Fußball – Bezirksliga: Rumpfteam erkämpft sich trotz Laissez-Faire ein 2:0 über Barnstorf

Jojo-Effekt: Wahrenholz überm Strich

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Jan-Patrick Schön (l.) hält noch den Fuß rein, muss aber im Prinzip gar nicht mehr eingreifen, denn der Kopfball von Marcell Meyer (nicht im Bild) senkt sich auch so zum Wahrenholzer 1:0 ins Netz.

ib Wahrenholz. Der VfL Wahrenholz erlebt derzeit in der Fußball-Bezirksliga einen Jojo-Effekt. Nach der Nulldiät unter der Woche in Calberlah (0:4), verbunden mit dem Sturz auf einen Abstiegsplatz, gab es am gestrigen Sonntag wieder fette Beute.

Das 2:0 (1:0) gegen den SV Barnstorf war nicht nur in puncto Einsatzfreude ein Umschwung, sondern ließ das Taterbusch-Team direkt auch wieder über die rote Linie klettern.

Dabei war es, wenngleich es gegen den bis dato Tabellenvorletzten ging, „keine Selbstverständlichkeit, dass wir einen Sieg eingefahren haben“, unterstrich VfL-Interimscoach Jens Sölter. Immerhin musste er gleich fünf Kräfte aus der zweiten Mannschaft in den Kader befördern, um die lange Litanei an fehlenden Stammspielern zu kompensieren. „Ich habe deshalb bewusst versucht, den Druck rauszunehmen“, meinte Sölter. Gewissermaßen nach dem alten Beckenbauer-Prinzip: Geht’s raus und spielt’s Fußball...

Und das taten die Wahrenholzer auch. Allerdings nur bis zur finalen Aktion. Sölters Haare sollten an der Seitenlinie noch ein wenig ergrauen, denn sein Team ließ in der starken Anfangsphase „fünf, sechs Riesen-Möglichkeiten liegen. Einfach unglaublich!“ Im Abschluss hätten die Schwarz-Gelben trotz der prekären Tabellensituation zunächst mit einer aufreizenden Lässigkeit agiert. Es musste schon der Hinterkopf von Marcell Meyer herhalten, der einen weiten Einwurf von Daniel Müller im hohen Bogen versenkte (29.). Da hatte es vorab weitaus vielversprechendere Szenen gegeben. Sei’s drum.

Womöglich hatten die Wahrenholzer aber in Hälfte eins ein wenig überpaced, denn nach der Pause ging ein wenig der Faden verloren. Sölter sah „die Kondition am Limit“. Barnstorf steckte nicht auf, kam aber ohne seine Lebensversicherung Robin Robe nicht zu zwingenden Aktionen. Und weil auch der VfL sich zunächst weiterhin bitten ließ, blieb es ein Tanz auf der Rasierklinge. Bis zum 2:0 durch Jan Evers, für den der eingewechselte Timo Neumann uneigennützig querlegte (81.). Fast hätte der SVB direkt verkürzt – ein Lupfer sprang vom Pfosten in die Arme von Keeper Benjamin Pohl. Sölter: „Dann wäre es noch einmal spannend geworden.“ So aber brachte das Rumpfteam die Big Points ins Trockene. Der VfL-Feuerwehrmann nahm seiner Riege das Laissez-Faire im Angriff nicht krumm: „Da musst du drüber hinwegsehen. Die Truppe hat sich reingehauen, auch die Jungs aus der Zweiten. Da kann man stolz sein.“

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