Handball – Landesliga Herren: Nach Karriereende springt Oberliga-Akteur beim VfL Wittingen II ein / Trotzdem 21:31

Immerhin ein Trainer: Witzke ist Chaos-Tage leid

In den Fängen des Gegners: Der Handball-Landesligist VfL Wittingen II (r. Nick Schmidt) unterlag Moringen 21:31...
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In den Fängen des Gegners: Der Handball-Landesligist VfL Wittingen II (r. Nick Schmidt) unterlag Moringen 21:31.

ib Wittingen. Keine Überraschung auf dem Spielfeld – dafür aber daneben: Die Chaos-Tage beim Handball-Landesligisten VfL Wittingen II scheinen gezählt zu sein, denn der Vizemeister auf Abwegen hat kein Führungs-Vakuum mehr.

Andreas Witzke (l.) ist der neue Coach, der sich vor den schlingernden Karren spannt. 

Andreas Witzke nimmt sich nach einer „Nacht-und-Nebel-Aktion“ bis zum Saisonende des Sorgenkindes an. Weil er selbst seine Karriere wohl oder übel an den Nagel hängen muss! Eine Wunderheilung vermochte er indes nicht zu verbringen, das Schlusslicht kassierte zuhause gegen den aufstrebenden MTV Moringen eine 21:31-Pleite.

An und für sich hatte es Witzke noch einmal eine Saison lang wissen wollen, erlebte im Oberliga-Team aber vielmehr ein Seuchenjahr mit drei Verletzungen, das in dem Bänderriss in Barsinghausen gipfelte. Doch die Verletzung war noch weitaus schlimmer, wie sich am Donnerstag beim Arzt herausstellte: Das Sprungbein droht zu brechen, für den Rückraumspieler das endgültige Signal, Schluss zu machen.

Damit war aber gleichermaßen der Weg frei für den Neuanfang an der Seitenlinie der Reserve. Dort ist er Mitglied der Whats-App-Gruppe und konnte sich das Dilemma nicht mehr mit ansehen... „Da herrschte so ein Chaos, dass ich angeboten habe, den Posten zu übernehmen. Die Jungs tun mir leid, sie waren ja mehr oder weniger sich selbst überlassen und sind ganz froh, dass sich einer dahinterklemmt.“

Ein nobler Zug. Witzke geht es vordergründig darum, die Spieler bei Laune zu halten. Beziehungsweise überhaupt wieder eine Form der (guten) Laune zu entwickeln und „Spaß reinzubringen“. Die vor der Saison „zusammengewürfelte Truppe“ wäre durch den ausbleibenden Erfolg nie zu einem Team verwachsen. Witzke ist ergo mehr als Krisen-Manager denn als Trainer gefragt. Den Klassenerhalt proklamiert er nicht – er könne der „verunsicherten Mannschaft keine Ziele stecken.“ Aufbauarbeit ist gefragt. „Es geht nur über den Kopf.“ Und dennoch: Witzke will aus den neun Spielen unter seiner Regie ein ausgeglichenes Punkteverhältnis erzielen.

Wohl gemerkt: Gegen Moringen sei nichts Zählbares eingeplant gewesen, erklärte Witzke. Dennoch hätte der Tabellenletzte ohne Weiteres ein besseres Resultat erzielen können. Mit den ersten 20 Minuten zeigte sich der Feuerwehrmann „absolut einverstanden“. Mit dem Rest nicht. Denn das hatte wieder einmal kein Landesliga-Niveau. Die VfL-Zweite verlor die Vorgaben aus den Augen. Dabei hatte sie „eigentlich schon Unruhe erzeugt beim Gegner“ (Witzke). Eingangs der zweiten Hälfte (Moringen zog von 9:13 auf 9:19 weg) ging dann gar nichts mehr bei den Hausherren. Witzke intervenierte und mahnte vor „einer Jagdreise“, doch es half nur bedingt. Aber woher soll das Selbstvertrauen nach dieser völlig verkorksten Saison auch kommen!?

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