Reiten – Weltklasse-Wallach aus der Zucht von Adolf Meyer zeigt sich in Neumünster mit Isabell Werth in Weltcup-Form

Don Johnsons Triumph sorgt auch für Jubel in Lingwedel

Starker Auftritt: Dressur-Königin Isabell Werth gewann mit ihrem 15-jährigen Wallach Don Johnson in Neumünster den Grand Prix und die Kür. Foto: imago
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Starker Auftritt: Dressur-Königin Isabell Werth gewann mit ihrem 15-jährigen Wallach Don Johnson in Neumünster den Grand Prix und die Kür.

ib Neumünster/Lingwedel. DON-nerwetter! Ob Adolf Meyer wohl geahnt hat, welchen Weltformat-Werdegang sein Fohlen Don Johnson nehmen würde, als der Lingwedeler Züchter ihn mit vier Jahren veräußert hat.

Etwas mehr als eine Dekade später hat der Hannoveraner mit der deutschen Dressur-Königin Isabell Werth im Sattel einmal mehr seine Extraklasse demonstriert. Am Wochenende gewann das Traumpaar bei den VR Classics in Neumünster nach dem Grand Prix auch die Kür und präsentierte sich in Weltcup-Form!

Dabei ist Meyers Pracht-Exemplar Don Johnson eigentlich nur Werths Zweitpferd. Für das bevorstehende Weltcup-Finale in Omaha ist und bleibt Weihegold die Nummer eins, auch wenn die sechsfache Olympiasiegerin selbst über Don Johnson sagt, er sei „wie ein guter Rotwein – im Alter immer besser!“ Aber er sei eben auch eine große Persönlichkeit – immer mit dem eigenen Kopf und manchmal ein wenig stur. Und genau darin sieht Werth die Gefahr für den großen Showdown in den USA. Aufgrund der Quarantäne-Bestimmungen dürfen die Pferde dort zwei Tage lang nur an der Hand geführt werden. Ergo bleiben ihr dann nur noch zwei Tage für die Vorbereitung. „Das wäre für uns beide, für mich und auch für Johnny, etwas gefährlich...“, meint die 47-Jährige mit Blick auf den willensstarken, aber häufig auch eigenwilligen Wallach.

Dass auf Don Johnson dennoch Verlass ist, unterstrich er bei der drittletzten von insgesamt neun Stationen in der Westeuropa-Liga. Mit 82,455 Prozentpunkten lag Werth am Ende klar vor der dreimaligen Neumünster-Siegerin Helen Langehanenberg mit Damsey (79,150) und der Niederländerin Madeleine Witte-Vrees mit Cennin (77,765).

In der Kür gab das Gespann noch einmal richtig Vollgas. Johnny tanzte sich von Lektion zu Lektion, punktete mit seiner Anführerin besonders in der Galopptour mit Queens Bohemian Rhapsody als perfekte musikalische Begleitung. Werth überschüttete den aus dem Isenhagener Land stammenden Don Johnson im Anschluss mit Lob: „Ich hatte ein super Gefühl! Er war voll konzentriert und absolut bei mir.“

Auch wenn er für Ohama nicht erste Wahl ist – sollte es doch anders kommen, wäre der Wallach offenbar bereit. Das würde auch in Lingwedel Freude auslösen.

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