Fußball: Dirk Rodewald blüht in Betreuer-Rolle beim SV Langwedel richtig auf

In 19 Jahren nur vier Partien verpasst

Applaus, Applaus: Dirk Rodewald (r.) geht in seiner Rolle als Betreuer und „Mädchen für alles“ beim SV Langwedel förmlich auf.
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Applaus, Applaus: Dirk Rodewald (r.) geht in seiner Rolle als Betreuer und „Mädchen für alles“ beim SV Langwedel förmlich auf.

Langwedel/Hankensbüttel – Wenn der SV Langwedel spielt, ist er (fast) immer dabei. Zwar nicht aktiv auf dem Rasen, aber dennoch ist Dirk Rodewald eine ganz wichtige Person hinter den Kulissen beim SVL.

Egal, ob es sich um das Auffüllen von Trinkflaschen, die Behandlung von verletzten Spielern oder um das Assistieren des Schiedsrichters handelt: Der 47-jährige Hankensbütteler ist sich für keine Arbeit zu schade.

Genau deshalb ist er beim Club aus der 2. Fußball-Kreisklasse 1 sehr geschätzt – und ein Paradebeispiel für die neue IK-Serie „Heimliche Stars“. In den kommenden Monaten stellen wir die unzähligen Betreuer der Nordkreis-Sportmannschaften vor.

Markus Meyer hat mich angesprochen, ob ich das machen würde. Da Fußball mein großes Hobby ist, habe ich zugesagt.

Dirk Rodewald auf die Frage, wie er zum SV Langwedel kam

Er kommt ruhig, teilweise sogar etwas schüchtern rüber. Doch wenn sein Verein im Einsatz ist, weiß er genau, was zu tun ist. Seit mittlerweile 19 Jahren fungiert der Hankensbütteler, dessen Vater aus Langwedel kommt, als Betreuer bei den Schwarz-Weißen. Ins Boot geholt wurde er seinerzeit von Markus Meyer, früherer Kapitän der SVL-Herren. „Er hat mich angesprochen, ob ich das machen würde. Da Fußball mein großes Hobby ist, habe ich zugesagt“, verrät Dirk Rodewald.

Selbst ist er übrigens nie dem runden Leder nachgejagt, dennoch blüht Rodewald in seiner Rolle als „Mädchen für alles“ beim SVL förmlich auf. Was er bei seinem Herzensverein besonders schätzt? „Die gute Kameradschaft, alle gehen hier sehr freundschaftlich miteinander um“, entgegnet der 47-Jährige. Und auch, wenn Rodewald sicherlich nie wirklich im Mittelpunkt stand und womöglich auch nie stehen wird, so ist ihm jede seiner Aufgaben wichtig. Er sorgt dafür, dass die Spieler genügend Getränke zur Verfügung haben, flitzt mit dem Medizinkoffer auf das Spielfeld, sobald ein Akteur angeschlagen liegen bleibt, oder schnappt sich des Öfteren auch mal die Fahne, um als Linienrichter zu fungieren. Für den Nordkreisler alles selbstverständlich.

Der Verein soll noch lange bestehen bleiben. Daher wäre es wichtig, dass neue Spieler hinzukommen.

Dirk Rodewald mit Blick in die Zukunft

Doch wer fast zwei Jahrzehnte in Amt und Würden ist, hat ja sicherlich auch eine Menge zu erzählen. Rodewald erinnert sich beispielsweise noch an einen 22:2-Erfolg in Grußendorf oder auch an eine Begegnung in Tappenbeck, in der in der Schlussviertelstunde ein 2:3-Rückstand noch in einen 5:3-Erfolg umgebogen wurde. „Ansonsten war soweit alles ruhig“, kann sich der Hankensbütteler an keine dramatischen oder gar tragischen Momente in seiner Laufbahn erinnern. Zum Training kann Rodewald übrigens nicht regelmäßig erscheinen, ist er doch durch seine berufliche Tätigkeit als Bäcker stark eingespannt. Dennoch verkündet der Nordkreisler stolz: „Ich habe in meinen 19 Jahren nur vier Spiele verpasst.“ Das allein zeigt nur allzu deutlich, was für eine extrem zuverlässige Größe der Betreuer beim SVL ist.

Die Langwedeler Herren bangen in der aktuellen Spielzeit um den Klassenerhalt in der 2. Kreisklasse 1. Die Hauptursache dafür sieht Rodewald in der dünnen Personaldecke: „Wir sind schon des Öfteren mit elf oder zwölf Spielern angetreten. Das ist einfach zu wenig.“ Klar, dass der 47-Jährige einen speziellen Wunsch hat. „Der Verein soll noch lange bestehen bleiben und ich hoffe, wir sehen hier noch viele schöne Spiele. Daher wäre es wichtig, dass neue Spieler hinzukommen.“

Wie lange er selbst noch dabei bleiben möchte? „Ich denke mal, ein bis zwei Jahre noch“, verrät die treue Seele. Doch auch wenn er nicht mehr als Betreuer an der Seitenlinie stehen sollte, so möchte der 47-Jährige den Schwarz-Weißen zumindest als Fan weiterhin erhalten bleiben. Der SV Langwedel ganz ohne Dirk Rodewald – das ist ohnehin nur sehr schwer vorstellbar...

VON FLORIAN SCHULZ

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