Fußball: Drei Gifhorner Bezirksliga-Absteiger würden Klassen darunter hart treffen

Kreis(liga) zittert mit Brome und Co.

Müssen in der Kreisliga noch bangen: Wesendorfs Martin Grobauer (links) und der Groß Oesinger Micha Degenhardt.
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Müssen in der Kreisliga noch bangen: Wesendorfs Martin Grobauer (links) und der Groß Oesinger Micha Degenhardt. 

Gifhorn – Worst-Case-Szenario statt Komfortzone!? Weil in den beiden vergangenen Spielzeiten nicht ein einziger Gifhorner Club in der Fußball-Bezirksliga die Segel strich, kam der hiesige NFV-Kreis in den Genuss von zusätzlichen Aufsteigern in den Klassen darunter.

Doch in dieser Saison – zumindest nach dem aktuellen Status quo – droht der Bumerang-Effekt! Nicht ausgeschlossen, dass am Ende sogar drei Gifhorner Teams in der Bezirksliga die Abstiegsplätze bekleiden. Und das würde sich wie ein Rattenschwanz nach unten durchziehen.

Vier Kreisliga-Absteiger?

Der MTV Gamsen Schlusslicht, der VfR Wilsche-Neubokel Drittletzter und nicht weit darüber tummeln sich mit dem FC Brome und FSV Adenbüttel Rethen noch weitere potentielle Streichkandidaten. Eine durchaus heikle Ausgangslage, die sich bei Halbzeit in der Bezirksliga auftut. Und der Kreis zittert mit. Denn trifft es am Ende sogar ein Trio, würde besonders die unmittelbar folgende Kreisliga darunter leiden. Drei von oben hieße dort: Vier müssen runter! Denn die Anzahl der Regelabsteiger würde sich durch die gleitende Skala verdoppeln. Das war zuletzt in der Serie 2014/15 der Fall, damals erwischte es auf dramatische Weise den SV Hankensbüttel als Viertletzten. Dabei schwebt auch so schon zur Winterpause die halbe Liga in Abstiegsgefahr. Und über den Köpfen eben auch noch jenes Damoklesschwert.

Neuland für Oesingen

Alarmglocken schrillen bei den betroffenen Teams aus dem Nordkreis (noch) nicht. Gleichwohl lugen die Verantwortlichen schon mit einem Auge auf das, was eine Etage höher passiert. „Natürlich befasse ich mich als Trainer damit, mir ist das voll bewusst“, bestätigt etwa Torben König, Trainer des schwächelnden Tabellenneunten SV Groß Oesingen. Für seinen Verein ist die prekäre Momentaufnahme respektive die Involvierung in den Abstiegskampf allgemein Neuland. Doch König will das Thema auch nicht zu hoch hängen „und die Jungs damit verrückt machen. Es sind auch nur sechs Punkte Vorsprung auf den regulären Abstiegsplatz – das macht auch keinen großen Unterschied.“ Ganz davon zu schweigen, dass der SVGO ohnehin „andere Ziele“ verfolge. „Wir wollen noch ein paar Plätze klettern.“

Hopps nüchterne Sicht

Auch Königs Kollege Matthias Hopp schiebt keine Panik. Aus anderen Gründen. Denn sein Wesendorfer SC ist ein gebranntes Kind in Sachen Abstiegskampf. Der WSC-Dirigent bewertet die Sachlage äußerst nüchtern: „Man muss der Tatsache vollkommen ins Auge blicken: Ich rede seit zweieinhalb Jahren dasselbe hier.“ Mit Glück und Geschick sei das Team dem Kreisliga-Kollaps immer knapp von der Schippe gesprungen – nur hätte sich die Einstellung eben nicht verändert. „Wenn dann das Damoklessschwert auf unser Haupt fällt, dann ist es halt so und sind nur wir selbst dafür verantwortlich“, unterstreicht Hopp und pointiert: „Wir können nicht steuern oder beeinflussen, was von oben kommt – wir können nur das verändern, was wir selbst abliefern.“

BW Rühen bleibt ruhig

Ruhig Blut lautet das Motto beim SV BW Rühen und seinem Trainer Matthias Weiß. Den Ist-Zustand könne er nicht von der Hand weisen. „Doch das macht die Sache nicht schlimmer oder besser. Wenn wir uns jetzt damit befassen, bringt uns das nicht weiter.“ Das beste Mittel, um selbst im Schlimmstfall nicht doof dazustehen, sei schlichtweg, die nötigen Punkte einzufahren. Darauf konzentrieren sich die Blau-Weißen.

Der Rattenschwanz

Übrigens wäre selbstredend nicht nur die Kreisliga Leidtragender. Die Kette würde sich in den Klassen darunter fortsetzen. Bei zwei Gifhorner Bezirksliga-Absteigern würde es dieses Mal zu einer Ab- statt Aufstiegsrelegation der Drittletzten in den 1. und 2. Kreisklassen kommen. Erwischt es sogar ein Dreierpaket, würden die Drittletzten der besagten Staffeln allesamt direkt abgehen. Die erste Bromer Mannschaft hat also nicht nur das eigene, sondern womöglich auch gleich noch das seiner Zweitvertretung (Drittletzter in der 1. Kreisklasse) in der Hand...

Wirklich akut wird das Thema in der Tat erst 2020. Doch zumindest sollten schon einmal alle Antennen bei den gefährdeten Vereinen auf Empfang sein.

VON INGO BARRENSCHEEN

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