Fußball – 1. Kreisklasse 1: Neuer Leitwolf beim SV Tülau/Voitze

Jäger steht für den grün-weißen Aufwind

Auch bei seinem Heimatverein SV Hankensbüttel machte Christoph Jäger (links) eine gute Figur.

Tülau. Viele Fußball-Fanatiker reiben sich derzeit verwundert die Augen. Denn in der 1. Fußball-Kreisklasse 1 grüßt eine Mannschaft vom ersten Platz, von der es vor der Saison nur wenige erwartet hätten: der SV Tülau/Voitze.

Einen großen Anteil an dem grün-weißen Aufwind genießt unter anderem Christoph Jäger, der in der vergangenen Winterpause zum Verein kam und in vielerlei Hinsicht den Klub neu organisierte.

Mit 33 Lenzen gehört Jäger neben Timo Bertram und Tony Engelhardt zu den alten Hasen im Team. Aber genau deswegen passt er perfekt in das Mannschaftsgefüge, er kann die jungen Spieler im Team führen und ihnen einiges von seiner Erfahrung abgeben. Kurzum: Er ist der Leitwolf in der Verteidigung. Doch der Defensivakteur überzeugt nicht nur durch sein Stellungsspiel und seine taktische Raffinesse auf dem Platz, sondern unterstützt Trainer Werner Vodde zudem immens. „Ich leite sehr viele organisatorische Dinge. Wir sprechen uns viel ab, was zum Beispiel Taktik und Aufstellung angeht. Ich bin eine Art Sprachrohr zwischen Mannschaft und Trainer“, erzählt Jäger.

Dabei hat der alte Haudegen in seiner Karriere viel erlebt. In der Jugend trat er unter anderem für den MTV Gifhorn in der Landesliga vor den Ball. Doch seine bisher erfolgreichste Zeit erlebte er bei seinem Heimatverein SV Hankensbüttel (siehe Bild unten rechts). Mit dem HSV stieg er bis in die Kreisliga auf und schnappte sich mit der Truppe den Kreispokal. Und dann kam lange nichts...

Dreieinhalb Jahre pausierte Jäger aufgrund von Verletzungen und privaten Dingen. Denn der VW-Mitarbeiter setzte sich ein hohes Ziel. Zusammen mit seiner Frau begann er, ein eigenes Haus zu bauen. Wo? Natürlich in Tülau. So entstand dann auch schließlich der Kontakt zu seinem neuen Klub. Ein guter Kumpel fragte ihn, ob er mitkommen wolle zum Training. Und wie es dann oft als Fußballer ist, bleibt man dem Verein nach der ersten Einheit dann erhalten. Glück für den SV Tülau/Voitze!

Denn Jäger schlug ein wie eine Bombe. Nach der vergangenen Hinrunde hatten die Grün-Weißen nur sieben Punkte auf dem Konto, alle hatten die Grün-Weißen abgeschrieben. Doch mit Jäger als eine Art Libero schaffte der SV Tülau/Voitze auf dem letzten Drücker noch den Klassenerhalt. Und mittlerweile thront der Verein auf Platz eins. Wie ist das möglich? „Wir sind selber etwas überrascht. Aber die harte Vorbereitung macht sich mittlerweile bei uns bezahlt. Wir sind viel besser organisiert und der Teamgeist stimmt einfach“, erklärt Jäger. Trotzdem wird das Saisonziel nicht aufgefrischt: „Der Klassenerhalt hat weiter höchste Priorität. Wir wollen einfach diesmal eine ruhigere Saison spielen“, so der 33-Jährige. Mit einem Sieg gegen den VfL Wahrenholz II am Sonntag (15 Uhr) dürfte der SV Tülau/Voitze noch entspannter werden. Jäger: „Es ist eine komplett andere Partie, weil wir zum ersten Mal Favorit sind.“

Von Jannis Klimburg

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