IK-Nachspielzeit: Hankensbütteler wechselt zu Landesligist Platendorf / Haarige Wette in Wahrenholz / Baucks Belohnung

Klasen macht den Cut! Und Ralf Ende...?

Mit einer Collage bedankten sich Sprakensehls Spieler (Michael Schnaase/r.) vor dem Spiel gegen den SSV Didderse bei ihrem scheidenden Coach Rouven Lütke (2.v.l.). Foto: Felber

Den großen Einschnitt hat Friedrich Klasen schon hinter sich. Auch in Wahrenholz wird es eine (haarige) Veränderung geben. In Ohretal und Sprakensehl staunte man über ungeahnte Verteidiger-Fähigkeiten – heute in der IK-Nachspielzeit.

Wenn nicht jetzt, wann dann!? Der Schritt sei ihm schwer gefallen, betont Frie- drich Klasen. Und doch wagt der Offensiv-Allrounder des SV Hankensbüttel nun den Sprung aus der Kreisliga hin zu Landesligist TuS Neudorf-Platendorf. „Ich habe mich immer wohl gefühlt in Hankau. Aber ich habe Bock, höherklassig zu kicken“, sagt Klasen. Der Reiz, in einer höheren Klasse seine Klasse zeigen zu können, habe den Ausschlag gegen das gewohnte Umfeld und die Freunde gegeben. „Ich glaube, ich würde es bereuen, wenn ich es jetzt nicht ausprobieren würde.“ Ein Grund war zudem, dass Klasen den TuS-Trainer Ralf Schmidt bereits bestens kennt. Schon in der Kreisauswahl coachte er das Nordkreis-Talent und suchte vor zwei Wochen den Kontakt. Klasen, zudem noch ambitionierter Tennisspieler, sagte dennoch Ja zum Wechsel. Weil „Ralf Schmidt meine Situation kennt“ und auf das Nebeneinander von Tennis und Fußball Rücksicht nehmen will.

Da staunte Holzlands Keeper Marian Heinemeier Bauklötze: Nachdem er zum zweiten Mal im Spiel gegen den VfL Wahrenholz sensationell ein Tor von Chris Hartmann verhindert hatte, bekam Heinemeier ausgerechnet vom gegnerischen Co-Trainer Ralf Ende Szenenapplaus – und schaute verdutzt aus der Wäsche. Was er nicht wusste: Ende und Hartmann haben eine Wette am Laufen. Der Innenverteidiger muss acht Saisontore erzielen, steht aktuell bei sechs. Es hätte gegen Holzland also schon so weit sein können. Gewinnt Hartmann, muss Ende beim Saisonfinale kommenden Sonntag am Taterbusch seinen Schnauzer lassen. Verliert er, „trägt er demnächst Glatze“, grinste der Wahrenholzer Chefcoach Volker Streilein. So oder so eine haarige Angelegenheit.

Ob er Robert Stephani bis auf die Toilette folgte, ist nicht überliefert. Zumindest auf dem Rasen aber ließ Jan-Hendrik Schulze vom FC Ohretal den designierten Torschützenkönig der 1. Kreisklasse 1 vom MTV Isenbüttel II (26 Treffer) nicht aus den Augen. „Überragend, wie er den Kollegen aus dem Spiel genommen hat. Von dem war nullkommanichts zu sehen“, verteilte FCO-Coach Joachim Schöbel einen Smiley an Schulze. Immerhin spielte dieser das allererste Mal als Manndecker. Und machte seine Sache so hervorragend, dass sein Coach gleich den nächsten Wadenbeißer-Auftrag für ihn vorsieht. Schöbel: „Am letzten Spieltag spielen wir ja gegen Osloß. Er ist ein Kandidat, der Mario Fischer betreuen wird...“

Schlechtes Karma!? Zum zweiten Mal hintereinander musste der SV Bokensdorf in seinem Spiel ohne etatmäßigen Schiedsrichter auskommen. Bereits eine Woche zuvor in Langwedel war der angesetzte Referee nicht erschienen, nun am Sonntag im Heimspiel gegen den TSV Grußendorf II wieder nicht. Keine angenehme Situation findet, SVB-Coach Matthias Krizak: „Das gibt immer wieder Ärger.“ Das Derby gegen den abstiegsbedrohten Nachbarn ging noch glimpflich über die Bühne. Krizak muss nach dem 3:2-Sieg als gebürtiger Grußendorfer auch keine Repressalien befürchten: „Ich darf da noch hinfahren, ein Einfahrtsverbot gibt es nicht...“

Weit ausgeholt! Sein erstes Bezirksliga-Tor hob sich Markus Bauck bis fast zur letzten Sekunde auf. Der Vorsitzende des SV Sprakensehl,

gleichermaßen Rechtsverteidiger des Absteigers, markierte in der 90. Minute des letzten Heimspiels gegen den SSV Didderse (2:3) seinen Premierentreffer. Abgezeichnet hatte sich das Tor nicht wirklich, meinte Trainer Rouven Lütke. Ein Diagonalball schlug nach einem stolzen 50-Meter-Flug mit Didderses Coach Nedeljko Subotic in den Gäste-Maschen. „Er hat den Trainer ins Tor geschosssen“, grinste Lütke, der sich für Bauck ganz besonders freute. „Markus reisst sich immer den Hintern auf. Ihn kann du auch noch mit 50 Jahren aufstellen. Er macht sein Ding und funktioniert immer“, lobte Lütke seinen Spätzünder nach einer „super Leistung.“

Sie spielen da, wo sie ihr Trainer hinstellt. Abwehr, Mittelfeld, Angriff – für Arne Heers, Torben König und Sebastian Stelter vom SV Groß Oesingen ist das überhaupt kein Problem. „Die Jungs haben einfach das gewisse Etwas für jede Position“, lobte Trainer Armen Armen seine Allrounder-Armada. Weil gegen den SV Jembke (5:1) kein Stürmer im Kader stand, rückten Heers und König in der Anfangsformation weiter nach vorne. Arne als Speerspitze des Groß Oesinger Heeres und König als zentraler Figur im offensiven Mittelfeld. „Das war aus der Not geboren“, meinte Armen, der in der Schlussphase noch einmal reagieren musste. Heers hatte sich müde gelaufen, wollte runter. Stelter – für die Defensive umgeschulter einstiger Stürmer – musste noch einmal rein. „Sebastian war auch müde. Ich habe ihm dann aber gesagt, für 20 Minuten reicht es noch“, verriet Armen. Um die Kräfte zu schonen, durfte der einstige Angreifer in vorderster Front ran. Und traf doppelt. „Ich weiß, was Sebastian kann. Und habe ihm gesagt, zwei machst du noch.“ Wie gut, dass die Alleskönner in Groß Oesingen dann auch noch Ja zu Armens Aufforderungen sagen.

Von Ingo Barrenscheen und Matthias Jansen

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