Handball – Verbandsliga: Wittingens Fehler führen gegen Barsinghausen zur ersten Heimpleite

Irgendwann musste es passieren...

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Die Auswärtsmannschaft jubelt in der Gelben Hölle: Dieses Bild bekamen Wittingens Zuschauer das erste Mal in dieser Serie geboten.

Wittingen. Doch nicht uneinnehmbar! Zwei Wochen zuvor hatte die Festung Gelbe Hölle schon gebröckelt, nun riss der Tabellenzweite HV Barsinghausen die Grundmauern endgültig ein:

Durch die 19:26 (11:10)-Niederlage gegen den Mitabsteiger hat sich der Heimnimbus des Handball-Verbandsligisten VfL Wittingen am Samstag verflüchtigt. 

Anders als für einige zeternde Zuschauer auf der Tribüne für die Übungsleiter kein Beinbruch. „Es war klar, dass es uns irgendwann erwischt“, nahm Christian Gades die Premieren-Pleiten im eigenen Wohnzimmer gelassen zur Kenntnis. Der VfL-Cheftrainer ergänzte vielsagend: „Ich hätte vor der Saison nicht geglaubt, dass wir am 17. Spieltag ein Spitzenspiel haben. . . “.

Denn Gades und sein Assistent Manfred Busch wissen um den (personellen) Substanzverlust vor, aber auch während dieser Saison. Wittingens Team liege bislang über den Erwartungen – das verdeutlichte das Trainergespann noch einmal mit Nachdruck und entgegnete damit kritischen Tönen von außen. „Wir wissen das einzusortieren“, sagte Busch. Schon länger klagen sie über die maue Trainingsbeteiligung, nun kam auch noch ein Aderlass hinzu. Mit Janosch Kochale, Peter Schultze und Nick Schmidt fehlten Alternativen. Zu viel Schwund des Guten für die „sowieso schon limitierten“ (Gades) Brauereistädter.

Und doch hätte sich Busch die Begegnung „wesentlich enger gewünscht“. So wie in der ersten Halbzeit, als die Wittinger den keineswegs furchteinflößenden Aufstiegsaspiranten – Barsinghausen hat seinen Oberliga-Kader wohl gemerkt zusammengehalten... – piesackten. „Wir haben sogar noch etwas liegen lassen, hätten höher führen müssen“, so Busch mit Blick auf die knappe 11:10-Pausenführung.

Ein Knackpunkt: Kai Eschert (M.) bekam einen Schlag auf die ohnehin schon sichtbar lädierte Hand und fiel zwischenzeitlich aus.

Ein Knackpunkt sei der zwischenzeitliche Ausfall von Kai Eschert gewesen, der einen Schlag auf die lädierte Hand bekam. So brach dann in der Abwehr auch noch der wichtige Mittelblock zusammen. Denn Basche hätte es fast ausschließlich „über die Nahwurfzone“ versucht, betonte Busch. „Wir hatten mit der Bank nicht die Möglichkeiten, zu reagieren.“ Aus dem 12:10 wurde so flugs ein 14:19 und 15:23. Gut zehn Minuten vor Ende des Spiels nahm das Ende der Serie dahoam scharfe Konturen an. Dann noch einmal ein letztes Wittinger Aufbäumen zum 18:23. Ein Silberstreif am Horizont. Doch er verglühte schnell wieder.

Der VfL-Co-Trainer nannte den entscheidenden Faktor: „Es waren unsere Fehler. Wir haben sie stark gemacht.“ In der Tat leisteten sich die Hausherren im Angriff zu viele Schnitzer. Die von einem Gegner wie dem HVB dann eben auch gnadenlos bestraft werden. Gades bemängelte: „Wir sind nicht mehr in die Tiefe gegangen.“ So setzte es den Tiefschlag.

Von Ingo Barrenscheen

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