Fußball: Ex-Parsauer Kevin Schulze träumt mit 1. FC Lok Leipzig von der 3. Liga

Kein Neid auf Knoche, Arnold & Co.

Unsere Staffel ist mit die Beste.

Leipzig/Parsau – So bitter es für manchen Fußballer auch sein mag, doch irgendwann trennt sich die Spreu vom Weizen und dementsprechend auch die Wege.

Während sich aus der erfolgreichen A-Jugend des VfL Wolfsburg, die 2011 die Deutsche Meisterschaft feierte, lediglich Robin Knoche und Maximilian Arnold erfolgreich bei den Wölfe-Profis etabliert haben, mussten andere hoffnungsvolle Talente zumeist einen Schritt zurückgehen.

So zum Beispiel auch der gebürtige Wittinger Kevin Schulze, der das Fußball-Abc einst beim FC Germania Parsau erlernte und mittlerweile beim 1. FC Lok Leipzig in der Regionalliga Nordost angekommen ist.

Doch neidisch auf Knoche, Arnold & Co. ist Schulze nicht. Warum auch? „Man muss auch mal etwas Neues ausprobieren“, verrät der 27-Jährige schmunzelnd. Und so schlecht ist die vierte Liga ja nun wahrlich nicht! Vor Beginn der Spielzeit 2018/2019 wechselte Schulze von Wacker Nordhausen nach Leipzig, wo er mittlerweile auch glücklich geworden ist. „Das ist eine schöne Stadt. Meine Familie und ich fühlen uns hier sehr wohl“, verdeutlicht Schulze. Auch sportlich läuft bislang alles nach seinen Vorstellungen. „Es sieht gut aus, wir haben einen starken Start hingelegt“, so Schulze. In Zahlen ausgedrückt weisen die Leipziger nach drei Partien sieben Zähler auf und belegen Rang drei. Kein Wunder, dass Schulze ziemlich euphorisch in die Zukunft blickt: „Wir wollen und können hier Großes erreichen. Unser Plan sieht es schon vor, irgendwann in die 3. Liga zu gelangen.“

Dass eine Menge Potenzial in der Mannschaft von Trainer Rainer Lisiewicz steckt, zeigt nicht nur der solide Saisonstart. „Wir sind eine eher ältere Truppe und hatten in der vergangenen Saison durch viele Neuzugänge noch Einspielungsprobleme. Die Qualität war schon zuvor vorhanden, dazu haben wir uns nun noch einmal punktuell verstärkt“, schildert der 27-Jährige, um anzufügen: „Sollte die Chance bestehen, bis zum Ende oben mitzuspielen, dann wollen wir sie auch nutzen.“ Das klingt ganz stark nach einer Kampfansage in Richtung Konkurrenz. Und diese hat es mit Mannschaften wie dem FC Energie Cottbus, Berliner AK, Wacker Nordhausen oder auch Hertha BSC Berlin II durchaus in sich. Kein Wunder, dass Schulze in den höchsten Tönen von der Nordost-Staffel der Regionalliga schwärmt: „Ich habe ja zuvor schon in der Nord- und Bayern-Staffel gespielt. Aber ich muss zugeben, dass unsere mit die Beste ist.“ Dennoch zählt laut Ansicht des ehemaligen Junioren-Nationalspielers („Es kann teilweise sehr eklig werden“) nicht nur das Spielerische, sondern auch der Kampf in dieser Liga.

Für gewöhnlich ist Kevin Schulze ein Außenverteidiger, doch in der Rückrunde der Vorsaison musste der Ex-Parsauer sogar als Stürmer ran. Man kann ihn also durchaus als Allrounder bezeichnen. „In der Defensive fühle ich mich jedoch etwas wohler“, verrät Schulze. Er darf mittlerweile auch wieder die linke Abwehrseite beim 1. FC Lok beackern – wohlgemerkt als unumstrittener Stammspieler. Eine weitere große Motivation für den 27-Jährigen ist die Tatsache, dass er seit kurzem Vater ist. „Das ist ein unbeschreibliches Gefühl. Man merkt dabei natürlich auch, dass der Fußball nicht alles ist. Das macht mich allgemein etwas lockerer“, so Schulze, der es pro Monat lediglich ein- bis zweimal schafft, seine Eltern in Parsau zu besuchen. Doch sowohl mit ihnen als auch mit mehreren ehemaligen Mitspielern aus Germania-Zeiten steht der Viertliga-Akteur noch immer im regelmäßigen Austausch.

„Ich denke, dass ich mich irgendwann auch wieder in meiner alten Heimat beziehungsweise im Bereich Wolfsburg niederlassen werde“, blickt der 27-Jährige bereits in die Zukunft. Auch eine sportliche Rückkehr nach Parsau schließt Kevin Schulze nicht gänzlich aus: „Natürlich wäre es schön, irgendwann noch einmal mit den alten Freunden zusammenzuspielen.“ Doch zunächst einmal lautet das Ziel des Nordkreislers, so hochklassig wie möglich zu spielen. Schulze: „Man wird nicht jünger und braucht sicherlich auch immer etwas Glück. Mein Wunsch ist es natürlich, mit Leipzig aufzusteigen.“ Sollten die Messestädter ihre aktuelle Form dauerhaft bestätigen, könnte der Traum von der 3. Liga schneller als gedacht wahr werden.

VON FLORIAN SCHULZ

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