Rudern – Glüsinger über B-Nominierung verwundert und verärgert, doch er will weiter kämpfen

Jetzt erst Recht! Kluge nur EM-Ersatz

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EM auf Wiedersehen! Ruderer Peter Kluge (l.) aus Glüsingen wurde nur als Ersatzmann für die Wettkämpfe in Polen nominiert.

Dortmund/Glüsingen. Als Bundestrainer Ralf Holtmeyer am Donnerstag in Dortmund die Katze aus dem Sack ließ, schüttelte Peter Kluge etwas ungläubig den Kopf. Nur zweite Wahl!

Der Glüsinger Ruder-Riese wird sich die Europameisterschaft in Posen (29. bis 31. Mai) wohl nur von der Tribüne aus anschauen müssen, ist mit Alexander Egler lediglich als Ersatz für den Zweier ohne Steuermann im Team Deutschlandachter eingeplant.

Das jüngste Bewerbungsschreiben mit dem Sieg bei der Regatta in Essen konnte den Bundestrainer nicht mehr umstimmen. Dabei hatte sich der 24-Jährige „auf den Zweier eingeschossen“. Und lieferte in der bisherigen Saison auch gute Argumente ab. Dass mit Kristof Wilke und Toni Seifert zwei Ruderer den Vorzug erhielten, die in dieser Zusammensetzung bei den großen Wettkämpfen bisher noch kein Gespann gebildet haben, verwunderte Kluge dann schon. „Der Unmut ist recht groß. Ich hätte uns schon besser gesehen mit den Leistungen. Aber das gehört halt dazu. Ich muss mit der Entscheidung leben, auch wenn ich sie nicht so gut finde“, meinte der Sportsoldat.

Immerhin hat Kluge einen großen Traum: Bei Olympia 2016 „am Start zu liegen und nicht auf der Tribüne zu sitzen“ wie nun vermutlich bei der EM in Posen. Doch genau dieser Wunsch treibt den Glüsinger auch weiterhin an. Bei allem Frust herrsche bei ihm und Egler keine Depri-, sondern eine Jetzt-erst-recht-Stimmung. „Bei der EM sind extrem starke Nationen. Abwarten, ob da eine Bootsklasse wackelt. Wenn wir eine Chance kriegen, dann wollen wir zeigen, dass wir besser sind. Der Zug ist noch nicht abgefahren.“

Die nächsten Bewährungsproben gibt es bei den Weltcup-Rennen in Varese/Italien (19. bis 21. Juni) und Luzern/Schweiz (10. bis 12. Juli), ehe die Weltmeisterschaften im französischen Aiguebelette anstehen. Bis dahin will Kluge zeigen, dass kein Weg an ihm vorbeiführt.

Von Ingo Barrenscheen

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