Kleine Knappen in Knesebeck: Trares und VfL gefällt’s

Prominenter Besuch in Knesebeck: Bernhard Trares, seit knapp zwei Wochen Trainer der Schalker U23, gefiel das Gastspiel. 350 Zuschauer sorgten für einen würdigen Rahmen.

Knesebeck. Grüner Teppich für königsblaue Kicker: Der VfL Knesebeck rollte am Dienstagabend einen nahezu perfekten Läufer für den prominenten Besuch aus. Der kleine FC Schalke 04 dankte es vor 350 Zuschauern mit einer flotten zweiten Halbzeit und einem 3:0-Erfolg gegen die U23 von Eintracht Braunschweig.

Bernhard Trares, früher in den Bundesliga-Stadien der Nation zuhause, zeigte sich durchaus angetan von den Bedingungen auf dem Ernst-Hiestermann-Platz. „Es ist toll, was die Vereine auf dem Land leisten.“ Die stattliche Kulisse überraschte ihn nicht wirklich. „Schalke ist ein einzigartiger Verein, der in ganz Deutschland Fans hat.“ Er betrachtete das Gastspiel in Knesebeck auch als eine Art Fan-Pflege in Vertretung für die Bundesliga-Stars. „Wir fahren gerne in die Region raus und zeigen Präsenz, wenn es Spiele zu bestücken gilt, die die Profis nicht wahrnehmen können.“

Aber nicht nur am Ambiente fand der 183-fache Bundesliga-Akteur Gefallen. Das Spiel seiner neuen Schützlinge – Trares ist erst seit Anfang Juli, also noch ganz frisch im Amt – sagte ihm zu. „Wir haben gutes Tempo gemacht, sind schön marschiert. Es macht super Spaß.“ Was vorwiegend auf die zweiten 45 Minuten zutraf. Zwar erspielte sich die Ruhrpott-Reserve (Ex-Bundesliga-Profi Frank Fahrenhorst fehlte verletzungsbedingt) auch schon im ersten Durchgang ein optisches Übergewicht, die eine Klasse tiefer angesiedelten Eintracht-Amateure hielten sich aber unter den Augen von Zweitliga-Trainer Uwe Lieberknecht und Manager Marc Arnold schadlos.

Das änderte sich nach dem Seitenwechsel schlagartig. S04 wechselte kräftig durch – und scheinbar die Leistungsträger ein. Denn plötzlich lief das Bällchen. Präzise, gradlinig und flott trug Königsblau seine Angriffe vor. Konsequenz: die Tore von Philipp Hofmann (55.), dem auffälligsten Akteur Marco Quotschalla (66.) und Jonas Erwig-Drüppel (74.). Wer weiß: Vielleicht sieht man den einen oder anderen bald bei Ralf Rangnick wieder... Trares: „Das liegt an den Jungs selbst.“ Mit der 90-minütigen Einheit war er sichtlich zufrieden: „Braunschweig war ein Top-Gegner, hat es uns richtig schwer gemacht. Die Anreise hat sich gelohnt.“

Das sah auch Knesebecks Abteilungsleiter Werner Lemberger so. „Ein tolles Spiel, das man nicht alle Tage sieht. Das war schöne Werbung für den Fußball.“ Den Zuschauer-Zuspruch registrierte er ebenfalls mit einem Lächeln. Es wird nicht das letzte Mal gewesen sein, dass Knesebeck solche hochkarätigen Spiele erlebt. So weit ist der VfL mit Veranstalter Marcus Bergmann schon übereingekommen. Lemberger: „Er hat gesagt, wir können jetzt ja nicht weiter runterfallen.“ Heißt: Vielleicht kommt 2012 sogar noch mehr als vierte gegen fünfte Liga!

Von Ingo Barrenscheen

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