an. Stattdessen sind es die beiden Unentschieden gegen den FSV Vorhop Schönewörde und den SV Osloß: „Wenn wir oben mitspielen wollen, müssen wir solche Spiele dann auch gewinnen. Da hat die Kaltschnäuzigkeit gefehlt und wir haben unnötige Kontertore kassiert.“

Gewinner der Hinrunde

Tobias Liebelt und Matthias Reinecke haben ihren Cheftrainer beeindruckt: „Matthias ist beim Kontern sehr stark und gut im Umschaltspiel. Er hat seine Stärken im Eins-gegen-Eins, aber am Abschluss kann er noch arbeiten.“ Liebelt ist ein „abgezockter Achter“, der mit 19 Jahren schon das Mittelfeld mitdominiert. Seine Entwicklung gefällt Rinkel gut. Er pointierte, dass Liebelt „diese gewisse Ruhe ins Spiel bringt“. Zwei mutmaßliche Leistungsträger für die Rückrunde also.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare