IK-Nachspielzeit: Nach Pleite wettert VfL-Trainer Lenz los / Dauerläufer Grühl / Vorhops Scherbenhaufen

Knesebeck: Krach und Konsequenzen

Das Gefühl kannten sie beim VfL Knesebeck gar nicht mehr: verloren! Erstmals nach 17 erfolgreichen Liga-Spielen! Trainer Marco Lenz will den erneuten Fehlstart vermeiden und schlägt Alarm. Genauso wie sein Kollege Stefan Zimolong beim VfL Vorhop. Die IK-Nachspielzeit:.

Erst gut 20 Kilometer gleichmäßigen Schrittes durch Wolfsburg, dann nochmal rund 20 Minuten Tempo-Wechsel im Heidelandstadion: Dennis Grühl erlebte einen knackigen Sonntag. Der Verteidiger des Wesendorfer SC hatte am Vormittag einen Halbmarathon absolviert. Für einen Kurzeinsatz gegen den VfL Wittingen/S. (1:3) reichte es dennoch. Wobei er auf dem Rückweg nach Wesendorf schon seine Beine gespürt hätte. „Ich habe sie mit Franzbranntwein eingerieben. Bei den kurzen Sprints habe ich dann aber schon gemerkt, dass ich schon 21 Kilometer in den Knochen habe“, sagte Grühl augenzwinkernd. Der Ausdauer-Außenbahner konnte das Ruder für seinen Club nicht mehr rumreißen. Erfolgreicher lief es da beim Marathon: „Ich habe Platz 82 von 1300 Läufern belegt. Die Strecke war echt cool. Durch das VW-Werk, die Autostadt und beide Stadien.“

Nicht schon wieder! Dieser Gedanke schoss Armen Armen schon während der Partie seines SV Groß Oesingen beim TSV Grußendorf durch den Kopf. Mit Christopher Schultze (Knie), Marc-Andre Haarmann (Leiste) und Alexander Gärtner (Verdacht auf Bänderriss) beklagte Armen drei – womöglich längerfristige – Ausfälle. Nach Micha Degenhardt nun schon nach zwei Spielen Vier verliert in Groß Oesingen. Offenbar hat das Team aus der 1. Kreisklasse 1 die Verletzungsseuche doch nicht abgeschüttelt. „Ich fasse es nicht“, haderte Armen.

Zumal Sebastian Stelter nur mit zwei Schmerztabletten auflaufen konnte. Der Innenverteidiger plagt sich seit Wochen mit Knie-Problemen herum, verzichtet aufs Training, um wenigstens die Spiele absolvieren zu können. „Man sieht, dass er leidet. Aber er hat volle 90 Minuten durchgehalten“, lobte Armen die Schmerz-Toleranz von Stelter.

Lenz ledert los! Nach der überraschenden 1:2-Auftaktpleite in Tappenbeck watschte Trainer Marco Lenz seine Spieler vom VfL Knesebeck verbal kräftig ab. Klatsch! „Wir haben uns bis auf die Knochen blamiert“, wetterte der Coach. Und meinte nicht die Niederlage an sich, sondern die Art und Weise. Klatsch! „Das war eine absolute Frechheit jedem Knesebecker Zuschauer gegenüber.“ Offenbar hätten einige Spieler nach der Blitzführung gedacht, schon aufgestiegen zu sein, merkte Lenz zynisch an. Klatsch! „Wir haben genau eine Minute Fußball gespielt.“ Der Lustlos-Kick werde personelle Konsequenzen haben, kündigte der VfL-Übungsleiter an. Schließlich will Knesebeck keinen Fehlstart wie in der Vorsaison (vier Pleiten) erleben.

Die Stirn liegt in Falten. „Was ist nur mit der Mannschaft los“, fragt sich VfL Vorhops Trainer Stefan Zimolong. Eigentlich sei sein Team stärker als in der letzten Saison. Die Ergebnisse sprechen eine andere Sprache. Aus im Kreispokal und zwei Niederlage in der Liga. Vorletzter! Zimolong schlägt Alarm. „Es ist zwar noch früh. Trotzdem ist der Saisonstart ein kleiner Scherbenhaufen. Ich will mich nicht darauf verlassen, dass es besser wird“, meint Vorhops Coach. Sein Vorwurf: „Einige Spieler nehmen es zu leicht, spielen nicht mit Kämpferherz. Wir müssen nicht schön, sondern effektiv spielen“, fordert Zimolong, dessen Team beim Stadtpokal-Sieg gegen Aufstiegsanwärter VfL Wittingen (3:2) die vorhandene Qualität nachwies. Wie Kevin Büttner! „Er wollte gegen Wittingen gewinnen, hat sein Team mitgezogen, war wie im Rausch“, erinnert sich der VfL-Coach. Gerade dies vermisst er jetzt. „Er muss wieder als Leader vorweg gehen. Ich erinnere ihn an seine guten Spiele und weiß, dass er leicht da wieder hinkommen kann. Mit viel Willen.“

Willkommen zurück auf der Show-Bühne! Unverhofft fand sich Peter Loeper wieder auf dem Trainerstuhl des FC Brome wieder. Weil Amtsinhaber Thorsten Thielemann die Einschulung seines Nachwuchses feierte, übernahm Loeper in Wasbüttel den Job. „Ich bin gefragt worden und habe gesagt, dass ich das für Thorsten und den Verein gerne übernehme“, sagte Loeper. Zwar setzte es beim Meisterschaftsfavoriten die erwartete Niederlage, der Interims-Chef war aber nicht unzufrieden. „Das war das Beste, was wir herausholen konnten. Scheinbar haben mir die Jungs gut zugehört“, lobte er seine Rumpftruppe. Mit einem Psychotrick brachte Loeper seine Kicker auf Trab. „Ich habe ihnen gesagt, dass wir nicht abschenken. Wir können die Partie verlieren, aber nicht unser Gesicht. Schließlich vertreten wir den Verein.“ So rannten und kämpften die Bromer Buben, wie es wohl auch Loeper nicht gedacht hatte. „Einige sind schon auf dem Zahnfleisch gelaufen“, war Loeper vom Einsatzwillen begeistert.

Eine neue Runde, eine neue Runde... Bevor die Altherren-Fußballer des FC Brome erneut den Rummel bei der Endrunde um die Ü32-Niedersachsenmeisterschaft in Barsinghausen miterleben dürfen, müssen sie noch einen Quali-Durchgang erfolgreich überstehen. Die Ostkreis-Oldies genießen am Mittwoch, 3. Oktober, um 11 Uhr Heimrecht. Gegner ist dann die SG Jerstedt-Bredelem – ein Team aus dem Harz. Bleibt für den FCB zu hoffen, dass da kein unüberwindbarer Brocken auf der anderen Seite wartet...

Die Altsenioren der SG Wahrenholz/Schönewörde sind ebenfalls nur noch eine Etappe vom großen Showdown um die Ü40-Niedersachsenmeisterschaft entfernt. Und auch sie genießen nach der Auslosung in der dritten Runde am Sonnabend, 22. September, Heimrecht. Das Team vom Taterbusch empfängt um 16 Uhr FT Braunschweig.

Von Ingo Barrenscheen und Matthias Jansen

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