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IK-Teamcheck: Eischott trotz Qualität noch zu inkonstant für die Spitze

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Von: Marvin Scholz

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Vielleicht das größte Fragezeichen der Liga: Die Qualität ist beim SV Eischott (r., Özgür Cansi) unumstritten. Doch für ganz oben reicht es noch nicht...
Vielleicht das größte Fragezeichen der Liga: Die Qualität ist beim SV Eischott (r., Özgür Cansi) unumstritten. Doch für ganz oben reicht es noch nicht... © Marvin Scholz.

Eischott – Die Balance zwischen jungen, hungrigen Spielern und erfahrenen, alten Hasen ergibt in der Kombination ein stimmiges Gesamt-Bild. Im Prinzip herrscht dieses Konstrukt auch beim Fußball-Kreisklassisten SV Eischott vor. Wären da nicht die einen oder anderen Mini-Elemente, die diesen Sprung nach ganz oben (noch) verhindern. Kapitän Rene Dengel klärt im IK-Team-Check auf.

Die Entwicklung

Mehr oder minder, so erklärte es der 31-Jährige, begann die Entwicklung schon vor zwei Jahren. In den etwas kleineren Staffeln kämpfte der SVE noch um den Klassenerhalt in der 1. Kreisklasse. Nach und nach ging es jedoch steil bergauf. „Der Verein ist im Prinzip eine kleine Familie – immer da, viele Leute kennen sich und auch die Spieler von außerhalb haben sich gut integriert“, skizziert Dengel den Status quo. Diese positive Grundstimmung spiegelte sich auf dem grünen Teppich wider: „Die erste Saisonhälfte war stark.“ Anschließend in der zweiten Etappe der Hinrunde mussten Heider, Dengel und Co. mit einem nicht ganz unwesentlichen Einbruch leben. „Es kamen viele Verletzte hinzu und uns das Glück etwas abhandengekommen – das war etwas enttäuschend.“ Der Innenverteidiger ist jedoch weit weg, nur auf diese zuletzt wahrhaftig schmerzenden Aspekte zu schielen: „Das ist die beste Platzierung, seitdem ich bei Eischott bin (2010, Anmerkung der Redaktion).“

Spannend hingegen ist die taktische Ausrichtung der Rot-Schwarzen. War der SVE noch vor knapp zwei Jahren auf ein Spiel ohne den ganz großen Ballbesitz ausgelegt, Immerhin stand der Abstiegskampf im Mittelpunkt. Das Blatt wendete sich und das Ansehen stieg. „Die anderen Teams haben gesehen, dass wir Hankensbüttel schlagen können und auch andere Teams ärgern“, unterstreicht Dengel. Somit überließen die Kontrahenten Eischott häufig den Ball. „Unser Trainer benötigte also eine taktische Idee mit Ball.“ Systematisch hat Eischott das Rad deswegen allerdings nicht neu erfunden. Mit einem gewohnten 4-1-4-1 beziehungsweise 4-2-3-1 will die Heider-Riege die Sonntage erfolgreich gestalten.

Die Stärken

Spezifisch die mentale Komponente in wichtigen Momenten ist im Spektrum fest verankert: „Wenn es drauf ankommt, sind wir da. Außerdem sind wir konditionell sehr stark“, bekräftigte das Abwehr-Ass. Der Team-Spirit spiele dem Verein ohnehin in die Karten. „Nach vorne finden wir gute Lösungen, haben schnelle Außenspieler und können gut umschalten.“

Die Defizite

Den eingangs angesprochenen Grund, warum die Leistung noch nicht für die absolute Spitze reicht, erklärt Dengel folgendermaßen: „Wir sind noch zu inkonstant. Wenn die erfahrenen Akteure verletzungsbedingt ausfallen, haben die Jungen noch zu wenig Erfahrung, um es zu richten. Wir müssen die Spieler über die Zeit bringen.“

Der schönste Moment

Wenig verwunderlich kann sich Dengel noch köstlich über den Sieg gegen den Herbstmeister SV Hankensbüttel amüsieren: „Viele haben den HSV zurecht hoch eingeschätzt. Doch der Sieg hat der Mannschaft gezeigt, dass wir mithalten können und sich die Vorbereitung ausgezahlt hat.“

Der bitterste Moment

Mutmaßlich ein weiterer Grund für die jetzige Platzierung sind Spiele wie gegen den SV Tappenbeck: Mit einem recht komfortbalen 2:0 führte der SVE, kassierte den Anschluss, versäumte es, den Deckel draufzuschrauben, und wurde kurz vor Schluss mit einer Niederlage bestraft. Punkte, die fehlen.

Die Eigenleistung

Nach einer doch recht verkorksten Hinrunde für den Kapitän himself, ist das Erreichen eines optimalen Fitnesszustandes aktuell am wichtigsten in Dengels Augen. „Ich möchte Konstanz reinbringen, eine Führungsfigur sein und ein sicheres Aufbauspiel forcieren.“ Es sei ihm zu wünschen.

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