Handball – Oberliga Herren: Keeper Preisner und Comebacker Hildebrandt die prägenden Figuren beim Wittinger Sieg

Ein Irrwisch und der perfekte Joker

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Matchwinner Nr. 1: Wittingens Keeper Kevin Preisner (l.) brachte Börde Handball in Halbzeit eins zur Verzweiflung...

Wittingen. Erst betrat Kevin Preisner die After-Game-Lounge. Sonderapplaus. Dann Torben Hildebrandt. Sonderapplaus. Die eingefleischten Fans des VfL Wittingen bewiesen ein feines Gespür dafür, wem sie am Samstagabend eine kleine Huldigung zuteil werden lassen mussten.

Denn aus dem Kollektiv hatte dieses dynamische Duo beim 27:20-Heimsieg in der Handball-Oberliga über die SG Börde Handball noch herausgeragt.

...und Matchwinner Nr. 2 Torben Hildebrandt die Gäste (Sebastian Froböse) schließlich in Halbzeit zwei zu Fall.

Preisner: Der Teufelskerl von Teenie-Torwart hatte in der ersten Halbzeit selbst bei seinem Trainer Axel Bühlow ungläubiges Kopfschütteln hervorgerufen. Das nach Schlusspfiff noch anhielt. „Unfassbar. Er hat einfach alles weggemacht“, fehlten Bühlow fast die Worte für seinen Irrwisch zwischen den Pfosten. Zwei Sieben-Meter, dazu neun Hochkaräter aus dem Spiel heraus: Der VfL-Schlussmann gab Börde eine Denksport-Aufgabe, die die Gäste nicht zu lösen vermochten. Kenny-Lutz Blotor, sonst Serientäter, wurde von Preisner, gepaart mit einer starken Wittinger Defensive, zur Nullnummer in Hälfte eins degradiert.

Damit kaschierten die Abwehr-Asse ihren nicht ganz so durchschlagskräftigen Angriff. Es mag am Fehlen von Kai Lemke (Prüfungs-Vorbereitung) und Janosch Kochale (krank) gelegen haben. Wobei Bühlow betonte: „Der eine oder andere Zuschauer hat auch gesagt: Ach Gott, wo ist denn der Rückraum!? Wir haben doch einen gehabt – auch wenn einige Namen nicht da waren.“ Dennoch: Nur gut, dass die Brauereistädter die SG nach den ersten 30 Minuten bei läppischen sechs Toren hielten...

Diesen Fakt gab der Trainer seinen Mannen auch zu bedenken: Leute, die Führung ist vor allem Kevins Verdienst. Wenn es überhaupt einen kritischen Moment in dieser Partie gab, dann die Anfangsphase der zweiten Halbzeit. Börde warf plötzlich den Blotor-Motor an. Drei Tore in Folge vom Toptorschützen zum 12:9. Auch Bühlow bemerkte: „Oh, jetzt passiert was bei Börde im Rückraum.“ Doch die vermehrt auftretenden Lücken machte der VfL mit mehr Zug zum Tor wett.

Und seinem Joker. Als es offensiv „nicht mehr ganz so rund lief“, flüsterte Bastian Albrot seinem Coach auf der Bank zu: Bring doch mal Torben Hildebrandt. „Echt ein Glücksgriff!“ Denn der eigentlich ins zweite Glied zurückgetretene Rückraum-Recke warf, oft stark in Szene gesetzt von Mittelmann Kai Eschert, die entscheidenden Tore zur beruhigenden 23:16-Führung. Der Matchwinner Nr. 2, nach seinem zweiten Spiel am Sonnabend nach eigenem Bekunden „fix und fertig“, erntete freilich flotte Sprüche von seinen Teamkollegen. „Torben, du Maschine“, grinste Sebastian Schulze.

Der VfL steht nun bei 8:4-Punkten. Bühlow lächelte: „Das muss nicht das Ende der Fahnenstange sein.“

Von Ingo Barrenscheen

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