Handball – Verbandsliga: Wittingen/Stöcken erkämpft Remis gegen Spitzenreiter

Krimi küsst die Gelbe Hölle wach

+
Was für ein Fight, was für ein Krimi! Wittingen/Stöcken bäumte sich gegen Spitzenreiter Duderstadt auf (Bild l./Lars Erxleben) und haderte sogar über den verpassten Siegtreffer (Bild oben r./Kai Eschert). Aber auch TVJ-Trainer und Ex-Profi Christian Caillat raufte sich die Haare. 

Wittingen – Er galt als verschollen. Doch am Samstagwaberte er wieder durch die Festung, der gute alte Geist der Gelben Hölle. „Es war seit langem mal wieder richtig gute Stimmung in der Halle“, registrierte auch Trainer Christian Gades genüsslich.

Kein Wunder, erlebten die Zuschauer doch einen mitreißenden Krimi in der Handball-Verbandsliga zwischen der SG VfL Wittingen/Stöcken und dem TV Jahn Duderstadt. Das Duell Heimmacht vs. Spitzenreiter mündete in einer Patt-Situation. Durch das 24:24 (12:14) bleiben die Brauereistädter in dieser Saison zuhause ungeschlagen.

Getreu dem Unentschieden-Usus war Gades beim Rekapitulieren der packenden Partie hin- und hergerissen. „Es gibt ein lachendes und ein weinendes Auge.“ Wobei Variante eins leicht überwiegen würde. Immerhin hatten die Wittingen/Stöckener den designierten Meister haarscharf an den Rand einer Niederlage gebracht. Dank einer bockstarken Abwehr. „Wie die Jungs im Verbund verteidigt haben, war richtig gut! Wir haben auch gesagt, dass sie an die Grenze des Legalen gehen müssen, um eine Chance zu haben.“ Andersherum zog sich aber wie ein roter Faden auch der Chancenwucher durch das SG VfL-Spiel. Der buchstäblich ganz große Wurf wäre auch drin gewesen. „Das brauchen wir nicht wegzudiskutieren“, bestätigte der Coach.

Gerade in den ersten Spielminuten musste allen, die zu Wittingen/Stöcken halten, ein wenig flau in der Magengegend werden angesichts versiebter Hochkaräter. Die Gastgeber machten das 0:3 direkt wieder wett, warfen aber auch weiterhin Duderstadts Torwart Julian Krüger berühmt. So lief Wittingen/Stöcken in Halbzeit eins fast pausenlos einem Rückstand hinterher. Auch, weil sich das Team im eigenen Überzahlspiel ärgerliche Gegentore einhandelte.

Doch all das warf die SG VfL nicht aus der Bahn. Auch nicht die Drei-Tore-Bürde nach Wiederbeginn. Als nach gut 40 Minuten die Partie allmählich kippte, ruckte auch das Publikum mit an. „Die Halle hat gespürt: Da könnte was gehen heute“, so Gades. Seine Schützlinge drehten das 18:20 in ein 22:20 (50.). Doch jetzt sollte sich die Dramatik erst so richtig zuspitzen. Nach dem 23:22 verpasste es Wittingen/Stöcken erneut mit einem Mann mehr auf der Platte, dem Tabellenführer endgültig ein Schnippchen zu schlagen. Im Eifer des Gefechts leisteten sich beide Parteien Fahrkarten und Leichtsinns-Abspielfehler, ohne aber in Endkonsequenz Kapital daraus zu schlagen.

Praktisch mit der Schlusssirene hatte Marten Schultze dann sogar noch das 25:24 auf der Patsche nach einem 30 Meter-Pass von Kai Eschert, scheiterte aber. „Bezeichnend für das Spiel“, meinte Gades mit Blick auf die ausgelassene Königschance. Es wäre des Guten aber wohl auch zu viel gewesen nach einem intensiven Schlagabtausch. „Die Jungs haben gesagt, sie sind richtig fertig gewesen. Die Punkteteilung ist am Ende gerecht“, bilanzierte Gades.

VON INGO BARRENSCHEEN

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare