Handball – Oberliga Herren: Derbe 19:37-Klatsche bei Schaumburg Nord

Kopflos: Packung für VfL

+
Werfen? Passen? Nichts von beidem! Die Wittinger Offensive um Janosch Kochale (M.) verhedderte sich bei der HSG Schaumburg Nord immer wieder in undurchdachten Angriffsaktionen. Der Grund für eine herbe 19:37-Packung.

Bad Nenndorf. Axel Bühlow schüttelte auch tagsdrauf noch den Kopf. Viel häufiger als ihm lieb war.

Und obwohl seine Oberliga-Handballer vom VfL Wittingen bei der HSG Schaumburg Nord allzu kopflos agiert hatten, verzichtete Wittingens Oberhaupt darauf, seine Akteure nach der 19:37 (10:18)-Rasur um eben jenen zu kürzen.

„Es bringt jetzt nichts, den Jungs den Kopf abzureißen“, wiegelte Bühlow auch nach der fünften Pleite in Folge ab. Das Team habe sich jederzeit bemüht, nur wieder einmal „die falschen Entscheidungen“ getroffen. „Die Jungs sind zu ungeduldig gewesen, haben zuviele Fehler gemacht. Und das wird bestraft“, sagte Wittingens Trainer, dessen Riege dem Topteam ins offene Messer lief. Mindestens zwölf Treffer der HSG wären nach Tempogegenstößen gefallen. Eindeutig zuviel!

Spielt ruhig! Die Aufforderung von Wittingens Trainer Axel Bühlow (m.) blieben ungehört.

Der Start war ordentlich. Die Gäste führten. „Beim 1:0 war die Welt noch in Ordnung“, zeigte Bühlow Humor. Und hielten bis zum 3:4 mit. Weil Wittingen vom Scheitel bis zur Sohle die Vorgaben ihres Trainers umsetzte. „Die ersten sechs Minuten waren ausgeglichen. Auch weil wir ruhig gespielt und die Spielzüge umgesetzt haben“, so Bühlow, der in einem frühen Timeout mahnte, gegen die „sehr gute Deckung“ der HSG geduldig zu bleiben.

Diese Mahnung ließen sich die VfL-Spieler nur durch den Kopf gehen. Hier rein, da raus. Nach der Auszeit fing Wittingen plötzlich an, überhastet zu werfen. Geschenke, die die HSG-Offensive („Die waren gut, brandgefährlich“) dankend annahm. 6:3, 13:7, 18:10. Die Partie war nach der ersten Halbzeit schon entschieden.

Auch vor dem zweiten Durchgang forderte Bühlow seine Mannschaft auf, angesichts des hohen Rückstands die Angriffe doch lange auszuspielen. Das Gegenteil trat ein. „Die Schiedsrichter kamen nicht einmal dazu, Zeitspiel gegen uns anzuzeigen“, staunte der VfL-Coach nur ungläubig. Zu schnell wurden die Abschlüsse gesucht. Die Aktionen „immer hektischer. Und so kommt dann so eine hohe Packung zu Stande“, meinte der Coach, der einen konzentrierteren Auftritt gerne gesehen hätte.

Den Kopf abreißen will Bühlow seinen Mannen ja nicht. Vielmehr gelte es nun „die Köpfe enger zusammenzustecken.“ Denn in den nächsten Spielen müssen Punkte her, die Chance gegen direkte Konkurrenten muss beim Schopf ergriffen werden.

Von Matthias Jansen

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare