Fußball – Kreisliga: Abstiegskandidat vor Extrem-Wandel / Zweite vor Aus

HSV kämpft an allen Fronten

Es wird richtig eng! Der SV Hankensbüttel (l. Jari Lilje) könnte von Knesebeck am letzten Spieltag aus der Kreisliga geschubst werden.

Hankensbüttel. Dem Bundesliga-Dino Hamburger SV droht der Urknall mit dem Abstieg aus dem Oberhaus.

Ein Schicksal, das ein Nordkreis-Namensvetter womöglich teilen muss: Der SV Hankensbüttel steht in der Gifhorner Bel-Etage ebenfalls nach einer Dekade Kreisliga vor der Stunde null. Am Wochenende rutschte der kleine HSV ebenfalls auf einem Abstiegsplatz – und kämpft obendrein gegen Auflösungserscheinungen!.

In Fußballer-Kreisen kursieren Gerüchte vom Kollaps am Jungbluth-Platz. So schlimm ist es beileibe nicht, beschwichtigt der frisch gebackene Spielleiter Thomas Fricke, gibt aber gleichermaßen zu: „Es ist einiges Wahres dran, was gemunkelt wird. Es steht schon ein extremer Wandel an.“ Passiert nicht noch ein kleines Wunder, so wird die zweite Mannschaft, die kurioserweise in der 2. Kreisklasse 1 gerade die Abstiegsränge verlassen hat, zur neuen Saison abgemeldet. Weil viele Spieler abwandern.

Auch im Kreisliga-Kader herrscht Aderlass. Artur Michel (VfL Wahrenholz), Boris Ruder (Wesendorfer SC) und nun auch Andre Jacob (VfL Knesebeck/siehe Text rechts) haben sich neue Vereine gesucht. Immerhin konnten die Verantwortliche weitere Verluste eindämmen. „Einige Spieler, die eigentlich nicht mehr zur Verfügung stehen wollten, halten in der schwierigen Situation zur Stange. Darüber bin ich sehr froh“, sagt Fricke. Lennard Pohl gehört wohl gemerkt nicht dazu: Er schließt sich nach seinem Auslands-Aufenthalt dem SV Sprakensehl, pikanterweise Konkurrent im Kampf um den Klassenerhalt, an.

Fricke ist erst seit März im Amt und findet eine Großbaustelle vor. Genau wie der künftige Trainer Sascha Maahs-Gnida sei er durch die negative Entwicklung „wie vor den Kopf gestoßen“ worden. Die sportliche Führung steuert aktuell mit aller Macht gegen die prekäre Situation an. Bei aller Fluktuation hätte der HSV für die kommende Serie genügend Spieler zur Hand, betonte Fricke. Masse, aber auch die Klasse?

Zunächst einmal wollen die Hankensbütteler alle Kräfte bündeln, um zehn Jahre nach der ersehnten Rückkehr in die Kreisliga nicht einen sportlichen Scherbenhaufen aufkehren zu müssen. Nach sieben Begegnungen ohne Sieg – bei nur drei Punkten – ist die Mannschaft auf den viertletzten Platz zurückgefallen. Bis zu fünf Absteiger sind möglich, vier Spieltage stehen noch aus. Einen Neuanfang wird es beim HSV ohnehin geben. Die Frage ist nur, auf welchem Level!?

Von Ingo Barrenscheen

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