Mentalitätsmonster dominieren IK-Elf des Jahres

Junge Himmelsstürmer auf dem Vormarsch

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Der Herr der Lüfte: Nils Mohr (r.) vom VfL Knesebeck ist im Kopfballspiel eine Macht.

Isenhagener Land. Jugend forscht in der IK-Elf des Jahres. Die Fußball-Trainer des Isenhagener Landes haben entschieden und herauskam eine Mannschaft, die gespickt ist mit jungen Wilden, die bereits früh Verantwortung übernommen haben.

Aber auch einige alte Hasen haben den Sprung in das Team geschafft. Allesamt haben eins gemeinsam: Sie begeisterten ihre Coaches durch konstante Leistungen und ihre Einstellung.

1 Oliver Kaiser

(TSV Schönewörde)

„Bin i Radi, bin i König“, sang einst Petar Radenkovic, legendärer Torhüter der Münchener Meister-Löwen in den 1960er Jahren. „Bin i Oli, bin i Kaiser“, könnte dem der Keeper des TSV Schönewörde entgegnen. Denn für Trainer Baris Oskay war Oliver Kaiser die positive Überraschung der Saison. „Er hat enorme Fortschritte gemacht“, lobt Oskay seinen Schlussmann, der folglich auch die erste Überraschung in der IK-Elf des Jahres ist. Kaisers Stärken liegen sowohl im Eins-gegen-eins als auch auf der Linie. Er verhinderte zudem fünf Elfmetertreffer, ob durch eigenes Eingreifen oder seine kaiserliche Aura...

2 Jonathan Ehmke

(Wesendorfer SC)

Überraschung Nummer zwei in der IK-Elf des Jahres ist der Wesendorfer Rechtsverteidiger Jonathan Ehmke. So wechselhaft die Leistungen des WSC 2016/17 waren, so konstant präsentierte sich der Jungspund in seinem ersten Herren-Jahr. „Er hat immer seine Leistung gebracht und gefühlt immer eine Zweikampfquote von über 80 Prozent gehabt“, lobt Trainer Matthias Hopp seinen Schützling, der so ganz nebenbei auch noch im Abistress steckte. Das war ihm aber nicht anzumerken. Wenn Ehmke mal fehlte, riss er gleich ein Loch in der Wesendorfer Verteidigung. „Wenn er nicht dabei war, lief es nicht so gut“, erklärt Hopp, der zudem die gute taktische Ausbildung seines Leistungsträgers herausstellt. „Davon hätte ich gerne 14 Stück.“

4 Philipp Greve

(VfL Wittingen/S.)

Keine Überraschung ist hingegen die Nominierung von Philipp Greve. In diesem Jahr hat der Wittinger den Sprung vom Innenverteidiger-Talent zum Führungsspieler geschafft. „Er hat einen riesigen Entwicklungsschritt gemacht“, sagt VfL-Coach Torsten Haase. Mit Greve in der Abwehrzentrale haben die Brauereistädter in dieser Saison spürbar an defensiver Stabilität gewonnen. Haase hat viele Qualitäten bei dem 22-Jährigen ausgemacht: „Er ist ein moderner Innenverteidiger mit einer unglaublichen Technik und Kopfballstärke.“ Zudem ist Greve eine Identifikationsfigur. „Er ist Wittinger und lebt das“, so Haase.

5 Nils Mohr

(VfL Knesebeck)

Konstanz, Präsenz und Lufthoheit – für den scheidenden Knesebecker Trainer Jan Rinkel ist Nils Mohr „vielleicht sogar der beste Innenverteidiger der ganzen Liga.“ Auf jeden Fall einer der besten. Als Mitglied des Mannschaftsrats geht er auf dem Platz vorweg, ohne ein Lautsprecher zu sein. Aber: „Wenn er was sagt, dann findet das auch Gehör“, erklärt Rinkel, der 2016/17 – wenn überhaupt – nur gezwungenermaßen auf Mohr verzichten wollte. „Mit ihm auf dem Platz lebt es sich an der Außenlinie ruhiger.“

3 Mathias Müller

(VfL Germania Ummern)

Überraschung Nummer drei in der IK-Topelf. Im Gegensatz zu seinem Pendant auf der rechten Abwehrseite verfügt Mathias Müller im Alter von mittlerweile 34 Jahren zwar über jede Menge Erfahrung, mit seiner Nominierung als Linksverteidiger haben dennoch nicht viele gerechnet. Für Ummerns Coach Michael Alms durchlebt Müller aber gerade seinen „zweiten Frühling“, der jetzt im Frühsommer mit dem Pokalsieg gekrönt wurde. Schon seit dem Jahr 2000 hält das Germanen-Urge- stein für seinen Verein die Knochen hin, doch in dieser Saison habe er „gespielt wie verrückt“, so Alms. In Sachen Kämpferherz und Einsatz macht Müller in Ummern – und wohl auch in der gesamten Kreisliga – keiner etwas vor.

6 Heiko Dreier

(SV Groß Oesingen)

Der nächste Jungspund, der durch Konstanz glänzt. Bei allem Offensivdrang und Hurra-Fußball muss es im Mittelfeld ja auch einen geben, der den Künstlern den Rücken freihält. Und genau so ein Mann ist Heiko Dreier. Oesingens Trainer Torben König: „Er ist ein Kilometerfresser, läuft in jedem Spiel zweistellig und stopft die Löcher vor der Abwehr.“ Also ein geborener Sechser der Dreier. In Zeiten von Dieter Eilts und Co. wurden die Spieler gerne Staubsauger genannt, auf Dreier trifft wohl eher die Bezeichnung Arbeitsbiene zu. „Mit seinem Einsatz zieht er alle anderen mit“, so König.

7 Brian Schulze

(FC Brome)

Kommen wir nun zur Offensiv-Fraktion, den angesprochenen Künstlern. Ein solcher ist der Bromer Brian Schulze, der vor der Saison aus Bergfeld kam, zweifelsfrei. „Wenn er will, ist er ein extrem guter Fußballer. Eigentlich der geborene Zehner“, sagt Burg-Herr Mark-Oliver Schmidt über seinen Spieler der Saison. Trotz der eindeutigen Offensiv-Qualitäten („sehr gute Technik“, „extrem guter Schuss“) kann Schulze fast überall spielen, Hauptsache es ist ein Fußball dabei. Das liegt vielleicht auch an seinem guten Auge, mit dem er seine Mitspieler immer wieder in vielversprechende Positionen bringt.

8 Steffen Vodde

(SV Tülau-Voitze)

Er ist der Mann, der alles kann: Steffen Vodde ist Kapitän, Spielmacher und Torjäger des SV Tülau-Voitze in einer Person. „Vom Leistungsvermögen kann er jede Position ausfüllen“, bestätigt sein Coach Werner Vodde die große Flexibilität des mit 24 Treffern besten Tülauer Torschützen. Neben den fußballerischen Voraussetzungen ist es auch die Einstellung, die Vodde Junior so stark macht. „Er ist unheimlich willensstark. Er will Fußball spielen und kann Fußball spielen“, betont Vodde Senior. Dass der etatmäßige Zehner so entscheidend für das Spiel des SV ist, ist umso erstaunlicher, weil der Student aufgrund seines Lebensmittelpunktes in Braunschweig nicht regelmäßig trainieren kann.

10 Kevin Büttner

(VfL Vorhop)

Der Zauberfuß: Wenn Kevin Büttner für den VfL Vorhop trifft, sind es nicht selten Traumtore.

Als einer von nur drei Spielern neben dem Wahrenholzer Marco Saretzki und Niklas Wrede (Ohretal) schaffte es Kevin Büttner, gleich zwei Mal zum Spieler der Woche gekürt zu werden. Schon am ersten Spieltag machte Vorhops Zehner mit seinem „Zauberfüßchen“ auf sich aufmerksam. Die damalige Aussage von VfL-Trainer Thorsten Thielemann liest sich im Rückblick wie eine gute Vorahnung: „Er wird so langsam erwachsen und nimmt das Spiel in die Hand.“ Trotzdem sieht Thielemann noch Steigerungsbedarf: „Ich weiß, was er kann. Er hat sich schon verbessert, aber ich sehe noch einiges an Potenzial.“ Wenn Büttner sein beschriebenes Zauberfüßchen demnächst noch regelmäßiger einsetzt, dürfte er in den kommenden Jahren noch mehrfach in der IK-Elf des Jahres auftauchen.

11 Marco Saretzki

(VfL Wahrenholz) Er war die Lebensversicherung des VfL Wahrenholz in dieser Spielzeit. Mehr als ein Drittel der 44 Saisontreffer gingen auf das Konto von Marco Saretzki. Und das obwohl er teilweise als Außenverteidiger, zum Schluss aber auch als Mittelstürmer auflief. Seine Lieblingsposition ist jedoch die offensive Außenbahn. Und dort entwickelte Saretzki 2016/17 eine „eingebaute Torgarantie“, wie Benjamin Wrede, Co-Trainer des Taterbusch-Teams, betont. Das ist aber gar nicht mal die größte Qualität des jungen Mannes, der gerade erst seine zweite komplette Bezirksliga-Saison absolviert hat. „Er hat sehr viel für den Team-Spirit getan und ist vorne weggegangen“, lobt Wrede seinen entscheidendsten Akteur in der Mannschaft.

9 Robin Werner

(Germania Ummern)

Jung und dynamisch – das trifft in jedem Fall auch auf Robin Werner zu. Noch so einer, der in seinem ersten Herren-Jahr direkt eingeschlagen ist wie eine Bombe. Auf 28 Saison-Tore schraubte Werner sein Trefferkonto insbesondere dank einer überragenden Rückrunde. Für Parsaus Coach Niclas Pilz macht aber nicht nur diese beeindruckende Statistik Werners Qualität aus: „Er ist vom ganzen Fußballerischen einer, der von Anfang an vorangegangen ist.“ Wohlgemerkt mit 19 Jahren. Und da Werner eben nicht nur klassischer Mittelstürmer ist, kam er zum Ende der Spielzeit vermehrt als Box-to-Box-Spieler im Mittelfeld zum Einsatz. Dort sei der Goalgetter sogar noch wichtiger für die Germanen, erläutert Pilz: „Er spielt gute Pässe und ackert für die Mannschaft.“ Mit fünf Nominierungen für die Elf des Tages steht Werner übrigens auch in dieser Hinsicht über allen anderen.

Ersatzbank

• Tor: Florian Harries (SV BW Rühen);

• Abwehr: Marvin Gumprecht, Jannes Heuke (beide FC Ohretal);

• Mittelfeld: Nick Zinn (TuS Ehra-Lessien);

• Außenstürmer: Kevin Fries (SV Eischott);

• Mittelstürmer: Tobias Golombeck (SV Hankensbüttel).

Von Andreas Arens

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