Handball – Verbandsliga: Eschert blockt dazu noch in letzter Sekunde / VfL spielt daheim 26:26 remis

Kempa-Trick rettet den Punkt

+
Da staunt Marten Schultze (rechts) nicht schlecht. Torsten Meyer (am Ball) hebt ab und nagelt die Kugel an den Pfosten. Am Ende muss sich der VfL Wittingen mit einem 26:26-Unentschieden begnügen.

Wittingen. Es steht 26:26. Der VfL Wittingen hat keinen Torhüter mehr auf dem Feld. Der Kasten ist leer. Der MTV Geismar wirft an und muss nur noch ins verwaiste Tor treffen. Da kommt Kai Eschert und wirft sich in den Ball, rettet das Remis.

Das Verbandsliga-Spiel zwischen den Handballern des VfL und des MTV hatte keinen Sieger verdient, wenngleich die Wittinger am Ende sehr gut mit dem Punkt leben konnten.

Weil Geismar, anders als von VfL-Trainer Christian Gades erwartet, mit einer offensiven Deckung agierte, fand seine Mannschaft zunächst keine Mittel. Gades sah sich beim Stand von 1:5 gezwungen, eine Auszeit zu nehmen, um sein Team neu einzustellen. Was folgte, war ein bärenstarker Auftritt der Gastgeber. Acht Minuten blieb der VfL ohne Gegentreffer, ging folgerichtig mit 6:5 in Führung. Auch im weiteren Verlauf der ersten Hälfte lief der Ball gut, die Deckung um Keeper Bastian Albrot stand stabil – 12:8 der Pausenstand.

Nach dem Seitenwechsel hielt die Führung bis zur 42. Minute, dann bekamen Kai Eschert und Marten Schultze kurz nacheinander je zwei Minuten. Die kurze Phase in doppelter Unterzahl überstand der VfL mit 0:2 noch recht gut, doch Geismar bekam Oberwasser. In der Zeit musste Wittingen immer wieder in Unterzahl agieren. Gades hatte für die schwache Schlussphase, die folgte, aber noch einen weiteren Auslöser parat: „Bei einigen hat sich die schlechte Trainingsleistung bemerkbar gemacht. In der freien Woche haben einige ihre Hausaufgaben nicht gemacht.“

Und so kam es, wie es kommen musste. Der MTV spielte sich in einen kleinen Rausch, führte rund fünf Minuten vor dem Ende mit 26:23. Aufgegeben hatte sich der VfL aber keineswegs. Eschert und Marten Schultze verkürzten, dann folgte der grandiose Schlusspunkt. Sebastian Schulze zog von links rein, bediente Jan-Philipp Goetzie, der den Kempa-Trick wunderbar zum 26:26-Ausgleich verwertete. „Das war nicht abgesprochen, aber es zeigt, dass Dinge aus dem Training doch umgesetzt werden“, freute sich Gades, der bei einem Angriff über Außen immer fordert, dass der gegenüberliegende Rückraumspieler reinspringt. Nach dem anschließenden Block von Eschert war der Punktgewinn perfekt. Gades war insgesamt nicht zufrieden, da „wir zu viel weggeworfen haben und keine Kontinuität drin hatten. Bei aller Kritik stimmte aber die Moral.“

Von Christian Thiemann

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare